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Rose

Bild von einem Grabstein auf dem eine Rose abgebildet ist Bild von einem Grabstein auf dem eine Rose abgebildet ist

Rose

Wer Rosen verschenkt – zumal rote – verbindet damit meistens eine Liebeserklärung. Rosen gehören zur Sprache der Liebenden, mit denen diese ihre Verehrung, Hingabe und Leidenschaft formulieren. Denn die (rote) Rose steht für das Urbild der Liebe, für Lebensfreude, Schöpfungskraft und Fruchtbarkeit – auch für Schönheit und Reinheit.

In der christlichen Tradition gilt die Rose als Blume des Paradieses. Schon im alttestamentlichen Hohelied der Liebe wird beschrieben: "Wie eine Rose unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Töchtern“ (Hld 2,2). Gemeint ist ihre Erhabenheit, mit der sie als etwas ganz Besonderes unter den anderen hervorsticht. Andererseits legt gerade die rote Rose ihre Verbindung zu dem blutigen Leidensgeschehen Jesu auf Golgata nahe: zu den Wunden und dem Martyrium Jesu Christi. Die Dornen sind in diesem Zusammenhang Sünde und Schmerz und die Jungfrau Maria als „Rose ohne Dornen", wie es von ihr heißt, die geheimnisvolle oder himmlische Rose – die sogenannte "Rosa mystica" –, die in ihrem Schoß Jesus empfing. 

Während die klassische Rose in der römischen Mythologie der Liebesgöttin Venus zugeordnet war, gilt sie im Christentum als typische Marienblume und symbolisiert die Reinheit und Unschuld der Gottesmutter. Ist Maria in der christlichen Kunst mit einer weißen Rose in der Hand oder gar in einem Rosenhag dargestellt, soll damit ihre Jungfräulichkeit zum Ausdruck kommen. Ist sie rot, wird damit ihre Verbindung zum Kreuzestod ihres Sohnes angesprochen. Einer Legende nach hat die Rose im Paradies keine Dornen getragen. Erst der Sündenfall und die Vertreibung von Adam und Eva sollen dafür verantwortlich sein, dass der Rose Dornen gewachsen sind. 

Im 5. Jahrhundert wurde Maria von dem Dichter Sedulius mit einer aus Dornen entsprungenen Rose verglichen. Darauf nimmt auch das bekannte Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert, "Es ist ein Ros’ entsprungen", Bezug, in dem Maria der Rosenstock ist, der aus der Wurzel Jesse (Davids Vater) wächst. Und der Rosenstock bringt das "Blümlein" hervor, welches Jesus ist. Das ebenfalls populäre Adventslied "Maria durch ein’ Dornwald ging" hingegen spielt auf die Wanderung der schwangeren Maria zu Elisabeth an, wobei dieser Abschnitt aus dem Lukasevangelium mit dem Motiv vom abgestorbenen Dornwald ausgeschmückt ist, einem Sinnbild der Unfruchtbarkeit und des Todes, der beim Vorübergang Mariens mit dem göttlichen Kind zu blühen beginnt. 

Wer Rosen – oder auch nur eine – auf einem Grab ablegt, formuliert seine Liebe ein letztes Mal stumm. Und er vertraut, dass dieses Bekenntnis ankommt – auch wenn der andere nicht mehr da ist, nicht mehr antworten kann. Die Rose als ein Zeichen von Vollkommenheit steht für eine Liebe, die den Tod überdauert und nicht mehr vergeht. 

Dr.  Eva-Maria Will

Dr. Eva-Maria Will

Referentin für Trauerpastoral

Sandra Behrendt

Sandra Behrendt

Sachbearbeitung

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