Godly Play - Gott im Spiel

Godly Play ist ein Konzept spiritueller und religiöser Bildung. Junge und ältere Menschen werden dazu eingeladen, den existentiellen Herausforderungen des eigenen Lebens auf die Spur und dabei Gott nahe zu kommen in Geschichten, miteinander und mit sich selbst.

2. Mai 2018

Was ist Godly Play?

Godly Play ist ein Konzept spiritueller und religiöser Bildung. Junge und ältere Menschen werden dazu eingeladen, den existentiellen Herausforderungen des eigenen Lebens auf die Spur und dabei Gott nahe zu kommen in Geschichten, miteinander und mit sich selbst. Die christliche Sprache sowie die nonverbale Symbolik helfen dabei auf spielerische und zu-gleich vertiefende Weise. In der achtsamen und aufmerksamen Haltung der Leitenden, der Bereitstellung einer offenen Lernumgebung und vielen anderen Elementen nimmt Godly Play Impulse aus der Montessori-Pädagogik auf. Die deutsche Adaption des Konzeptes heißt "Gott im Spiel". Godly Play findet Anwendung in der Arbeit mit Kindergartenkindern, in der Erstkommunionvorbereitung, aber auch in der geistlichen Begleitung von Erwachsenen und Senioren.

Geschichten

Godly Play steht in der Tradition mündlicher Überlieferung lebensdeutender Geschichten. Ob biblische Glaubensgeschichten, Gleichnisse oder Darbietungen zur Symbolsprache des christlichen Glaubens – in einer Godly Play-Einheit werden Geschichten erzählt und miteinander im Gespräch ergründet.

Kreativität und Freispiel

Kinder, junge Menschen und Erwachsene haben ein Gespür für die Geheimnisse und großen Fragen des Lebens – aller-dings in je individuellen, altersbezogenen, thematischen Interessen, Rhythmen und Ausdrucksformen. Deshalb legt Godly Play Wert darauf, selbstgesteuerte und geschützte Räume des individuellen Erkundens und der Selbstbildung anzubieten. Einer Phase kreativen Freispiels kommt dabei besondere Be-deutung zu.

Raum

Ein Godly Play-Raum hält in niedrigen Regalen ringsum speziell entwickelte, ästhetisch und handwerklich anspruchsvolle Materialien bereit. Dadurch sind die Anwesenden, wenn sie im Kreis sitzen oder sich kreativ beschäftigen, ständig von anderen, vertrauten oder noch unbekannten Geschichten umgeben und lernen, Verknüpfungen herzustellen.

Zeit

Eine Godly Play-Einheit umfasst 4 Phasen: Im Ankommen und Kreis-bilden wachsen die Anwesenden hinein in die Ruhe des Raumes, gemeinsam mit dem/r ErzählerIn auf dem Fußboden sitzend. Im Hören, Sehen und Sprechen finden sie ihre Wege in eine Geschichte hinein. Danach können sie individuelle, kreative Ausdrücke gestalten. Einem kleinen, gemeinsamen Fest mit der Einladung zum Gebet folgt eine persönlich-zusprechende Verabschiedung.

 

In Zeit und Raum, mit Sprache und Beziehungen wird die Vorstellungskraft der Anwesenden dazu herausgefordert, selbst teilzunehmen am ewigen Spiel des Suchens und Findens, des Gesucht-Werdens und Gefunden-Werdens.

Zum Autor

Markus Rischen

Pastoralreferent (Dipl. Theol). Tätigkeit als Seelsorger in vier Gemeinden (Kinderkirche und und Kitas) und als Regionalreferent in der Gemeindepastoral im Erzbistum Köln.

 

Markus Rischen eine EMail schreiben