Elemente zu Wort-Gottes-Feiern unter dem Thema ‚Dankbarkeit‘

Aspekte, Bibelstellen, Lieder und mehr zum Thema

28. September 2020

Aspekte zum Thema

EUCHARISTIE – das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet ‚DANK-SAGUNG‘. Im Christentum gilt die Messfeier, die EUCHARISTIE, als Quelle und Höhepunkt allen Tuns. So beschrieb es das Schreiben ‚Lumen Gentium‘ im Artikel 11 bei der grundlegenden Kirchenreform des Zweiten Vatikanischen Konzils im Jahr 1964. Die Erfahrung, von Gott vorbehaltlos geliebt zu sein, führt zu einer Dankbarkeit, aus der heraus sich der Schöpfungsauftrag an die Menschen, diese Welt zu gestalten, versteht (Gen 1,28). Dankbarkeit gehört Grund-legend zum Christentum.

Im AT-Hebräischen ist das Wort für ‚Dankbarkeit‘ eng verbunden mit den Worten LOBEN und PREISEN. Dankbarkeit ist hier oft der Anlass für ‚Antwort‘ auf Erfahrungen mit Gott, die zur Sprache gebracht werden (wollen).

Auf www.wikipedia.de (Stand 20200917) wird Dankbarkeit erklärt als „ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird. Man kann dem Göttlichen, den Menschen oder sogar dem Sein gegenüber dankbar sein, oder allen zugleich.“

Bibelstellen zum Thema (Auswahl)

Die zum Thema ‚Dankbarkeit‘ wohl bekannteste Bibelstelle ist LK 17,11-19 (der dankbare Samariter). Doch da Dank, Lob und Preis zur Grundhaltung und Grunderfahrung des glaubenden Menschen gehören, ist die Bibel im Alten wie im Neuen Testament voll von Berichten und Erzählungen zum Thema ‚Dank‘. Hier eine Auswahl:

  • 2.Sam 22,1-51 
    (Davids Dankgebet / bezieht sein ganzes Leben mit Höhen und Tiefen auf die liebende Gnade und Zuwendung Gottes und dankt dafür)
  • 1 Chr. 16,4-36 (desgl., aber bezogen auf das ganze Volk)
  • PS 9,2 (Dank führt zum Weitererzählen)
  • PS 65 (Dank für die Schöpfungsgaben)
  • PS 116 (Dank für Rettung aus Todesnot bzw. Einfinden in das Sterben und Friede darin finden)
  • PS 136 (Danklitanei für Schöpfung und Heilsgeschehen)
  • PS 139, 14-18 (Dank für das eigene Da- und So-Sein)
  • PS 148 (Dank an den Schöpfer alles Seins)
  • MT 11,25-27 // LK 10,21f (Dank Jesu an den Vater)
  • MT 6,25-34 // LK 12,22-33 (Die Vögel auf dem Felde / von falscher und rechter Sorge)
  • MT 18,21-35 (der unbarmherzige Gläubiger / von Vergebung und Dank)
  • MK 8,6 // Mt 15,36 // Joh 6,11.23 (Speisung der Viertausend, Dank über das Brot)
  • Mk 14,23 // Mt 26,27 // Lk 22,17 (Kelchworte Eucharistie)
  • 2 Kor 9,6-15 (Der Segen des Hilfswerks / Dank als Motiv sittlichen Handelns)

Lieder zum Thema Dank

Viele christliche Lieder erzählen vom Dank, denn die Christen verstehen sich als ‚von Gott Beschenkte‘. Dafür loben und preisen sie ihn – gerne auch mit Lied, Gesang und Tanz.

  • Lieder aus dem Gotteslob (Auswahl):
    • Nr. 85 – Ausgang und Eingang 
    • Nr. 408 - Lobet und preiset, ihr Völker den Herrn
    • Nr. 437 - Meine engen Grenzen
    • Nr. 446 – Lass uns in deinem Namen, Herr
    • Nr. 450 - Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
    • Nr. 451 - Komm, Herr, segne uns
    • Nr. 458 - Selig seid ihr
    • Nr. 819 - Kleines Senfkorn Hoffnung
    • Nr. 838 - Du bist das Brot, das den Hunger stillt
    • Nr. 870 - Wir haben Gottes Spuren festgestellt
      Aktions- und Gestaltungsideen zu den Liedern: www.gotteslob-ideen.de unter der jeweiligen Liednummer.
  • Eine Liste mit säkularen Songs rund um unterschiedliche Facetten des Dankens:
    > https://popkultur.de/lieder-um-danke-zu-sagen-die-besten-songs-um-sich-zu-bedanken/

Weitere Erlebnis- und Vertiefungselemente

Impulse zum Einstieg

Diese Einstiegselemente werden inhaltlich unter Impulse zur Vertiefung weitergeführt.

  • Mit Bildern:
    ausgewählte Bilder zeigen und überlegen, was sie miteinander zu tun haben oder, welche Aspekte von Dankbarkeit sie darstellen könnten
    (Hand = geben und nehmen/ Auge = sehen und gesehen werden/ Dankkarte = innere Gefühle in Worte fassen und weiter- bzw. zurückgeben / gefaltete Hände = Dank im Gebet zur Sprache bringen können / lachendes Gesicht = Dank auch ohne Worte ausdrücken oder Dank intensiv spüren/…)
  • Mit Gegenständen:
    Fernglas, Herz, Sprechblase: Funktionsweisen ausprobieren und entdecken. Überlegen, was sie mit Dankbarkeit zu tun haben 
    (Fernglas: richtigherum und falschherum nutzen – das Naheliegende sehen, aber auch den Blick für das weiter weg Liegende oder eher verborgen Liegende schulen. 
    Herz: ‚Lebensmuskel‘ und ‚Liebessymbol‘
    Sprechblase: Informationen weitergeben, etwas weitererzählen, lesen und sprechen verbinden sich …Druckvorlagen siehe letzte Seite PDF-Datei)
  • Mit Erlebniselementen Dankbarkeit spüren
    • Was man mit Fingern machen kann
      • wackeln, zeigen, streicheln,…
      • der jeweiligen Bewegung nachspüren 
        (wackeln: belebend, kribbeln, warm werden…
         zeigen: anspannend, zielgerichtet, straff…
        streicheln: sanft, weich, zart…)
      • Zusammenfassen:
        nur 10 Finger, und doch so viele Möglichkeiten, Gefühle und Empfindungen. Geht das auch mit Dankbarkeit: darin viele Möglichkeiten, Gefühle, Empfindungen zu entdecken?
    • Was ein Obststück über Dankbarkeit erzählen kann:
      • Die Facetten von riechen, fühlen, sehen, schmecken zusammen entdecken und beschreiben.
      • Zusammenfassen: 
        nur eine Pflaume, und doch so viele unterschiedliche Dinge daran zu entdecken möglich
        Geht das auch mit Dankbarkeit: darin viele Möglichkeiten, Gefühle, Empfindungen zu entdecken?
    • Was man mit nur einem Tropfen Wasser erleben kann:
      • Einen Tropfen auf den Handrücken setzen, durch Drehbewegungen der Hand ‚wandern‘ lassen, durch sanftes An-Pusten spüren, durch Verreiben die Frische erfahren
      • Zusammenfassen:
        nur ein Tropfen Wasser, und doch viele verschiedene Möglichkeiten, ihn zu ‚erleben‘
        Geht das auch mit Dankbarkeit: darin viele Möglichkeiten, Gefühle, Empfindungen zu entdecken?

 

Impulse zur Vertiefung

  • Mit Bildern
    • Fotocollage
      In meditativer Phase jeden seine eigenen Handyfotos durchforsten lassen mit Auftrag,  als Collage zusammenstellen, wofür (oder für wen) man dankbar ist. Dabei leise meditative Musikeinspielung
    • PowerPoint (mit vielleicht zur Bibelstelle passsenden) Fotos vorbereiten, es können aber auch ganz willkürliche Fotos sein, z.B. Fotos eines Tages. Oder Fotos, um deren Zusendung vorab gebeten wird und zu dem ein Thema benannt wird (z.B. Alltagsszenen. Oder Zeitungsausschnitte. Oder Naturbilder. Oder Bilder aus dem Straßenverkehr… Hinweis: ggf. abgebildete Personen auf den Fotos unkenntlich machen). 
      Gemeinsam bei meditativer Musik anschauen. Danach Austausch
      • Welche Bilder bleiben hängen?
      • Welche Aspekte kommen darin zum Tragen?
      • Was ist das Beunruhigende/ das Gute darin
      • Lieblingsbild auswählen lassen und erzählen, warum es gewählt ist
  • Mit Gegenständen
    • Fernglas ‚falsch herum‘ ausprobieren und genau hinschauen, was man entdecken kann (z.B. im Kirchenraum. Oder vorbereitete Gegenstände oder Bilder im Raum). Dann ‚richtig herum‘ ausprobieren: das vorher Betrachtete genauer sehen. Mehr und detaillierter Erkennen-Können. 
      Für Dankbarkeit braucht es den ‚guten Blick‘ für in Situation steckenden Details. Ist etwas ungünstig, schwer, traurig? Dann entdeckt man mit dem ‚Fernglas-Blick‘ vielleicht doch auch Tröstliches darin…
      Dankbarkeit braucht das Sehen.
      Herz: wem schickt man ein Herz-Emoji? Was möchte man damit ausdrücken? Das Herz steht für das Fühlen und Empfinden für sich selber, die anderen und die umgebende Mitwelt. 
      Sprechblase: verschiedene Sprechblasenformen zeigen und miteinander überlegen, was sie aussagen. Auswählen, welche man für Dank auswählen würde. 
      Dankbarkeit braucht das Aussprechen und Weitersagen, will ins Wort gebracht werden.
  • Mit Erlebniselementen
    • Finger:
      Mit Händen in Fingersprache das Wort DANKE bilden/sprechen 
      (Fingersprache siehe hier)
      oder in die Luft Buchstaben (den eigenen Namen?!) malen, die ein gegenüber Sitzender oder Stehender ‚lesen‘ soll
      Das Erlebte in Dankesworte fassen:
      • Wie schwer ist es manchmal, dass wir einander verstehen können
      • Wie gut ist es, dass wir auf ganz verschiedene Arten miteinander reden können
      • Wie gut ist es, dass wir aufeinander Acht geben und uns verstehen können
      • Danke, guter Gott, dass es so viele Sprachen gibt. Hilf uns, aufeinander zu hören und die Sprache des anderen zu verstehen.
    • Obst teilen: 
      • Obst (hier: Pflaume) zerschneiden
      • Anschauen: 
        • Das ‚Schiffchen‘, das sich ergibt, wenn man sie quer schneidet
        • Die runden Scheiben, die nach dem Entfernen des Kerns aussehen wie kleine  Ringe
        • Die Schlitze , die an eine Zackenkrone erinnern, wenn man sie quer aufschneidet
      • Das Obst essen (nicht zu Corona-Zeiten, in dieser Zeit für den Abschluss des Gottesdienstes einen Tisch mit ausgelegtem Obst vorbereiten, an dem sich die Familien am Ende selber bedienen und zuhause teilen und essen können) und den Geschmack genießen.
      • Das Erlebte in Dankworte fassen:
        • Ich freue mich über das lustige Aussehen der Pflaumen-Krone
        • Ich freue mich, dass die Pflaume einen versteckten Kern in sich hat
        • Ich freue mich, dass die Pflaume so saftig schmeckt
        • Ich freue mich, dass es Pflaumenbäume gibt
        • Ich freue mich, dass ich Pflaumen im Laden kaufen kann….
        • Danke, guter Gott, dass es die Pflaumen gibt!
  • Wasser trinken, Wasser schöpfen, Weihwasser mitnehmen….
    Das Erlebte in Dankesworte fassen:
    Der Tropfen, die Pfütze, die Quelle, der Bach, der Brunnen, das Glas mit Wasser: wie schön ist es, dass das Wasser zu uns kommt und uns Frische und Leben schenkt. Danke für das Wasser, guter Gott!
  • Mit dem „Dankbarkeits-Bingo": 
    Wie man Dankbarkeit entdecken und spüren kann? Mit dem Dankbarkeits-Bingo trainieren! Denn: Danken und Dankbar-Sein macht glücklich!
    Eine Tabelle mit 3x3 Felder aufzeichnen. In jedes Feld eine Idee zum ‚Danken‘ oder zum ‚Entdecken‘ eintragen. Wie lange braucht man, bis eine Bingo-Reihe längs, quer oder diagonal erfüllt ist? 9 Felder sind nicht genug? Dann dürfen es gerne auch mehr sein!
    Ideen zum Füllen der Felder:
    • jemanden an der Kasse vorlassen
    • jemanden loben
    • eine Blumen bewusst ansehen und genießen
    • jemanden eine Aufgabe abnehmen (Tafel wischen, Müll entsorgen.. )
    • bei Ärger das vielleicht trotzdem Gute/Andere entdecken
    • einen Weg langsam gehen und jeden Schritt spüren
    • sich über seine Kleidung freuen
    • sich gemütlich ins Bett kuscheln
    • das weiche Fell des Stofftiers genießen
    • den Wind beim Fahrradfahren bewusst spüren
    • mit den Zehen wackeln …