Beten für Ungeübte

Die Glocken, die nun an vielen Orten jeden Abend um halb Acht läuten, sagen: jetzt bitten viele Menschen gleichzeitig miteinander, dass Gott uns und ihnen hilft. So etwas nennt man ‚beten‘. Du hast noch nie gebetet? Frage doch Mama oder Papa, ob sie es mit dir zusammen versuchen wollen.

1. April 2020

Das Coronavirus macht Angst. Man kann es nicht sehen und es ist trotzdem so gefährlich.

Und vieles ist jetzt so ganz anders als sonst. Das verunsichert.

Manchmal hilft es, auszusprechen, was Angst macht. 
Und um Hilfe zu bitten.
Du kannst mit anderen Menschen sprechen und um Hilfe bitten.

Und du kannst auch Gott um Hilfe bitten. Die Glocken, die nun an vielen Orten jeden Abend um halb Acht läuten, sagen: jetzt bitten viele Menschen gleichzeitig miteinander, dass Gott uns und ihnen hilft. So etwas nennt man ‚beten‘.

Du hast noch nie gebetet? Frage doch Mama oder Papa, ob sie es mit dir zusammen versuchen wollen.

So könntet ihr es ausprobieren: 

  • Jede und jeder sagt, was ihr oder ihm Angst macht.
    Ich habe Angst, dass das Virus mich krank macht.
    Ich habe Angst, dass ich meine Freunde nicht mehr sehen kann.
    Ich habe Angst…
  • Ihr überlegt miteinander, was ihr gegen die Angst tun könnt.
    Wir können uns die Hände waschen.
    Wir entdecken neue Wege, miteinander Spaß zu haben, z.b. Video-Chats.
    Wir ….
  • Ihr überlegt, für was und wen ihr in dieser Zeit dankbar seid.
    Wir freuen uns über den Bäcker, der Brot backt und verkauft.
    Wir freuen uns, dass das wir mit Oma und Opa telefonieren können.
    Wir…
  • Ihr sprecht aus, für wen ihr um Hilfe und Unterstützung bitten wollt.
    Die Ärzte und Krankenschwestern, die sich um die Kranken kümmern ...
    Die Wissenschaftler, die neue Medikamente entwickeln ...
    Die ….
    Dass sie alle Kraft und Mut behalten oder bekommen.
  • Ihr bittet Gott konkret:
    Guter Gott, schütze uns alle. Schenke den traurigen und mutlosen Menschen Kraft und Mut.
    Sei bei uns in dieser seltsamen Zeit! 
    Beschütze uns, unsere Lieben und die ganze Welt! 
    Amen!

Übrigens: Amen ist ein hebräisches Wort. Es bedeutet: fest sein, zuverlässig. 
Am Ende des Gebetes drückt es aus, dass der Betende auf Gott vertraut!

Das "Amen" am Ende des Gebets ist die Bitte, dass Gott sein Versprechen, dass es allen Menschen gut gehe, erfüllen möge. 
Und woher wissen die Menschen von Gott und seinem Versprechen? Gott ist ja nicht zu sehen und redet ja auch nicht wirklich für uns hörbar!
Über Jahrtausende hinweg haben die Menschen ihre Erfahrungen miteinander und mit dem nicht sichtbaren, aber spürbaren Gott weitererzählt und aufgeschrieben. Die jüdischen Menschen haben ihre Erzählungen im ersten (wir sagen oft auch ‚Alten‘) Testament aufgeschrieben, die Christen im Neuen Testament (hier besonders die Erlebnisse und Erfahrungen mit Jesus Christus, den sie als Sohn Gottes ansehen), die Muslime im Koran. Und auch die meisten anderen Weltreligionen haben heilige Bücher, in denen sie ihre Erfahrungen aufgeschrieben haben.