Mit Jesus auf dem Weg:Eine Krippe in der Fastenzeit!
Im Gegensatz zur oft heimeligen Weihnachtskrippe, die auf den ersten Blick vertrauter ist, fällt eine Fastenkrippe weitaus schlichter aus und wandelt sich wöchentlich – insgesamt sechs Mal – um die Ereignisse zwischen Palmsonntag und Ostern mit biblischen Erzählfiguren kindgerecht nachzustellen.
Impuls für alle Besucher
Sabine Peters, Gemeindereferentin in der Pastoralen Einheit Kölner Westen, hat zuletzt eine Kirche in Weiden, die eine Glastür im Innenbereich hat, als Ort für eine solche Fastenkrippe gewählt, so dass die Kulisse hinter der Scheibe aufgebaut wurde. Auf diese Weise konnten Groß und Klein wie auch zufällige Passanten die Krippe jederzeit betrachten und ihr Wachsen – jede Woche kam eine Szene des Leidensweges dazu – mitverfolgen. Die sechs Stationen sind: der Palmsonntag – Jesus trägt das Kreuz; das gemeinsame Abendmahl – die Jünger essen gemeinsam mit Jesus an einem Tisch; Jesus betet im Garten Gethsemane, während die Jünger schlafen; Jesus befindet sich auf dem Weg zur Kreuzigung, Maria hält ihren Sohn wie bei einer klassischen Pietà-Darstellung in den Armen – und schließlich das leere Grab als Zeichen für die Auferstehung.
Kita-Kinder gestalten mit

Peters hat mit diesem Projekt bei ihrer religionspädagogischen Arbeit in Kindertagesstätten nur gute Erfahrungen gemacht. „Jede Woche erarbeite ich das Bild, das dargestellt werden soll, mit den Kindern zunächst inhaltlich. Danach schauen wir es uns in der Kirche an“, erklärt sie. Die Kinder wären dann dementsprechend gespannt, würden aber durch die Vorbereitung auch viele Elemente aus der vorangegangenen religionspädagogischen Einheit wiedererkennen, manches neu entdecken und insgesamt das Ergebnis begeistert bestaunen. „Nun sehen sie, wovon sie vorher nur gehört und eine eher abstrakte Vorstellung hatten. Jetzt aber werden sie an der Krippe ins Geschehen einbezogen. Auf diese Weise erleben sich die Kinder miteinander unterwegs, indem sie in ihrer Phantasie den Leidensweg Jesu mitbegleiten“, so Peters.
So haben die Kinder unter Peters Anleitung aus Papier kleine Palmwedel geschnitten, gemeinsam miteinander Brot gegessen, zur Ölbergszene einfache Fürbitten formuliert, beim vierten Szenenbild Opferlichter aufgestellt und aus Stöckchen einen Wald aus kleinen Kreuzen geschaffen. Wo die Gottesmutter um ihren Sohn trauert, waren die Kinder eingeladen, durchsichtige Steine – als ein Symbol für Tränen – abzulegen und vor das leere Grab, der letzten Szene, Blumen – als Zeichen für neues Leben. „Alles braucht eine konkrete Anschauung und konkrete Gesten, damit Kinder sich als Teil dieser Ereignisse in der Fasten- und Osterzeit erleben können“, erläutert Peters. Kinder wüssten, was es heißt, traurig zu sein, wenn die Mutter Jesu ihren toten Sohn im Arm hält und weint, zumal Traurig-Sein und Getröstet-Werden an ihre eigene Gefühlswelt und Realität anknüpfe. „So können schon Kita-Kinder ein Beziehungsgeschehen verstehen.“
Auch nach 2000 Jahren noch aktuell
„Das pastorale Anliegen besteht darin, zum einen den Kindern diese Jesus-Geschichte als Zentrum unseres christlichen Glaubens bekannt, aber gleichzeitig auch etwas von der Relevanz dieses 2000-jährigen Opfertodes in einfachen Bildern verständlich zu machen, um zu zeigen, dass uns dieses Leiden – wie überhaupt das Leid in der Welt – auch heute noch etwas angeht“, betont Gemeindereferentin Peters. Dazu sei es wichtig, die Kinder unmittelbar einzubeziehen, ihnen eine Gemeinschaftserfahrung zu ermöglichen und sie mit Beispielen aus ihrer eigenen Lebenswirklichkeit behutsam an das Geschehen heranzuführen.
Die Gestaltung der Passionsgeschichte, bei der die brutale Darstellung der Kreuzigung bewusst ausgeklammert wird, ermöglicht es aber darüber hinaus der ganzen Familie oder generationenübergreifend allen Besuchern, die in diese Kirche kommen, einen Bezug zum Ostererlebnis zu entwickeln. Jeder Betrachter hat die Möglichkeit, sich als ein Teil des Geschehens durch „Leerstellen“ in der Szene wahrzunehmen. Schriftliche Impulse, die sich auf das jeweilige Bild beziehen, leisten zudem den Transfer von damals ins Heute und inspirieren zum Nachdenken, was Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi auch noch im Jahr 2026 mit uns zu tun haben.
Einsatz biblischer Erzählfiguren
Die biblischen Erzählfiguren, maximal 30 Zentimeter hoch, aus Sisaldraht gefertigt, so dass sie in jede beliebige Position gebracht werden können, und mit hochwertigen Stoffen bekleidet – in diesem konkreten Fall hat Sabine Peters die Kleider selbst handgefertigt und genäht – können im Fachbereich Lebensbegleitende Pastoral ausgeliehen werden. Die Entwicklung eines Begleitprogramms zum Beispiel mit Glaubensgesprächen kann ein zusätzliches Angebot sein und für einen erweiterten Kreis an Interessenten an der Fastenkrippe sorgen.
Wietere Informationen zum Angebot "Fasten- und Osterkrippe" erteilt Gemeindereferentin Sabine Peters unter sabine.peters@erzbistum-koeln.de.
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