So geht das! 4 Tipps für Zeitmanagement in der Katechese

Nicht nur Hauptamtliche brauchen ein funktionierendes Zeitmanagement. Gerade die ehrenamtlichen Helfer möchten und können nicht mehr Zeit investieren als für ein gutes Ergebnis nötig ist. Das gilt auch für die Katechese.

18. April 2018

Was bitte haben Zeitmanagement und Katechese miteinander zu tun?

So oder so ähnlich fragst Du dich sicherlich gerade. Und ehrlich gesagt, stelle Ich mir diese Frage gerade auch beim Schreiben.

Deshalb Danke ich dir zunächst, dass du mit dem Lesen begonnen hast.

Ich bin Pastoralreferent und neben vielen anderen Feldern für die Erstkommunionvorbereitung in unserer Gemeinde verantwortlich.

Daher weiß ich Katechese und im speziellen Sakramentenkatechese bedeutet viel Arbeit! Unzählige Dinge wollen beachtet werden. Von A - wie Anschreiben bis Z - wie Zelebrant. Und es treffen viele verschiedenste Ideen und Wünsche aufeinander.

Dabei brauchen nicht nur Hauptamtliche gute Nerven und ein funktionierendes Zeitmanagement. Gerade die ehrenamtlichen Helfer möchten und können nicht mehr Zeit investieren als für ein gutes Ergebnis nötig.

Die meisten Katecheten sind inzwischen berufstätig, haben eine Familie und engagieren sich nicht nur an einer Stelle der Gemeinde. Viele haben sogar noch andere Hobbies nur für ihr eigenes Wohl.

Wie funktioniert also Zeitmanagement in der Katechese?

1. Frage immer erst: "Warum"

Wir sind schnell dabei zu erörtern Wie wir Katechese machen wollen. Doch zunächst sollten wir uns bei allem was wir tun und auch bei der Planung von Katechese fragen „Warum?“ Wir etwas machen wollen.

Wenn wir auf diese Frage keine Antwort finden, sollten wir es übrigens besser gar nicht machen. Das spart am meisten Zeit.

Meistens wird uns aber ein Warum einfallen. Entscheidend ist diese Frage zu Beginn zustellen und zu beantworten. Und nicht die Planung wenn sie fertig ist sinnvoll zu deuten.

Denn wenn wir entsprechend des „Warums“ planen, können wie viele Dinge von vornherein richtig machen oder sogar ganz weg lassen.

2. Frage auch "Was machen wir nicht?"

Das klingt jetzt fast wie eine Wiederholung von Punkt 1, doch es geht darüber hinaus. Wenn wir in Kirche neue Ideen entwickeln, dann machen wir sie zusätzlich zu dem was wir immer schon machen. Quasi unter Beibehaltung der bisherigen Aufgaben ;-)

Stattdessen sollten wir uns zu Beginn einer Planung fragen woher wir die zeitlichen Ressourcen nehmen für das Neue. Bei finanziellen Ressourcen stellen wir diese frage automatisch. Denn wenn das Geld nicht da ist, können wir es nicht ausgeben. Bei der Ressource Zeit tun wir so als sei sie unerschöpflich und dehnen unseren Kredit immer weiter aus. Besonders gut geht das, wenn es nicht um unsere Zeit, sondern um die Zeit anderer geht.

Frag also immer: „Was lassen wir dafür (im Moment) sein?“

3. Frage "Was kann ich automatisieren?"

Heutzutage können wir viele Dinge von Computern erledigen lassen, die uns früher noch viel Zeit gekostet haben. Welche Möglichkeiten der Automatisierung für Dich in Frage kommen ist sehr individuell. Für alle gilt aber: Nutze aktuelle Technik um dir die Arbeit einfacher zu machen. Zu Hause wäscht Du ja auch mit der Waschmaschine und nicht auf einem Stein im Fluss. Bei der Arbeit aber nutzen viele Gemeinden Technik aus den 90er Jahren. Wir sollten uns übrigens auch fragen wie es auf Firmlinge wirkt, wenn der Pfarrer mit Overheadfolien arbeitet.

4. Frage "Was kann jemand anders besser?"

Niemand kann alles und niemand von uns kann allzugleich gut. Warum meinen wir dann alles selbst machen zu müssen?

Natürlich kann man mit Word Plakate erstellen (übrigens lange Zeit die einzige Fortbildung des Bistums zu Öffentlichkeitsarbeit), aber schön ist das nicht. Und neben den professionellen Plakaten im Schaufenster der Ladenlokale erzielt es nicht die gewünschte Wirkung.

Einige andere Beispiele für mögliche Delegationen in der Katechese:

  • ein Kindertheater in der EK Katechese
  • ein professionelles Buffet, statt Schnittchen des Seniorenkreises
  • ein Podcaster der mit Firmlingen eine eigene Show präsentiert

Das sind nur einige Beispiele die mixspontan beim Schreiben eingefallen sind. Entscheidend ist: Du kannst nicht alles! Und das weißt Du auch.

Warum aber fällt es uns so trotzdem so schwer Dinge ab zu geben.

Ganz einfach: Weil sie Geld kosten. Rechne aber mal aus, was eine Stunde deiner Arbeitszeit kostet. Und dann überlege wie viel länger du als ein Profi brauchst (meist für ein schlechteres Ergebnis). Und eine letzte Frage zu diesem Punkt:

Wie viel ist eine Stunde Freizeit eines Ehrenamtlichen in € wert?!

 

Übrigens gibt es in unseren Gemeinden viele Fachleute, die nicht in der Katechese an sich mitwirken, aber in ihrer speziellen Profession gerne helfen.

Fazit

Wir alle haben nur begrenzt Zeit. Begrenzte Arbeitszeit. Begrenzte Freizeit. Und begrenzte Lebenszeit. Daher ist es wichtig unsere wertvollste Ressource nicht unüberlegt zu verschwenden.

 

Frage daher bei der Planung eines jeden Katechese-Projekts:

„Warum?“

„Was nicht?“

„Was automatisieren?“

„Wer kann besser und schneller?“

Diese vier „W-Fragen“ entspannen die Katechese und schenken mehr freie Zeit und gute Stimmung.

Über den Autor

Benjamin Floer ist Pastoralreferent, Blogger, Podcaster Autor, Ehemann und zweifacher Vater.

Wenn Du mehr zu den Themen Zeitmanagement, Produktivität und Effektivität erfahren möchtest, dann besuche Benjamins Website: benjaminfloer.com