Jubiläum & Domwallfahrt

Schuljubiläum in Düsseldorf und Neuss

Zwei Wallfahrten zum Dom

90 Jahre – Erzbischöfliches Berufskolleg in Düsseldorf  & 160 Jahre Erzbischöfliches Gymnasium Marienberg in Neuss

„Einheit“- was verbinden wir mit diesem Wort? Vielleicht fällt uns der Tag der Deutschen Einheit ein, oder wir denken an Maß-Einheiten oder an eine Gruppe bei der Polizei …Und wie ist es bei „Einigkeit“?  ... und Recht und Freiheit. Einigkeit klingt nach Konsens, Gemeinsamkeit, Übereinstimmung:

 

Da sind wir uns doch einig!

Einigkeit und Einheit begegnen uns auch in unserem Glauben. Die junge christliche Gemeinde war – der Apostelgeschichte nach – ein Herz und eine Seele. Und Jesus bittet und betet für Einheit, wohl wissend, dass diese gar nicht so einfach zu bewahren bzw. wiederherzustellen ist.

 

Aber es ist und bleibt Jesu Auftrag an uns- gerade im Jahr des Reformationsgedenkens: „Alle sollen eins sein“. Das Motiv zur  Domwallfahrt; "Alle sollen eins sein" gilt insbesondere für zwei jubilierende Erzbischöfliche Schulen, die ihr  Schuljubiläum als Abschluss und Auftakt mit einer Domwallfahrt krönten.

 

Wurde  im Erzb. St. Ursula Berufskolleg der Festakt zum 90-jährigen Bestehen des St. Mit der Wiedereröffnung der Schulkirche in der Altstadt gestartet, beendet  das Erzbischöfliche Gymnasium Marienberg in Neuss sein Jubiläum mit einer Schiffswallfahrt und 1200 Schülerinnen zum Kölner Dom.

 

Schulrat Thomas Pitsch

Zwei Erzbischöfliche Schulen machten sich in diesem Jahr im Rahmen ihres Jubiläumsjahres auf den Weg und zeigten eine wunderbare Gemeinschaft.  Pilgern, so Schulrat Thomas Pitsch, heiße aufbrechen. Das Wallfahren und Pilgern gehöre zum  Christentum, solange es das Christentum gebe.


Abraham der Begründer des Volkes Gottes sei in das verheißene, gelobte Land aufgebrochen. Seit dieser Zeit gehöre der Aufbruch zum Christentum wie das Amen in der Kirche. Pitsch: „Christus ist aufgebrochen, die Jünger sind aufgebrochen, die heiligen Drei Könige sind aufgebrochen. Das Erzbischöfliche Berufskolleg Düsseldorf und das Erzb, Gymnasium Marienberg in Neuss brachen auf. Im Sinne des Wallfahrtsgedankens waren sie bereits andere als sie gingen. Die Domwallfahrt ist  jeweils mehr als ein frommer Akzent. Sie rührt an das Wesen des Christentum als Anhänger des neuen Weges, der gegangen werden will, um die frohe Botschaft zu verkünden. So viele Schülerinnen und Schüler in einem voll besetzten Dom: ein wunderbares Bild, ein ermutigendes Zeichen des Glaubens.“

 
Katholische Schulen bieten Kindern und Jugendlichen, Lehrkräften und Eltern einen Lern-Erfahrungs- und Lebensraum an, in dem religiöse Erziehung und Bildung von zentraler Bedeutung sind. Grundlegend ist dabei die Überzeugung, dass zu einer vertieften Erkenntnis der Wirklichkeit auch ein Bewusstsein von deren religiöser Dimension gehört. Diesen Weltzugang für Kinder und Jugendliche zu erschließen, ist eine anspruchs- volle Aufgabe, der sich Katholische Schulen und die in ihnen arbeitenden Lehrkräfte stellen müssen. Die religiöse Dimension ihrer Erziehungs- und Bildungsarbeit darf sich daher nicht allein auf den Religionsunterricht beschränken, sondern muss den Unterricht aller Fächer wie auch die vielfältigen außerunterrichtlichen Angebote und das gesamte Schulleben durchziehen.

 

Dies, so Schulrat Pitsch, sei hier vorbildlich gelungen. Gespräche mit den teilnehmenden Schulen hätten ihm gezeigt, dass trotz aufwendigen Organisationsrahmens beide Erzbischöflichen Schulen gezeigt haben, Phänomene der Wirklichkeit über die jeweiligen Fachperspektiven hinaus konsequent auch aus religiöser Perspektive als Schulgemeinde betrachten zu können. Dies entspreche vorbildlich ihrer eigentlichen Bildungsaufgabe.

Schulrat Pitsch: „Damit erweitern die Schulen mit der Wallfahrt das Weltverstehen der Kinder und Jugendlichen und bieten neue und andere Möglichkeiten der Weltdeutung. Der Aspekt des Unterwegsseins ermöglicht die Reflexion über den Moment hinaus. In einem so skizzierten Bildungsverständnis verbinden sich die Erkenntnisse der Wirklichkeit mit deren christlich-ethischer Reflexion. Ziel solchen Lernens ist ein Orientierungswissen, das es Kindern und Jugendlichen ermöglicht, die Welt unter verschiedenen Perspektiven zu betrachten und differenziert zu bewerten sowie entsprechende eigene Positionen zu entwickeln und zu vertreten.“

 

 

 

Wiedereröffnung der Kreuzherrenkirche

Die mehr als 500 Jahre alte Kreuzherrenkirche in Düsseldorf ist aufwendig saniert worden.

Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wurde die Kirche im Rahmen einer feierlichen Messe mit Weihbischof Dominikus Schwaderlapp wieder eröffnet und das Festjahr zum 90-jährigen Bestehen der Schule eingeleitet.

 

Der Schulleiter des angrenzenden Erzb. Gymnasiums St. Ursula führte zur Geschichte der Kirche aus, errichtet sei  sie in den Jahren 1445 bis 1455 an der Stelle eines alten Gasthofes. 1812 sei  die Kirche jedoch zunächst der Säkularisation zum Opfer gefallen und profanisiert. Nutzungen als Pferdestall, Montierungsdepot und Finanzamt seien gefolgt. Erst 1959, so Baltes  begannen die Restaurierungsarbeiten, bei der auch die Wandgemälde freigelegt wurden.

 

Im Anschluss an die Wiedereröffnung begab sich das gesamte St. Ursula Berufskolleg mit Bussen und in Begleitung des Weihbischofs auf den Weg nach Köln. Hier fand man sich zu einem Mittagsgebet  und einer Wallfahrt des Durchschreitens unter dem Schrein der Heiligen Dreikönige zusammen.

Die Wiedereröffnung der Kreuzherrenkirche kennzeichne  zugleich den Auftakt des Festjahrs anlässlich des 90-jährigen Bestehens des St. Ursula-Berufskollegs, so die Schulleiterin Frau Schumacher, 1927 habe  der Ursulinenorden die Schule als Kindergärtnerinnen-Seminar gegründet. Mit einem Schmunzeln führte sie weiter aus, „Kindergärtnerinnen“ würden dort jedoch schon lange nicht mehr ausgebildet.  110 Absolventen pro Jahr die schlossen die Fachschulausbildung zum Erzieher ab, davon rund zehn Prozent Männer. Insgesamt lernten 616 Schüler in den sieben verschiedenen Bildungsgängen. Auf die neuen Herausforderungen in der Arbeitswelt, beispielsweise im U3-Bereich, würden sie gezielt vorbereitet.

Schiffswallfahrt

„Anlässlich des 160jährigen Jubiläums unternahm das Erzbischöfliche Gymnasium Marienberg, Neuss, unter dem Motto „Alle sollen eins sein“ (Joh 17,21) zum Abschluss des 160. Jubiläums am 14.09.2017 eine Schiffswallfahrt zum Kölner Dom.

 

Zunächst machten sich am Morgen in mehreren aufeinanderfolgenden Zügen alle 1101 Schülerinnen in Begleitung von 100 Lehrerinnen und Lehrern sowie den Sekretärinnen und Hausmeistern auf den Weg nach Köln. Nach einem gemeinsamen Einzug feierte unser Schulseelsorger, Pfr. Guido Dalhaus, mit der ganzen Schulgemeinde um 12.00 Uhr im Kölner Dom eine hl. Messe zum Fest Kreuzerhöhung, zu der uns der Kölner Stadt- und Domdechant, Msgr. Robert Kleine, begrüßte. Der Schulchor gestaltete den Wallfahrtsgottesdienst festlich mit.

Schulleiter Josef Burdich

Schulleiter J. Burdich: „Gerne haben wir in diesem Jahr die Einladung zur Domwallfahrt aufgenommen, begeht das Erzb. Gymnasium Marienberg in Neuss doch in diesem Jahr sein 160jähriges Jubiläum. Das ganze Jahr über haben die Fachschaften mit Veranstaltungen zu diesem besonderen Jahr beigetragen. Jedoch die Wallfahrt nach Köln sollte der Höhepunkt des Festjahres werden. 

 

Es war für alle ein erhebendes Erlebnis, als im gut gefüllten Dom die Schar der Ministrantinnen mit Herrn Pfarrer Dalhaus einzog, begleitet von Weihrauch und zu den fast schon mystischen Klängen von Josquin Desprez‘ „Tu pauperum refugium“, das der Marienbergchor eindrucksvoll von der Orgelempore intonierte; pünktlich brachen draußen die Wolken auf, so dass die Sonne die Fenster des Chores und das Richterfenster wie einen Schrein erstrahlen ließen. Wir waren alle erfüllt!

 

Die anschließende Prozession durch das Chorhaupt unter dem Schrein der hl. Dreikönige hindurch ließ uns ebenso Zusammengehörigkeit erfahren wie der Weg über Domplatte, am Museum Ludwig vorbei zum Rheinufer, wo uns die „Rheinenergie“, das größte KD-Schiff erwartete. Das Programm auf dem Schiff stellte uns nochmals sinnfällig vor Augen, dass die Schulgemeinde Jahr für Jahr, vergleichbar einem Schiff mit Mannschaft und Kapitän, unterwegs ist. Nur ist unser Kapitän Jesus Christus, auf den wir als Christen unser Vertrauen gesetzt haben.

 

Olaf Gruschka