Erzbistum Köln – Distanzunterricht – Fragen der Schüler

4. Februar 2021 Newsdesk/Je

In den letzten Wochen hat Weihbischof Ansgar Puff an mehreren Schulen am digitalen Religionsunterricht verschiedener Klassenstufen teilgenommen. Heute hat er die Klasse 8a der Erzbischöflichen Gesamtschule St. Josef in Bad Honnef per Videokonferenz besucht. Für den Unterrichtsbesuch hat die Klasse Fragen an den Weihbischof vorbereitet.

„Ich freue mich sehr über diese Chance, am Leben der Schülerinnen und Schüler teilzunehmen. Ich bekomme viel näher mit, wo ihnen der Schuh drückt, was sie wirklich bewegt“, erklärt der Weihbischof. Wenn es auf der einen Seite auch schade sei, dass keine physische Begegnung möglich ist, so ermögliche ihm der Videobesuch, den Unterricht mehrerer Klassen mitzubekommen.

Inhaltlich ist der Weihbischof ganz offen: „Ich stehe Rede und Antwort zu den Themen, die die Schüler an mich herantragen. Da gibt es keine Ausnahmen.“ Besonders freut sich Puff, wenn ein Dialog zustande kommt und auch kritische Rückfragen gestellt werden. „Oft kommen dann erst die wirklich wichtigen Themen“, weiß er.

Dass dabei die Technik immer noch eine große Hürde darstellt, wurde deutlich, als im Unterricht der Klasse 8a der Ton immer wieder stockte und das Mikro bei einigen Schülern nicht funktionierte. So entstand das Gespräch erst über den begleitenden Chat.

Hölle, Corona und Homosexualität

„Ist Corona eine Strafe Gottes?“, „Was halten Sie davon, wenn Homosexuelle heiraten?“ und „Warum hilft die Kirche nicht mehr den armen Tieren?“ waren drei der Fragen, die von Schülern gestellt wurden. Natürlich gab es auch viele persönliche Fragen an den Weihbischof zu seinen Hobbys, seinem Berufswunsch als Kind oder seinem Lieblingspapst.

Ein ausführliches Gespräch entstand aus der Frage „Gibt es Ihrer Meinung nach einen Himmel oder sogar den Teufel?“. Puff antwortete, dass es beides selbstverständlich gäbe, aber unsere üblichen Vorstellungen das nicht ganz träfen. Den Teufel beschrieb er als eine Kraft, die alles durcheinander schmeißt. „Du versuchst Dein Leben auf die Kette zu kriegen und plötzlich kommt einer, der alles wieder kaputt macht. Das kann man schwer beschreiben. Das Gute im Umgang mit dem Teufel ist, dass wir glauben können, dass Gott stärker ist“, begann Puff seine Antwort.

Aus der Frage, ob Abtreibung Mord sei, entwickelte sich ein interessantes Gespräch über den Beginn des Lebens. Schließlich sei es ja am Anfang nur ein Zellhaufen und diesen könne man ja nicht töten, meinte eine Schülerin. Darauf antwortete der Weihbischof, ob er nicht selbst heute auch nur ein Zellhaufen sei und erzählte von interessanten Unterhaltungen mit einem Freund, der selbst nicht an Gott glaube.

Folgen des Lockdowns für Kinder und Jugendliche

Weihbischof Puff lernt bei diesen Begegnungen selbst dazu: „Ich habe durch diese Unterrichtsbesuche viel besser verstanden, welche Folgen die aktuelle Lockdown-Situation und der Distanzunterricht für die Schülerinnen und Schüler hat. Den Kindern und Jugendlichen fehlen aktuell so viele Kontakte mit Gleichaltrigen, die für ihre Entwicklung wichtig sind. Ich glaube, dass das bisher noch unterschätzt wurde.“

Weitere Besuche möglich

Gerne besucht Weihbischof Puff noch weitere katholische Religionsstunden per Videokonferenz. Wer daran Interesse hat, kann sich über den Religionslehrer im Büro des Weihbischofs melden telefonisch unter 0221 1642 1715 oder per E-Mail an weihbischof.puff@erzbistum-koeln.de.