Schmieden, filmen, laufen und über Gott reden

Reger Austausch beim ersten "Forum Katechese" in und um Alteneberg - ein Beitrag der Kölner Kirchenzeitung.

9. Juli 2018

Was haben Schmieden, Trickfilme erstellen und ein Staffellauf mit Katechese zu tun? Eine ganze Menge, wie man beim ersten „Forum Katechese“ am vergangenen Wochenende in Altenberg erfahren konnte.

Ein Text von Almud Schricke

Kraftvoll lässt Edith Eicken den schweren Schmiedehammer niedersausen. Auf dem Amboss liegt ein Stück Stahlblech, aus dem ein Kreuz hervorgebrochen werden soll. Sie sei ein kreativer Mensch und wolle einen neuen Werkstoff kennenlernen, berichtet Eicken, die in der Gemeinde St. Antonius in Wuppertal 23 Jahre lang in der Erstkommunionkatechese aktiv war und nun die Treffen mit den Eltern der Kommunionkinder gestaltet. „Gemeinschaft erleben, etwas für den eigenen Glauben tun und neue Methoden kennen  lernen“ – das waren für sie die Gründe, am „Forum Katechese“ teilzunehmen. Das Schmieden von Kreuzen könne eine tolle Methode sein, um auch mit eher zurückhaltenden Eltern über den Glauben ins Gespräch zu kommen, findet Eicken.

Ein neues Format für Haupt- und Ehrenamtliche

Kreuze schmieden war einer von mehr als 20 Workshops, die am Samstagnachmittag in und um Haus Altenberg angeboten  wurden. Rund 100 Frauen und Männer waren zu der zweitägigen Veranstaltung unter dem Motto „Entdecken. Erleben. Weitergeben“ gekommen. Am Freitagabend standen nach einer Vigil im Altenberger Dom das Kennenlernen und die Begegnung im Mittelpunkt. Am Morgen ging es nach einem kabarettistischen Einstieg um Grundlagen der Katechese und die persönliche Haltung, bevor am   Nachmittag die Workshops und zum Abschluss ein Tauferinnerungsgottesdienst auf dem Programm standen. Das neue  Veranstaltungsformat möchte haupt- und ehrenamtlich Engagierte in der Katechese miteinander vernetzen, erklärte Diakon Tobias Wiegelmann, Referent für Katechese und Sakramentenpastoral im Erzbistum Köln.

Katechese bewegt

Außerdem konnten die Teilnehmer unterschiedliche Katechese-Methoden kennenlernen. Bei einem Staffellauf im Innenhof ging es darum, zehn vorher festgelegte Gottesbegriffe zu sammeln, die auf Schildern an einer Stellwand hingen – und das im Wettlauf mit  zwei Gruppen. „Man kann verschiedene sportliche Elemente nutzen, um über Gott ins Gespräch zu kommen“, erklärte  Sozialpädagogin Bettina Urbanczyk. Sie ermutigte Katecheten dazu, dies zum Beispiel in einer Firmkatechese einzusetzen. „Es erleichtert einem, einen Zugang zu Lebens- und Glaubensthemen zu erhalten.“ Demnächst werde dazu auch eine Arbeitshilfe mit dem Titel „Bewegte Firmung“ erscheinen.

Verschiedene Methoden entdecken

Beim Workshop „Trickfilmkatechese“ ging es darum, mithilfe von Playmobil-Figuren eine biblische Erzählung nachzustellen, einzelne Szenen zu fotografieren und die Bilder als Film zusammenzuschneiden. Das könne in der Erstkommunionkatechese, aber auch
mit älteren Jugendlichen eine gute Herangehensweise an biblische Geschichten sein, sagte Referentin Lea Hößl. „Die Kinder und Jugendlichen können sich auf diese Weise besser in die Figuren hineinversetzen.“ Sie machten sich viele Gedanken darüber, wie man mit der Körperhaltung einer Figur zum Beispiel Trauer ausdrücken könne. Als Arbeitshilfe verwies Hößl auf die Bibel in leichter Sprache und die Bibelbilder zum Ausmalen.

Was sagen die Teilnehmenden?

„Die Workshops und Impulse waren toll“, fand Teilnehmer Holger Wirtz, Jugendreferent der Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer und Mariä Himmelfahrt in Erkrath. Er hatte bereits beim Workshop „Männer begeistern“ mitgemacht und sich danach das Thema „Jungen in der Katechese“ vorgenommen. Um Menschen zu erreichen, müsse man etwas Besonderes anbieten, sagte Wirtz. Dabei seien viele Elemente relativ einfach und ohne lange Vorbereitung umzusetzen. „Ich nehme viele neue Ideen mit.“