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Baum

Bild von einem Grabstein auf dem ein Baummotiv ist Bild von einem Grabstein auf dem ein Baummotiv ist

Baum

Zu allen Zeiten ist der Baum in den verschiedenen Religionen und Kulturen ein wichtges Symbol gewesen: Er steht aufrecht, himmelwärts gewandt und fest in der Erde verwurzelt. In seiner jährlich sich erneuernden Lebenskraft, die er aus dem Wasser in der Tiefe bezieht, zeigt er seine Wandlungsfähigkeit, symbolisiert Wachstum, Frieden und Segen.

In der Bibel wird der Baum als ein Symbol für den Menschen verwendet, der in seinem Glauben an Gott verwurzelt ist, der sich an seinem Willen orientiert und aufrichtig lebt. So heißt es beim Propheten Jeremia im Alten Testament: "Gesegnet der Mensch, der auf den Herrn vertraut und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und zum Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, er hört nicht auf, Frucht zu tragen." (Jer 17,7f) Wer seine Hoffnung auf Gott setzt, dem wird alles gelingen, was er tut, heißt er ergänzend im ersten Psalm (Ps 1,3). Auf das Sinnbild des Baumes greift Jesus in seinem Gleichnis vom Feigenbaum im Lukasevangelium zurück (Lk 13), um die Menschen zur Umkehr aufzurufen.

Darstellungen im Vorderen Orient deuten den Lebensbaum als Achse und Mitte der Welt. Manche Baumarten – wie der Ölbaum oder der Feigenbaum – nehmen im Mittelmeerraum eine besondere Stellung ein. Für Wüstenvölker verkörpert der Baum mit seinem Grün das Leben schlechthin. In seinem Schatten findet man Schutz. Hier lässt es sich von den Mühen des Alltags ausruhen.

Wachsen, Grünen und das Hervorbringen von Früchten deuten auf das Leben hin, das Abfallen der BläMer auf Sterben und Tod, bis wieder neue Knospen aufrechen und der Naturkreislauf des Werdens und Vergehens aufs Neue beginnt. Aus dem scheinbar toten Holz bricht neues Leben hervor . Aus diesem Grund wird seit frühester Zeit auch das Kreuz, an dem Jesus hingerichtet worden ist, als Lebensbaum dargestellt. Denn Christen glauben, dass Gott seinen Sohn Jesus nicht im Tod gelassen, sondern zu einem neuen und ewigen Leben auferweckt hat. Das Kreuz wird so zu einem Sinnbild der Hoffnung auf die Überwindung des Todes.

Deshalb taucht das Bild des Baumes schon in frühchristlicher Zeit in der Bestattungskultur auf. Auf ihren Sarkophagen stellen Christen den Baum als Ausdruck ihrer Hoffnung dar, dass auch sie eines Tages von Gott zum ewigen Leben auferweckt werden. Sie glauben, dass sie im Tod in das Paradies geleitet werden, das sich für sie neu öffnet. Denn aus diesem prächtigen Paradiesgarten waren der erste Mensch und seine Frau vertrieben worden, nachdem sie vom "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" gegessen hatten (Gen 3). In christlicher Traditon wird das Kreuz Jesu Christ dem Baum des Paradieses gegenübergestellt: Das Kreuz wird zum Sinnbild der Erfüllung in der Endzeit und zum Symbol für den Sieg des Lebens über den Tod.

Deshalb finden sich in der miMelalterlichen Kunst häufig "Baumkreuze" mit Blättern, Blüten und Früchten, um darauf hinzuweisen, dass Jesus die Macht des Todes gebrochen hat.

Auch heute wird der Baum gern auf Todesanzeigen abgebildet: als Symbol für das Leben des Verstorbenen, der nun im Schatten des Baumes dauerhaft Schutz gefunden hat und sich nun von den Mühen des Lebens ausruhen kann.

Dr.  Eva-Maria Will

Dr. Eva-Maria Will

Referentin für Trauerpastoral

Sandra Behrendt

Sandra Behrendt

Sachbearbeitung

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