Lesejahr A | 28. Sonntag im Jahreskreis

28. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr A

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Bibeltext: Mt 22, 2 - 10

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In Leichter Sprache

Jesus erzählt eine Geschichte über die Hochzeit
von einem Königs-Sohn.
Als Jesus lebte, gab es mächtige Männer.
Die mächtigen Männer wollten alles zu sagen haben.
Und alles bestimmen.
Zum Beispiel was die Menschen tun sollen.
Und was die Menschen sagen dürfen.
Und was die Menschen von Gott glauben sollen.
Die mächtigen Männer passten genau auf die Menschen auf.
Die mächtigen Männer passten auch auf Jesus auf.
 
Jesus sagte zu den Menschen:

Ihr sollt auf Gott hören.
Ihr sollt tun, was Gott sagt.
Ihr sollt nicht tun, was die mächtigen Männer sagen.
Die mächtigen Männer denken nur an sich selber.
 

Die mächtigen Männer waren wütend auf Jesus.
Die mächtigen Männer sagten:

Jesus hat keine Ahnung von Gott.
Was Jesus sagt, ist falsch.

Jesus erzählte den mächtigen Männern eine Geschichte.
Damit wollte Jesus erklären, wie Gott wirklich ist.
 
Die Geschichte ging so:
 
Es war einmal ein König.
Der König hatte einen Sohn.
Der Sohn wollte heiraten.
Der König bereitete die Hochzeit für den Sohn vor.
Der König hatte viele Gäste eingeladen.
Endlich war die Hochzeit.
Alles war vorbereitet.
Das Essen war fertig.
Der Tisch war feierlich gedeckt.
Das Hochzeits-Paar war auch da.
Nur die Gäste fehlten noch.
 
Kein einziger kam zur Hochzeits-Feier.
Der König schickte die Diener los.
Die Diener sollten die Gäste holen.
Aber die Gäste hatten keine Lust.
Die Gäste wollten nicht kommen.
Ganz im Gegenteil.
Einige Gäste verhauten die Diener.
Einige Gäste brachten sogar die Diener vom König um.
 
Der König wurde wütend.
Der König tobte.
Der König schickte Soldaten.
Die Soldaten machten die Häuser von den Gästen kaputt.
 
Der König sagte zu den Dienern:

Die Gäste sollen nicht mehr zu unserer Hochzeit kommen.
Jetzt sollen andere Gäste kommen.
Zum Beispiel Obdachlose von der Straße.
Oder arme Leute.
Oder Leute, die keine Freunde haben.
Guckt, wo Leute sind.
Ladet die Leute ein.

 
Die Diener gingen überall herum.
Und luden die anderen Leute ein.
Die Leute freuten sich.
Der Festsaal wurde voll.
Alle Gäste setzten sich an den Tisch.
 
-------- Ende Kurzfassung--------
 
Der König freute sich.
Der König schaute die Gäste an.
Alle Gäste hatten sich schick gemacht.
Und gewaschen.
Und ordentlich gekämmt.
Nur ein Mann nicht.
Der Mann sah gammelig aus.
 
Der König fragte den Mann:

Warum hast Du dich nicht für die Hochzeit schön gemacht?
Wenigstens ein bisschen?

Der Mann gab keine Antwort.
 
Der König wurde sauer.
Der König sagte zu den Dienern:

Fesselt diesen Mann.
Werft den Mann raus.
Der Mann hat sich für die Hochzeit kein bisschen feierlich angezogen.

 
Der König sagte:

Es waren sehr viele Leute zur Hochzeit eingeladen.
Aber nur wenige Leute freuen sich auf die Hochzeit.
Und machen sich für die Hochzeit schön.

 

© evangelium-in-leichter-sprache.de

 

Zum Eintrag auf Evangelium in Leichter Sprache

Für Kinder:

Vielleicht kennst du das ja auch: da lädt dich einer ein und eigentlich fändest du es ja auch ganz schön, zu feiern. Aber dann musst du erst noch etwas erledigen, und dann ist da ein anderer, mit dem du vorher noch was klären musst und dann hast du dich ja auch noch mit einem dritten verabredet...und das geht alles vor.

 

Gott lädt die Menschen ein: wir sollen das Leben als Fest mit ihm feiern. Aber so viele andere Dinge sind wichtiger: das Taschengeld, die guten Noten, das tolle neue T-Shirt....

Da kann es passieren, dass wir das Fest des Lebens verpassen.

Gott sagt: Ich hab dich lieb! Du bist mir wichtig, egal, ob du viel oder wenig Geld hast, egal ob du gute oder schlechte Noten schreibst, egal ob du tolle oder olle Klamotten besitzt: Du bist wichtig, wie du bist! Komm und feiere mit mir. Lass dich stärken mit Brot und Wein und Zuversicht: dann wird das Leben ein Fest!

 

Übrigens: mit dem Gleichnis wollte Jesus die Hohepriestern und Ältesten warnen. Gott läst euch ein. Bedenkt, was passiert, wenn ihr seine Botschaft, die ich euch sage, nicht annehmt. So war das auch in den Evangelien der vergangenen beiden Wochen. Aber das ist mal wieder eine lange Geschichte....

 

(Efi Goebel)

Für Erwachsene:

Wieder ein verstörendes Gleichnis Jesu. Da wird ein König böse und bringt seine Untertanen um. Und es drängt sich der Verdacht auf, damit seien Gott und die Menschen gemeint. Erst bei näherem Hinsehen zeigt sich eine ganz andere Erklärung für die Szenerie.

In diesem Gleichnis drückt Jesus wie in all seinen Gleichnissen einen komplizierten theologischen Sachverhalt in Bildern aus, die jeder seiner damaligen Zuhörer leicht verstehen konnte. Heute wird, wie am letzten Sonntag schon, über die Ablehnung gesprochen, auf die Jesus stößt. Gott-Vater sendet seinen Sohn in die Welt, er wird also selber Mensch, um den Menschen die frohe Botschaft von der Geborgenheit in Gottes grenzenloser Liebe zu sagen. Aber so sind die Menschen in Israel: Sie wollen davon nichts hören, und schließlich bringen sie Jesus um, weil sie ihn sonst nicht zum Schweigen bringen können. Gott erfährt also eine gewaltige Abfuhr. Und die Kreuzigung steht Jesus schon klar vor Augen, als er den Leuten dieses Gleichnis erzählt.

Erst jetzt – nach der Ablehnung durch die Menschen in Israel, Gottes eigenem Volk - wendet sich Gott auch an die Menschen außerhalb Israels, die so genannten Heiden, und lädt sie ein. Tatsächlich konnten Paulus und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter später viele Heiden, also Griechen und Römer, zum christlichen Glauben bekehren. Auch das sieht das Gleichnis schon voraus. Herkunft und Nationalität sind für Gott uninteressant. Jeder, wirklich jeder ist gemeint, wenn Gott seine Liebe offenbaren will.

Aber dann wird geschildert, dass einer von den spontan eingeladenen Gästen kein Hochzeitskleid anhat. Warum sollte er auch, wenn er überraschend von der Straße hereingebeten wird? Das Hochzeitsgewand steht für die Bereitschaft, sich der Liebe Gottes zu öffnen, sie anzunehmen und sich entsprechend zu verhalten. Das können manche Menschen nicht, manchmal wohl auch wir selber nicht. Aber wer sich über die Geborgenheit in Gottes Liebe nicht von Herzen freuen kann, der hat nichts davon. Gott hat seinen Teil getan. Jetzt sind wir an der Reihe, uns sein Wort sagen zu lassen, seine bedingungslose Liebe anzunehmen und uns mit der ganzen Person lieben zu lassen. Alles andere ist zum Heulen und Zähneklappern.

 

(Diakon Dr. Andreas Bell)

 


 

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