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Palmzweig

Buchsbaumzweige an Palmsonntag- Buchsbaumzweige an Palmsonntag-

Palmzweig

Die Palme ist ein Gewächs aus dem Mittelmeerraum, unter deren üppigen Baumkrone es sich gut ausruhen lässt. Denn selbst in den heißesten Regionen ist sie Schattenspender, zumal ihre immergrünen Wipfel nicht unter der sengenden Sonne vertrocknen. So steht die Palme seit alters her für das Leben, während ihr hoch zum Himmel aufragender Stamm als Sinnbild des Sieges gilt.

Schon in der Antike überreichten Herrscher ihren Soldaten nach einer gewonnenen Schlacht Palmzweige. Auch Athleten wurden mit solchen Zweigen ausgezeichnet. Im Orient wurden Palmen als heilige Bäume verehrt; im Judentum galten sie als Sinnbild der Königsherrschaft. Die Christen sahen in ihnen später ein Symbol für den Triumph über Sünde und Tod. 

So markiert der "Palmsonntag" nicht von ungefähr den Auftakt der sogenannten "Heiligen Woche", in der Christen das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Jesu Christi feiern. Dieser Sonntag vor Ostern erinnert zunächst an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem ihn das Volk mit Palmwedeln und begeisterten Hosianna-Rufen wie einen siegreichen Herrscher begrüßte und dem es seine Kleider zu Füßen legte. Zugleich aber verweist der Palmsonntag bereits auf das Leiden und Sterben Christi, indem die Passionsgeschichte verkündet wird. Und wenn heutzutage bei der Palmprozession grüne Zweige durch die Straßen getragen werden, dann verbinden die Gläubigen damit die Gewissheit, dass auf den Karfreitag der Ostermorgen folgt. Das heißt, sie vertrauen auf die Zuversicht, dass am Ende das Leben über den Tod siegt. So ist der Palmzweig schon in frühchristlicher Zeit ein besonderes Symbol für die Hoffnung geworden, dass Leiden und Tod nicht das letzte Wort haben. 

Auf Darstellungen von Heiligen in der Bildenden Kunst dient das Beiwerk eines Palmzweigs in der Hand immer dazu, einen Märtyrer – einen sogenannten "Blutzeugen" – auszuweisen, der wegen seines Glaubens verfolgt und getötet wurde. In dem Buch der Offenbarung schreibt sein Verfasser Johannes über die aus irdischer Bedrängnis geretteten Menschen: "Ich sah eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen" (Offb 7,9). Mit dieser Vision vom Ende der Welt, die er mit Bildern und Symbolen umschreibt, wendet sich Johannes an die im Römischen Reich unterdrückten Christen und spricht ihnen Mut zu. Er schildert, wie ihre einst vom Blut durchtränkten Kleider weiß gewaschen sind: Nun stehen die Toten aufrecht vor Gott und tragen Palmzweige in ihren Händen als Zeichen dafür, dass Gott sie auferweckt hat in ein neues Leben. 

Mit dem Palmzweig verbindet sich die Hoffnung, dass eines Tages alles Leiden und alle Trauer ein Ende haben. Für alle, die von einem geliebten Menschen Abschied nehmen mussten und in schweren Stunden um ihn trauern, kann die verheißene Auferstehung eine tröstliche Botschaft sein. 

Dr.  Eva-Maria Will

Dr. Eva-Maria Will

Referentin für Trauerpastoral

Sandra Behrendt

Sandra Behrendt

Sachbearbeitung

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