Festakt 100 Jahre LFS

100 Jahre Erzbischöfliche Liebfrauenschule

Schuljubiläum mit Pontifikalamt und Festakt

Am 8. Dezember (Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria) feierte die Bonner Liebfrauenschule gemeinsam mit dem Kölner Weihbischof Ansgar Puff ihr Patrozinum.

Eine Lichtfeier stand zu Beginn des Gottesdienstes, um den besonderen Tag adventlich und stimmungsvoll zu beginnen. In seiner Predigt ging der Weihbischof auf das Hochfest und den schwierig verständlichen Begriff der Erbsünde ein.

Weihbischof Ansgar Puff würdigte die umfassenden und vielfältigen Programmpunkte des Jubiläumsjahres und sagte, die Schülerinnen der LFS könnten stolz auf ihre Schule sein – nicht nur wegen der unterrichtlichen Angebote, sondern v. a. wegen der lebendigen ev. / kath. Schulseelsorge, des Gemeinschaftsgeistes, des Einstehens für andere. Diese Werte werden, so der Weihbischof  an der LFS aktiv gelebt, was sich v.a. im Einsatz für Geflohene und in der Einrichtung einer Internationalen Vorbereitungsklasse zeige.

Mit dem 8. Dezember endete das Festjahr zum hundertjährigen Schuljubiläum. Auch der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan nahm am Festakt teil.

 

Die LFS , so der Oberbürgermeister, bereichere die Bonner Bildungslandschaft seit 100 Jahren.

Er lobte die an der LFS gelebten Werte, welchen im international ausgerichteten Bonn eine besondere Rolle zukommen: Toleranz, Weltoffenheit, Respekt.

Ashok Sridharan dankte der Erzb. Liebfrauenschule

Ashok Sridharan dankte der Erzb. Liebfrauenschule  dafür, dass dort Vielfalt und Toleranz aktiv gelebt werden, sowohl im Unterricht als auch darüber hinaus und drückte seine Freude und Dankbarkeit für die kontinuierliche Arbeit und das lebendige Schulleben an der LFS aus

Die LFS ist eine Schule mit Charakter

Die Leiterin der Hautabteilung Schule Hochschule im Erzbistum Köln, Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, kam mit dem Leiter der Schulabteilung, Stefan Koch, der Schulrätin Hildegard Dreiner und dem Schulrat Schwanke zur Jubiläumsfeier. In  Ihrer Ansprache zum Festakt sprach sie davon, die LFS habe es bravourös gemeistert, sich in den 100 Jahren ihres Bestehens immer weiter zu öffnen und habe daher ein besonders passendes Motto für das Jubiläumsjahr gewählt: "Erfrischend vielseitig"

 

Der achtsame, mitfühlende Blick für die Nöte der Mitmenschen zeichne die LFS aus; Beispiele: das Verschenken von Rosen zum Elisabethfest an Kranke im benachbarten St. Elisabeth-Krankenhaus; der Einsatz für geflohene Mädchen, die wirklich als Teil der Schulgemeinde verstanden werden und hier bestmögliche Förderung erhalten; die LFS habe in der Flüchtlingskrise 2015 prompt reagiert und zeitnah eine Internationale Vorbereitungsklasse eingerichtet.

 

Im weiteren Verlauf der Rede hob Schwarz-Boenneke  das soziale Lernen hervor, das sich  z.B. in verschiedenen Projekten wie den Medienscouts, dem Mentorinnenprogramm und dem sozial-karitativen Engagement zeige.

Schwarz-Boenneke:"Die LFS ist eine Schule mit Charakter"

Prof. Dr. Rainer-Maria Bucher

Den Festvortrag beim anschließenden Festakt hielt Prof. Dr. Rainer-Maria Bucher, Pastoraltheologe an der Universität Graz. Seine Töchter sind ehemalige Schülerinnen der Liebfrauenschule. Er kennt die Liebfrauenschule sehr gut.  Unter dem Titel „Liquid church in a liquid modernity“ warf er einen Blick auf die sich verändernde Bedeutung der katholischen Schulen. „Woran erkennt man eine Schule, die ernst nimmt, dass ‚katholisch’ eine Hoffnung, eine Ressource und eine Gabe ist?“ Nach Bucher erkenne  man sie an drei Dingen: an der Aufmerksamkeit für die Welt, der Solidarität mit den Menschen und der Kritik der falschen Götter:

Aufmerksamkeit für die Welt
Christliche Religion sei nicht Weltflucht, sondern zutiefst Weltloyalität, die an  katholischen Schule vorgelebt werde, um  so Aufmerksamkeit auf das Neue und das Kleine lenken. Aufmerksamkeit, so Bucher,  sei die Fähigkeit hinzuschauen, wo andere wegschauten.

Solidarität mit den Menschen
Das zentrale Kriterium zum Erkennen Gottes sei nach der Bibel die Fähigkeit zum solidarischen Mitleiden als   Spezifikum des Christentums.  Katholische Schulen ermutigen ihre Schüler/Innen zur Barmherzigkeit, Nächstenliebe und den Einsatz für Gerechtigkeit.

Kritik der falschen Götter
In Wort und Tat von Gott reden und nach ihn zu handeln, sei bereits Kampf gegen die Götzen.

 

Kurz: Sensibilität, Mut, Entdeckungsfreude, Abenteuer des Geistes zu verkörpern und die Schüler zugleich darauf vorzubereiten; es gelte, die Fähigkeit zu solidarischem Mitleiden auszubilden, auf Seiten der Kleinen und Schwachen zu stehen und Einsatz für Gerechtigkeit zu leben.

Schulleiterin Mechthild Wolber

Schulleiterin Mechthild Wolber  blickt auf ein ereignisreiches Jubiläumsjahr zurück, in dem sich die LFS erfrischend vielseitig gezeigt hat. Das ohnehin starke Gemeinschaftsgefühl an unserer Schule sei, so Schulleiterin Wolber,  durch die vielfältigen gemeinsamen Erlebnisse im Jubiläumsjahr noch vertieft worden.

Wolber: „Der Gottesdienst, der nicht nur dem Patrozinium gewidmet war, sondern auch den Gedanken der Adventszeit mit der Lichterfeier in den Blick genommen hat, war beeindruckend und stimmungsvoll.“

 

Dr.S.Fremmer / O.Gruschka