Sensation im Vatikan! Papst errichtet neues kirchliches Amt des Katecheten.

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Herzliche Einladung Forum Katechese 2022

Forum Katechese

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Unter diesem Motto möchte das Forum Katechese eine Plattform für Katechetinnen und Katecheten bieten, um über Methoden und Inhalte in Austausch zu kommen. Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Beiträge zu katechetischen Themen.
Darüber hinaus freuen wir uns Sie auf unserem jährlichen Treffen im Haus Altenberg begrüßen zu dürfen!

Mit seinem Schreiben „Antiquum Ministerium“ hat Papst Franziskus am 10. Mai 2021 den „laikalen Dienst des Katecheten […] errichtet“ und wird dazu noch einen eigenen Beauftragungsritus herausgeben. Von „Katechetinnen“ ist zwar nicht die Rede, aber wie schon bei der Korrektur des Kirchenrechts bezüglich der Zulassung von Frauen zu Lektorat und Akolythat steht das Amt auch Frauen offen. Warum ist diese Entscheidung von Belang, nehmen doch schon unzählige Frauen und Männer diesen Dienst in ihren Gemeinden bereits wahr?

1. Juni 2021

Ein neues „laikales“ Amt – aber dann doch nicht für alle

Zunächst: Offensichtlich sind Korrekturen in der Kirche möglich – und Innovationen anscheinend auch. Dennoch ist das Ganze nicht ohne Problematik. Formal ist dieses neue Amt nämlich nicht ganz identisch mit dem, was wir hierzulande unter ‚Katechetendienst‘ verstehen. Wie Erzbischof Rino Fisichella, Präsident des Päpstlichen Rats für die Neuevangelisierung, bei der Vorstellung des Schreibens erläuterte, handelt es sich bei diesem neuen Dienst um eine längerfristige Indienstnahme jener, die vorhaben, „ihr ganzes Leben der Katechese zu widmen“. Das wird kaum auf jene zutreffen, die für ein, zwei Jahrgänge, mitunter freilich auch länger, in der Sakramentenvorbereitung in den vielen Pfarreien ehrenamtlich mitwirken. Fisichella stellt daher auch klar, dass „offensichtlich“ sei, dass „nicht alle, die heute als Katechet tätig sind, Zugang zum Dienst des Katecheten erhalten werden“. Stellt man also den bisherigen Katecheten/innen nun den Stuhl vor die Tür? 

Katecheten leiten Gemeinden

Spannend wird es ebenfalls, wenn Franziskus in „Antiquum Ministerium“ davon spricht, dass „zahlreiche fähige, standhafte Katecheten […] auch in unseren Tagen in verschiedenen Regionen der Welt Gemeinden [leiten]“. Damit beschreibt Franziskus eine Situation in vielen Weltgegenden, in denen, insbesondere Frauen, in Ermangelung von Priestern oder Diakonen das Gemeindeleben zusammenhalten sowie Wort und Sakrament teilen. Wie sich das zur im letzten Sommer von der Kleruskongregation publizierten Mahnung verhält, Laien könnten keine Gemeinden leiten, weil dies die Gefahr berge, „den wesentlichen Unterschied zwischen dem allgemeinen und dem besonderen Priestertum […] zu verdunkeln“, bleibt wohl ein Rätsel. 

Was steckt dahinter?

Die Initiative schließt zum einen an das Bemühen von Papst Franziskus an, die Evangelisierung und damit auch die Katechese zu fördern und zu stärken. Dazu gab es im letzten Sommer schon ein neues „Direktorium für die Katechese“. Zum anderen greift er den Vorschlag der Amazonassynode auf, die neue Dienste und Ämter erbat. 

Bewegung in der Ämterfrage?

Indem Franziskus ein neues Amt errichtet, dessen Einführung in Deutschland entweder überflüssig oder – aus den oben genannten Gründen – problematisch erscheint, wird überdies deutlich: Kirche hat offensichtlich die Macht und die Befugnis, auch heute neue Dienste und Ämter einzurichten und Zugangswege zu verändern. Warum sollte dies nicht auch für die als Sakramente verstandenen Ämter von Bischof, Priester und Diakon gelten?  So bleibt am Ende die Frage: Wagt Franziskus hier einen ersten Schritt der Öffnung? Oder soll den diesbezüglich kritisch Nachfragenden ein Sedativum verabreicht werden, um die aktuell auch auf dem „Synodalen Weg“ von Bischofskonferenz und Zentralkomitee der deutschen Katholiken geführte Diskussion um viri probati und die Weihe von Frauen zum Verstummen zu bringen? 

Der Autor

Patrik Höring ist Professor für Katechetik und Didaktik des Religionsunterrichts an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) und Mitarbeiter im Institut für Kinder- und Jugendpastoral im Erzbistum Köln „Religio Altenberg“