Ökumenische Oster-Andacht – Ostern in Corona-Zeiten – Übertragung aus Kölner Dom

15. April 2020 Newsdesk/Je

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, fordern Solidarität und Mitgefühl in der Corona-Krise. Gott sei den Menschen auch in dieser schwierigen Zeit nahe, betonen sie in der ökumenischen Oster-Andacht am 14. April im Kölner Dom. Der Gottesdienst im fast leeren Dom wurde live im Internet übertragen.

Woelki: Liebe führt zu Auferstehung

Zum Osterfest betont der Kardinal Woelki die Freude über die Auferstehung des Herrn. Gott habe gezeigt, dass er größer als unsere Vorstellungskraft sei. Der christliche Glaube beinhalte, dass wie Christus auch wir auferstehen würden. „Das bestärkt unsere Hoffnung, dass irgendwann alles Leid ein Ende haben wird“, stellt der Erzbischof fest.

Das Virus verlange uns viel ab, sagt Kardinal Woelki, es gebe uns mit all seiner Tragik die Möglichkeit, uns darauf zu besinnen, was im Leben zähle. Es sei die Liebe, die so stark sei, dass sie sogar zur Auferstehung geführt habe.

Schließlich ruft der Kölner Erzbischof dazu auf, das Gute, das in der Krise aufleuchte, auch für die Zeit nach der Krise zu erhalten.

Kardinal Woelki in der Oster-Andacht

Rekowski: "Christus ist an unserer Seite".

Präses Rekowski hat in seiner Predigt über die Emmaus-Geschichte (Lk 24,13–35) dazu aufgerufen, aufeinander aufzupassen. Denn im Evangelium, das zunächst die enttäuschte Leere der Jünger aufzeige, öffne der mitgehende und zusprechende Jesus ihnen die Augen. „Jesus geht den persönlichen Trauerweg der Jünger mit und stellt sich auf ihre Schritte ein; geht in ihrem Tempo mit. Er begleitet sie auf einem schwierigen Weg durch eine besondere Zeit“, so Rekowski.

Diese Verbundenheit im Glauben trage auch heute in der Corona-Krise viele Menschen. In Gedanken und im Gebet solle man auf die anderen achten und mit ihnen, soweit das in Zeiten der Corona-Pandemie möglich ist, in Kontakt bleiben. Rekowski stellt fest: "Christus ist an unserer Seite".

Predigt von Präses Manfred Rekowski