Ideal und Wirklichkeit - wie Katechese mit Familien gelingen kann.

ein Beitrag von Prof. Patrik Höring im Pastoralblatt.

7. Juni 2018

In seinem Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Pastoralblatt beschäftigt sich Prof. Patrik Höring mit der Frage: „Wie lässt sich Elternarbeit bzw. Familienkatechese konstruktiv in die Erstkommunionvorbereitung integrieren?” Ausgangspunkt seiner Suche ist ein Beitrag des Tübinger Religionspädagogen Albert Biesinger, der seinerseits fordert, Eltern „endlich mehr zuzutrauen.” Damit wird Biesinger zum Kronzeugen einer Haltung, die bereits das Allgemeine Direktorium für die Katechese (ADK) formuliert: Eltern sind die ersten Erziehenden im Glauben (ADK 255): „Die Familie hat als Ort der Katechese einen einzigartigen Vorzug.”

 

Ideal und Wirklichkeit

Patrik Höring unternimmt den längst überfälligen Versuch, das im Allgemeinen Direktorium formulierte Ideal in Bezug zur familiären Wirklichkeit zu setzen. Dabei macht er deutlich, dass die Wirklichkeit familiären Lebens deutlich komplexer und vielfältiger ist, als die Verfasser des ADK voraussetzen.

 

Es wird klar, „wie sehr eine Erstkommunionkatechese letztlich scheitern muss, solange sie ein singulärer Lernprozess innerhalb der Biographie des einzelnen wie im Leben der Gemeinde bleibt.” Die Eltern - so Höring weiter- sind längst selber mehr Adressaten als Vermittler katechetischen Handelns geworden: „Erstkommunionkatechese ist für viele Eltern ein Neubeginn und wird daher eher “missionarisch - evangelisierende Lernformen” vorsehen müssen, als eine strukturierte [...] Einführung in den Glauben.”

Katechese in der konkreten Lebenssituation

Ernst zu nehmen ist dieser Einwand Hörings vor allem dann, wenn klar ist, dass Katechese ein Beziehungsgeschehen ist, in dem alle Beteiligten zugleich Lernenende und Lehrende sind. Es geht - verkürzt gesagt - um das Entdecken der Spuren Gottes in der je eigenen Lebenssituation. „Daher wäre für eine familiensensible Katechese rund um die Erstkommunion (und darüber hinaus!) zu plädieren - eine Katechese, die nicht allein die Verantwortung der Eltern für die Glaubenserziehung zum Ausgangspunkt nimmt, sondern die konkrete Lebenssituation…”

 

Patrik Höring beschreibt einen zunächst diakonischen Ansatz: „Eine solche Lebenshilfe aus dem Glauben würde auch danach fragen, welche Ressourcen Familien heute zur Lebensbewältigung brauchen.” Beispielhaft führt er Erfahrungen aus der deutschen Diaspora und den USA an, die zeigen, wie eine solche Katechese gelingen kann.

 

Insgesamt formuliert Höring eine lesenswerten Zwischenruf, der zum Weiterdenken und Ausprobieren anregt und dazu folgende Leitfragen bereit hält: 

  • Wo finden wir alltags- und familienbiographisch relevante Ereignisse, die Ausgangspunkt katechetischen Handelns sein können?
  • Welche Hilfestellungen kann die Gemeinde geben?

Den ganzen Artikel finden sie hier:

Patrik C. Höring: Eltern endlich mehr zutrauen? Chancen und Grenzen einer familiensensiblen Erstkommunionkatechese. In: Pastoralblatt 6/2018, 163-170.