Corona-Pandemie – Aufruf von Papst Franziskus – Interreligiöse Initiative

11. Mai 2020 (pek200511- nh)

Vatikanstadt. Zu einem weltweiten Gebetstag der Religionen angesichts der Corona-Pandemie lädt am 14. Mai 2020 das "Hohe Komitee der menschlichen Brüderlichkeit" ein, dem auch der Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, Kardinal Miguel Ayuso Guixot, angehört. Der Aufruf des Komitees richtet sich "an alle unsere Geschwister, die an Gott den Schöpfer glauben", und an "alle unsere Geschwister der Menschheit weltweit". In der Erklärung heißt es: "Zurzeit wird unsere Welt wegen der weiten Verbreitung des Coronavirus COVID-19 mit einer großen Gefahr konfrontiert, die das Leben von Millionen von Menschen global bedroht. Wir betonen hier unsere Überzeugung von der hochrelevanten Rolle der Medizin und der wissenschaftlichen Forschung bei der Bekämpfung dieser Epidemie. Gleichzeitig darf man in dieser ernsten Krise nicht vergessen, sich an Gott den Schöpfer zu wenden." Die Gläubigen aller Religionen und Konfessionen sind aufgerufen, sich an diesem Tag mit Gebet, Fasten und guten Taten Gott zuzuwenden und ihn um seine Hilfe anzurufen.

Das in Abu Dhabi ansässige Komitee hat sich die Umsetzung der "Erklärung über die universale Brüderlichkeit aller Menschen" zum Ziel gesetzt, die von Papst Franziskus und dem Großimam der Al-Azhar Universität, Ahmad Al-Tayyib, im Februar 2019 unterzeichnet worden war. Papst Franziskus hatte am 3. Mai 2020 dazu aufgerufen, an diesem Weltgebetstag teilzunehmen: "Denkt daran: am 14. Mai, alle Gläubigen gemeinsam, Gläubige verschiedener Traditionen: Beten, Fasten und Werke der Nächstenliebe verrichten."

Weihbischof Rolf Steinhäuser, Bischofsvikar für Ökumene und Interreligiösen Dialog, erklärte zum Weltgebetstag der Religionen: "Der Heilige Vater ruft uns alle auf, Gläubige verschiedener Traditionen, am 14. Mai zu beten, zu fasten und Werke der Nächstenliebe zu tun. Das Corona-Virus bedroht uns Menschen über Religionsgrenzen hinweg. Da ist es nur passend, wenn die Menschheitsfamilie auch spirituell zusammenrückt, um ihre Bitten um ein Ende der Pandemie vor Gott zu bringen. Dies wird jeder gemäß seiner Religion und Tradition tun, und so kann dieser Tag ein inspirierendes Zeichen der menschlichen Solidarität rund um den Globus werden."