Zum Inhalt springen

Fisch

Bild von einem Türgriff in Fischform im Kloster Steinfeld Bild von einem Türgriff in Fischform im Kloster Steinfeld

Fisch

Auch heute noch ist der Fisch das Erkennungszeichen für Christen. In einer Gesellschaft, in der das Christsein nicht mehr selbstverständlich ist, bekennen sich manche umso bewusster mit einem Fisch als Ketten- oder Schlüsselanhänger, Anstecker oder Aufkleber auf ihrem Auto zu ihrem christlichen Glauben. Damit vermitteln sie die Botschaft: Ich gehöre dazu, zur Gemeinschaft der Christen. Das war auch schon vor etwa 1900 Jahren so. Zur Zeit der Christenverfolgung, etwa unter Kaiser Nero, malten die Menschen manchmal eine geschwungene Linie als Andeutung eines Fisches in den Sand, um sich anderen zu erkennen zu geben und gleichzeitig zu testen, ob auch das Gegenüber ein Christ und ihm von daher zu trauen war. Das Zeichen des Fisches diente ihnen in Zeiten der Angst vor Verfolgung als Geheimzeichen, mit dem sie sich zur Nachfolge Christi und der Gemeinschaft der Kirche bekannten.

Der Fisch, ein wichtiges Nahrungsmittel in der Antike, ist ein altchristliches Symbol für Christus. Die ersten Jünger Jesu waren Fischer. Der auferstandene Christus hält mit seinen Jüngern eine Fischmahlzeit (Joh 21,12ff). Im Griechischen ergeben die Anfangsbuchstaben der Worte Iesous CHristos THeou Yios Soter – übersetzt: Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter – das Wort ICHTHYS, das Fisch bedeutet. Der Fisch steht somit gleichzeitig für eine Kurzform des christlichen Glaubensbekenntnisses. Die ältesten Zeugnisse für die Verwendung des Fischsymbols unter Christen stammen aus dem beginnenden 2. Jahrhundert. Auch die Christen selbst werden hier als Fische gesehen, wie es im Matthäusevangelium heißt, als Jesus seine ersten Jünger beruft: "Kommt, folgt mir nach! Ich will euch zu Menschenfischern machen" (Mt 4,19). Daher wird auch der Amtsring des Papstes "Fischerring" genannt. 

Schon im Alten Testament kommt dem Fisch eine besondere Bedeutung zu. Hier erhält der Prophet Jona den göttlichen Auftrag, nach Ninive zu gehen und der Stadt das Strafgericht anzudrohen (Jona 1,2). Aber Jona widersetzt sich dieser Aufgabe und flieht in die entgegengesetzte Richtung, wo er mit einem Schiff fliehen will. Bei einem heftigen Sturm auf dem Meer wird Jona über Bord geworfen, um das Unheil von der Besatzung abzuwenden. Dort wird er von einem Fisch verschlungen. In seiner Todesnot bittet Jona Gott um Rettung, um nach drei Tagen schließlich wieder ans Land gespuckt und ins Leben zurückgebracht zu werden. 

Die frühen Christen erinnert das Bild von Jona im Bauch des Walfisches an Tod und Auferstehung Jesu: Nach drei Tagen im Dunkeln erblickt Jona wieder das Licht, kehrt zurück ins Leben. „Am dritten Tage auferstanden von den Toten", so heißt es im Glaubensbekenntnis. Gott befreit seinen Sohn aus dem Grab des Todes, weckt ihn auf zu ewigem Leben und erweist sich damit als ein Gott des Lebens. Auferstehung von den Toten – das ist nach christlichem Verständnis sowohl Verheißung als auch Trost für jeden, der einen geliebten Angehörigen verliert. 

Nicht zuletzt verweist das Symbol des Fisches auch auf das Leben spendende Wasser der Taufe, mit der der Mensch in die Glaubensgemeinschaft der Christen aufgenommen und unter Gottes besonderen Schutz gestellt wird. Die Taufe ist ein unauslöschliches Merkmal, das Erkennungszeichen eines jeden Christen – über den Tod hinaus. 

Dr.  Eva-Maria Will

Dr. Eva-Maria Will

Referentin für Trauerpastoral

Sandra Behrendt

Sandra Behrendt

Sachbearbeitung

Sie erreichen diese Seite auch direkt über die Domains: