Ursulinenrealschule Köln macht aus „Nachhaltigkeit“ Kunst

Schülerinnen und Schüler werden kreativ im europäischen Austausch

8. Dezember 2023 Newsdesk/sth

Köln. Aus einem Teebeutel wird eine Handtasche, aus Getränkedosen-Öffnungslaschen werden schmucke Ohrhänger, aus der Hälfte einer Wäscheklammer der Rumpf eines Schiffes. Dies sind nur drei der vielen Ideen von Schülerinnen und Schülern der Ursulinenrealschule Köln zur Verwandlung von gefundenem Müll am Rhein in Bestandteile kleiner Kunstwerke.

Im Rahmen eines „Erasmus+“-Projekts haben sich Kinder und Jugendliche mehrerer Jahrgangsstufen mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ künstlerisch auseinandergesetzt. Linolschnitte, Objekte, Collagen, selbst Performancekunst entstanden. Eine Besonderheit des Projekts ist der Austausch mit anderen Schulen in ganz Europa, das gemeinsame Arbeiten an einem Thema. Dieses findet normalerweise statt über „eTwinning“, einem Online-Netzwerk für Schulen und Kindergärten in Europa. Aber jetzt traf man sich auch einmal „real“: Schülerinnen und Schüler aus dem westfälischen Münster und der kroatischen Stadt Dubrovnik waren zu Gast in der Machabäerstraße um sich mit ihren rheinischen „Kollegen“ auszutauschen.

Über Ländergrenzen hinweg

„Die Kunstwerke bringen zusammen und man kommt ins Gespräch“, sagt Matthias Helmers, Kunstlehrer der Gesamtschule Münster-Mitte und betont, dass das Thema Nachhaltigkeit über Ländergrenzen hinweg von Bedeutung ist. Auch Schulen aus anderen europäischen Ländern, etwa Portugal und Spanien, beteiligen sich an dem Projekt. Am Ende soll ein digitales Gesamtkunstwerk aller Kunstwerke entstehen.

An der Ursulinenrealschule betreuen die Kunstlehrerinnen Claudia Distelkamp und Louisa Küsters das Projekt. Neben den oben erwähnten „Fundstücken am Rhein“, die zu gleichzeitig witzigen, aber auch auf das Müllproblem hinweisenden Collagen verarbeitet wurden, erfanden und gestalteten zum Thema Artensterben Schülerinnen und Schüler Exemplare bisher unbekannter Gattungen und andere entwickelten ästhetisch ansprechende Linolschnitte, teils monochrom, teils farbig.

Intensiv mit Thema beschäftigt

Nina (15) und Emma (16) aus der Klasse R10a sind zwei der am Projekt beteiligten Schülerinnen der Ursulinenrealschule. Sie haben bereits für die Schulgemeinde bei einer Vernissage präsentiert und können über die Kunstwerke einiges erzählen. So zum Beispiel, dass sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der Thematik des Artensterbens auseinandergesetzt haben, bevor es an die künstlerische Umsetzung ging. Es wurden die Arten im Tier- und Pflanzenreich recherchiert, die in ihrem Dasein bedroht sind, weil der Mensch ihre Lebensräume immer weiter einengt.

Schulleiterin Monika Schäfers ist begeistert vom Projekt und dem Ideenreichtum ihrer Schülerinnen und Schüler und entwickelt spontan eine weitere Idee: Vielleicht könnte man ja mit dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln zusammenarbeiten, um die (besten) der Kunstwerke dort auszustellen ... Dann würde das Thema eine größere Öffentlichkeit finden. Diese Idee verdankt sich übrigens auch dem europäischen Austausch, denn das Gymnasium aus Dubrovnik hat eine solche Partnerschaft mit einem Museum in seiner Stadt bereits realisiert.

Erasmus+

„Erasmus+“ ist ein Programm der Europäischen Union. Es soll nach Angaben der nationalen Agenturen, die das Programm umsetzen, ein lebenslanges Lernen fördern, nachhaltiges Wachstum ermöglichen, sozialen Zusammenhalt und die europäische Identität stärken sowie Innovationen vorantreiben. Im Zentrum stehen die miteinander verbundenen Themen Inklusion und Diversität, Digitalisierung, politische Bildung und Nachhaltigkeit.

Über die Ursulinenschule Köln

Die Kölner Ursulinenschule wurde im Jahre 1639 als gymnasiale Mädchenschule gegründet und bis 1988 von den Schwestern des Ursulinenordens geführt. Im Anschluss ging sie in die Trägerschaft des Erzbistums Köln über. Die Ursulinenrealschule wurde im Jahr 1971 gegründet und unterhält neben zwei Mädchenklassen pro Jahrgang auch eine Jungenklasse. Mit einem monoedukativem Ansatz, der Mädchen und Jungen in separaten Gruppen unterrichtet, verfolgte schon Ordensgründerin Angela Merici das Leitbild jedes Kind in seiner Entwicklung mit den je eigenen Begabungen bestmöglich zu fördern. Dieses pädagogische Konzept blieb auch durch den Wechsel des Schulträgers unberührt und wird heute zeitgemäß fortgeführt.