Erzbistum Köln – Erzbischof Kardinal Woelki – Priesterseminar Redemptoris Mater

2. November 2020 Newsdesk/Raspels, Je

Bonn. Die Weihe eines Altars hat Kardinal Rainer Maria Woelki als eine der schönsten Liturgien der Kirche – neben der Osternacht und der Priesterweihe – bezeichnet. Am 29. Oktober weihte er den neuen Altar im Erzbischöflichen Missionarischen Priesterseminar Redemptoris Mater in Bonn-Endenich. Der Altar in einer Kirche oder Kapelle sei das Symbol des gegenwärtigen Christus, betonte der Erzbischof von Köln, und verwies in seiner Predigt auf Parallelen der Handlung zur Taufe des Christen und zur Priesterweihe hin. „An Christus und sein Opfer erinnert der Altar. Golgotha ist mitten unter uns in diesem Altar. Von daher ist die Ehrfurcht zu begreifen, mit der wir den Altar verehren.“

Der Ablauf einer Konsekration des Altars weist mehrere Schritte auf und er entzieht in diesem Prozess den Ort der Profanität hin zur Sakralität. Zunächst wurden bei dieser Weihe die Reliquien von vier Heiligen und eines Seligen fest in die Basis des Altartischs eingesetzt. Sie entstammen der Heiligen Dominikus Savio, Papst Johannes Paul II. Maria Faustina Kowalska und der Märtyrer von Barbastro sowie des Seligen Simon Ballachi. Es erklingt die Heiligenlitanei. Sodann folgt die Besprengung des Tischs mit Weihwasser, die schließlich in das Waschen der Tischplatte mündet. Der nächste Schritt besteht aus der Salbung der Oberfläche mit Chrisam. Das Salböl erinnert an die Sakramente der Taufe, Firmung und Weihe. Dadurch hat jede und jeder, wie auch jetzt der Altar, Anteil an Christus, dem „Gesalbten Gottes“. Schließlich werden an den vier Ecken und der Mitte des Tisches Wachsdorte mit Weihrauch angezündet, so dass es den Anschein hat, als ob der Altar brenne. „ Christus brennt für dich und mich, damit wir für ihn brennen“, betonte der Erzbischof von Köln. Während der Rauch von der Altarplatte aufsteigt, wird um den Heiligen Geist gebetet. „Vom Altar aus soll auch unser Leben, wie das Brot und der Wein in der Eucharistie, verwandelt werden“, so Kardinal Woelki.

Regens Monsignore Salvador Pane nannte zur Begrüßung die umgestaltete Kapelle mit dem neuen Altar „das Herz des Seminars“. Es sei ein besonderer Tag der Freude. In diesem Priesterseminar erfolge die Ausbildung entsprechend den „Charismen des neokatechumenalen Weges“. Dem zur Folge ist die Anordnung von Altar, Ambo für die Verkündigung des Wortes Gottes und Platz des leitenden Liturgen eines Gottesdienstes etwas verschieden von den meisten anderen Gottesdienstorten des Erzbistums. Der Altar steht in der Mitte des Raumes, so dass „sich ihm die Aufmerksamkeit der ganzen Gemeinde von selbst zuwendet“, wie es das Rituale zur Altarweihe wünscht.