Worldwide candle lightning :Trauer um Kinder einen Raum geben
Der Verlust eines Kindes gehört zu den schwersten Erfahrungen einer Familie.
Hier einfühlsam Trost zu spenden und dafür als Anlass den weltweiten Gedenktag verstorbener Kinder immer am zweiten Sonntag im Dezember zu wählen, hat sich in den drei Katholischen Familienzentren der Pastoralen Einheit Bornheim/Alfter etabliert.
Immer am zweiten Sonntag im Dezember findet das Worldwide candle lighting – ein weltweit begangener Gedenktag für verstorbene Kinder und ihre Familien – statt. Auf der ganzen Welt stellen dann betroffene Familien um 19 Uhr eine brennende Kerze in die Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass eine Lichterwelle 24 Stunden um die ganze Welt geht. Jedes Licht im Fenster steht für ein Kind, das verstorben ist, und für das Wissen, dass diese Kind das Leben erhellt hat und nie vergessen wird. Kinder, die schon im Mutterleib versterben und als sogenannte Sternenkinder bezeichnet werden, gehören dazu. Trotzdem ist der viel zu frühe vorgeburtliche Tod immer noch ein Tabuthema und oft unsichtbar, obwohl er viele Frauen betrifft und zeitlebens ein Trauma bleiben kann.
Anstoß kam „von unten“

Erstmals 2023 hat das Katholische Familienzentrum Bornheim-Vorgebirge zusammen mit der Frauenpastoral in der Mertener Kirchengemeinde St. Martin zu diesem Thema einen Kerzenworkshop mit anschließender Gedenkandacht angeboten, der auf großes Echo stieß, aber „von unten“ – einer betroffenen Mutter, die selbst um vier Sternenkinder trauert – angestoßen und von Gemeindereferentin Ute Trimpert realisiert worden war. Da viele Mütter und Väter auf diese Initiative stark reagiert haben, wird dieses Angebot seitdem fortgesetzt. Einmal im Jahr – immer im Vorfeld dieses besonderen Gedenktages im Advent – finden sich in der Pastoralen Einheit Bornheim und Alfter Familien zusammen, um gemeinschaftlich Kerzen miteinander zu basteln und dabei miteinander ins Gespräch zu kommen. Im Anschluss stellen alle Teilnehmenden in der Kirche einen Kerzenweg miteinander und erinnern in einem Wortgottesdienst, zu dem auch einfühlsame Musik, Gesang und Impulstexte gehören, an die verstorbenen Kinder.
Wichtige Trosterfahrungen
Ute Trimpert spricht rückblickend von einer wichtigen Trosterfahrung, bei der das Leben – auch das verstorbene Leben – aus dem Glauben heraus gedeutet wird, und von der Erfahrbarkeit der Gewissheit eines Gottes, der über sich sagt: Ich bin der Ich bin da. Sie berichtet, dass einmal auch eine hochaltrige Frau teilgenommen habe, die nie verwunden hat, dass sie während des Krieges auf der Flucht eine Totgeburt hatte. Von daher, so Trimpert, sei dieses Thema auch generationenübergreifend, so dass Kinder, Erwachsene und Großeltern gleichermaßen bei dieser Art des Gedenkens willkommen seien. Mit diesem pastoralen Angebot werde vermittelt: Einer geht immer mit. Und nichts werde dem Vergessen preisgegeben – auch nach vielen Jahrzehnten nicht. "Bei der Andacht in der Kirche haben wir die Verbundenheit untereinander, aber auch die Trauer um den Verlust eines Kindes und trotzdem viel Dankbarkeit gespürt."
Als hilfreich für die Begegnung so vieler unterschiedlicher Menschen hat die Gemeindereferentin erlebt, bereits beim Basteln für eine Wohlfühlatmosphäre mit Tee und Plätzchen, aber auch dem Angebot eines empathischen Austauschs zu sorgen. "Denn das ist ein Seelsorgethema, bei dem auch Tränen fließen", so Trimperts Beobachtung.
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