Christusmonogramm
Christusmonogramm
Denn das Christusmonogramm gehört zu den ältesten und bedeutendsten Symbolen des Christentums. Es setzt sich aus den griechischen Buchstaben Χ (Chi) und Ρ (Rho) zusammen – den Anfangsbuchstaben des Wortes "Χριστός", das im Griechischen für Christus, den Gesalbten, steht. Oft werden diese Buchstaben übereinandergelegt, wodurch ein unverwechselbar markantes Zeichen entsteht, auf das sich bereits im 2. Jahrhundert nach Christus die Christen verständigten, um ihren Zusammenhalt im Glauben an den einen Gott auszudrücken und sich gegenseitig als Christusgläubige zu identifizieren. Dieses Symbol steht für die Stärke und Hoffnung der ersten christlichen Gemeinden und ist für den christlichen Glauben und die Kirche als Grundstein von äußerster Wichtigkeit.
Besonders in Zeiten der Christenverfolgung war es von unschätzbarem Wert, zumal es sich in seiner schlichten Form als diskretes Erkennungsmerkmal untereinander erwies. Und so reichen seine Ursprünge bis in die Spätantike zurück, wo es weit verbreitet war. Die Form dieser Buchstaben erinnert an die lateinischen Zeichen X und P, weshalb das Symbol gelegentlich auch als Kürzel für "Pax" oder "Pax Christi" interpretiert wurde – Begriffe, die den christlichen Gedanken des Friedens transportieren.
Doch die Bedeutung dieses Symbols beschränkt sich nicht nur auf die Religion selbst. Es spielt auch eine wichtige Rolle in der Bildenden Kunst und Architektur sowie auf sakralen Gegenständen wie Altären oder Kelchen. Mit seiner klaren Gestaltung symbolisiert das Christusmonogramm sowohl die Person Jesu Christi selbst als auch seine zentrale Stellung im christlichen Glauben. So fand es bereits Verwendung, bevor das Kreuz zum zentralen Zeichen des Christentums wurde. Später, im 4. Jahrhundert, gewann es dann unter Kaiser Konstantin dem Großen weiter an Bedeutung, wurde daher auch "konstantinisches Kreuz" genannt. Denn nach einer Vision ließ er seine Soldaten das Monogramm auf ihre Schilde malen, bevor er gegen Maxentius in die Schlacht an der Milvischen Brücke zog, und machte es so zu einem Sinnbild von Sieg und Glauben gleichermaßen. In jedem Fall nutzte Konstantin von nun an das Chi-Rho als Fahne für sein Heer. Dieses Ereignis markierte einen Wendepunkt in der öffentlichen Wahrnehmung religiöser Symbole.
Auf einem Grabstein liest sich dieses Christussymbol wie ein Glaubensbekenntnis: Ich gehöre zu Jesus Christus, seiner 2000-jährigen Bewegung, habe Anteil an seinem Leiden und Sterben und hoffe auf die erlösende Auferstehung und das ewige Leben.

Dr. Eva-Maria Will

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