Gotteslob - Nr. 82 | Gotteslob - Ideen für Familien

Nr. 82 – Behutsam still und leise nimmst du fort – Es werde, es werde

Foto_Film  Film/ Impuls

 

Zu dem Bibeltext soll ein Video-Comic erstellt werden.

Wie sollen die Zeichnungen aussehen? Was muss zu sehen sein? Was kann nicht gut gezeichnet werden und soll doch mit ins Bild? Welche Musik kann die entsprechende Stelle interpretieren?

GespraechBibelgeschichte  Impuls, Bibelgeschichte

 

 

Die biblische Schöpfungsgeschichte als poetische Erzählung

 

Die erste biblische Schöpfungsgeschichte erzählt auf poetische Weise von der Erde als Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen. Dabei geht es dem biblischen Text um die philosophische Frage nach dem Sinn und Ziel der Erde, nicht um die naturwissenschaftliche Frage nach deren Ursprung und Entwicklungsschritten. Der Text gibt aus der Glaubensperspektive eine Antwort auf die Frage, warum die Erde ist, wie sie ist. So erzählt er von Gott, von der Welt und von den Grundlagen des Lebens. Und von Vertrauen, Zu-Trauen und Verantwortung.

 

Die Erzählung über die Erschaffung der Welt steht im ersten Buch der Bibel. Christen teilen diese Erzählung mit den Juden. Und auch der Koran überliefert die Erschaffung der Welt in sechs Tagen sowie die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau.

 

Im Anfang – wüst und wirr

 

„Die Erde aber war wüst und wirr.”

 

Zu Beginn ist auf der Erde alles öde, verwirrend, ungeordnet – nicht schön anzusehen  und lebensfeindlich. Ein Durcheinander, in dem man weder leben kann noch leben möchte.

 

Tag 1 – Licht und Raum

 

„Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.

Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis

und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag.”

 

Licht kommt in die Dunkelheit: Ein Lichtkegel auf einer dunklen Bühne kann einen Raum umreißen. Leben braucht Raum. Dem Leben Raum zu geben ist der erste Akt schöpferischen Handelns.

 

Zugleich ist das Licht das Kennzeichen des Tages. Erst im Kontrast wird Nacht und Tag erfahrbar.

 

Tag 2 – Wasser

 

„Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser und scheide Wasser von Wasser.

Gott machte also das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes. So geschah es

und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend und es wurde Morgen: zweiter Tag.”

 

Das Wasser ist der erste Lebensraum. Die Schöpfungserzählung beschreibt, wie er geteilt wird und so aus einseitigem vielfältiger Lebensraum entsteht.

 

Tag 3 – Land und Pflanzen

 

„Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an einem Ort, damit das Trockene sichtbar werde. So geschah es.

Das Trockene nannte Gott Land und das angesammelte Wasser nannte er Meer. Gott sah, dass es gut war.

 

Dann sprach Gott: Das Land lasse junges Grün wachsen, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, und von Bäumen, die auf der Erde Früchte bringen mit ihrem Samen darin. So geschah es.

Das Land brachte junges Grün hervor, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, alle Arten von Bäumen, die Früchte bringen mit ihrem Samen darin. Gott sah, dass es gut war.

Es wurde Abend und es wurde Morgen: dritter Tag.”

 

Der dritte Tag beschreibt das Entstehen der Pflanzen: nachdem im Chaos Zeit und Raum für Entwicklung geschaffen wurde, wird nun erzählt, dass Nahrungsgrundlage für alles Leben auf der Erde gelegt wird.

 

Tag 4 – Sonne, Mond und Sterne

 

„Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen Zeichen sein und zur Bestimmung von Festzeiten, von Tagen und Jahren dienen”

 

„Gott machte die beiden großen Lichter, das größere, das über den Tag herrscht, das kleinere, das über die Nacht herrscht, auch die Sterne.

Gott setzte die Lichter an das Himmelsgewölbe, damit sie über die Erde hin leuchten”

 

„Gott sah, dass es gut war.

Es wurde Abend und es wurde Morgen: vierter Tag.”

 

Mit der Beschreibung der Erschaffung der Gestirne rückt nun der Zeitaspekt in den Vordergrund: Sonne, Mond und Sterne bieten die Grundlage zur Einteilung von Zyklen und Rhythmen, die alles Leben zur guten Entwicklung braucht. Zugleich dienen sie als Fixpunkte zur Orientierung im Raum.

 

Tag 5 – Fische und Vögel

 

„Dann sprach Gott: Das Wasser wimmle von lebendigen Wesen und Vögel sollen über dem Land am Himmelsgewölbe dahinfliegen.

Gott schuf alle Arten von großen Seetieren und anderen Lebewesen, von denen das Wasser wimmelt, und alle Arten von gefiederten Vögeln. Gott sah, dass es gut war.

Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch und bevölkert das Wasser im Meer und die Vögel sollen sich auf dem Land vermehren.

Es wurde Abend und es wurde Morgen: fünfter Tag.”

 

Die Bühne ist frei für das Leben: Nachdem Raum (Tag1), Lebensgrundlagen (Tag 2 und 3) und Zeit (Tag 4) beschrieben wurden, erzählt der Schöpfungsbericht nun von der ‚Belebung‘ der Erde: Wasser- und Flugtiere treffen auf eine lebensfreundliche Umwelt.

 

Tag 6 – Die Tiere an Land und der Mensch

 

„Dann sprach Gott: Das Land bringe alle Arten von lebendigen Wesen hervor, von Vieh, von Kriechtieren und von Tieren des Feldes. So geschah es.

Gott machte alle Arten von Tieren des Feldes, alle Arten von Vieh und alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden. Gott sah, dass es gut war.

 

Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land.

Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.

Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.”

 

„Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut. Es wurde Abend und es wurde Morgen: der sechste Tag.”

 

Der Schöpfungsbericht beschreibt, wie alle Lebensräume – Wasser, Luft und Erde – von Leben erfüllt sind. Und das für alles Leben gut gesorgt ist.

 

Der Mensch nimmt unter den Geschöpfen eine besondere Rolle ein: Er gleicht dem Schöpfer, ist Mit-Schöpfer des weiteren Welt-Verlaufs. Seine Aufgabe ist das Beschützen, nicht das Ausnutzen der Schöpfung.

 

Tag 7 – Ruhe und Segen

 

„Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte.

Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte.”

 

Mit dem 7. Tag fasst der Schöpfungsbericht den Sinn der Schöpfung zusammen: Der Mensch und mit ihm die ganze Schöpfung sind geborgen in Gottes Hand und ihm unendlich wertvoll. Der Mensch, der die Schöpfung ‚in der Hand‘ hat, ist zugleich geborgen in Gottes Hand. Die Ruhe am 7.Tag dient dazu, sich dieser Beziehung immer wieder bewusst zu werden und aus ihr zu leben.

 

Efi Goebel

Gespraech  Impuls

 

Diskussion: Der Mensch nimmt unter den Geschöpfen eine besondere Rolle ein: Er gleicht dem Schöpfer, ist Mit-Schöpfer des weiteren Welt-Verlaufs. Seine Aufgabe ist das Beschützen, nicht das Ausnutzen der Schöpfung.

 

Gespraech  Buchtipp


Rainer Oberthür: Das Buch vom Anfang von allem
Bibel, Naturwissenschaft und das Geheimnis unseres Universums
 

Rainer Oberthür erzählt die Geschichte vom Anfang der Welt auf zweierlei Weise: die Geschichte vom Urknall bis zur Entstehung des Lebens auf unserer Erde und die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel, ein Loblied auf Gott, der die Welt in sieben Tagen erschaffen hat.

Beide Geschichten können unabhängig voneinander gelesen werden. Aber wer sie miteinander liest, begreift: Alle Dinge, die wir sehen, können wir doppelt anschauen – als Tatsache und als Geheimnis. Ein grandios gestaltetes Buch, faszinierend und voller Entdeckungen für Kinder wie Erwachsene.