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Gedenkgottesdienst in Düsseldorf:29. Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende

Datum:
16. Juli 2026
Von:
Newsdesk/vst
Die katholische und die evangelische Kirche in Düsseldorf laden am Dienstag, 21. Juli, um 12 Uhr in die St. Elisabethkirche am Vinzenzplatz zu einem Gedenkgottesdienst für verstorbene Drogengebrauchende ein.

Der öku­me­nische Ge­denk­gottes­dienst rich­tet sich be­son­ders an An­ge­hö­ri­ge und Freun­de von Dro­gen­ge­brau­chenden. Wer je­man­den auf die­se Wei­se ver­lo­ren hat, fin­det sich häu­fig in ei­ner Trauer­si­tua­tion vor, die mehr im Ver­bor­ge­nen bleibt. Das Thema Dro­gen­sucht wird all­zu oft aus­ge­blen­det oder ver­schwie­gen. Dem Gottesdienst stehen von evangelischer Seite Pfarrer Dr. Martin Fricke und von katholischer Seite Diakon Klaus Kehrbusch vor. 

An der Gestaltung des Gottesdienstes beteiligen sich Menschen, die den Verstorbenen nahestanden, sowie Mitarbeiter der Organisationen, die in der Landeshauptstadt Hilfsangebote für drogengebrauchende Menschen anbieten: Caritasverband, Diakonie, Drogenhilfe, Flingern mobil, IN VIA und der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer.

Gemeinsames Gedenken und Abschiednehmen

Der Gedenkgottesdienst für verstorbene drogenabhängige Menschen entstand vor knapp 30 Jahren. Die Idee entstand, weil Drogenabhängige oder obdachlose Menschen oft durch das Ordnungsamt bestattet werden, ohne dass Menschen aus ihrem Umfeld rechtzeitig davon erfahren. Einerseits geht es mit dem Gedenkgottesdienst darum, allen Menschen eine würdevolle Bestattung zu geben. Andrerseits fehlt Angehörigen, Freunden und Sozialarbeitern häufig die Möglichkeit, Abschied zu nehmen. Im Gottesdienst wird jeder Person namentlich gedacht und eine Kerze angezündet. 

Zu dem Gottes­dienst kom­men ne­ben An­ge­hö­ri­gen und Freun­den auch Men­schen, die be­ruf­lich mit den Ver­stor­be­nen zu tun hat­ten, sei­en es Be­treuerin­nen und Be­treuer, So­zial­ar­bei­terinnen und So­zial­ar­beit­er oder auch Ärz­tin­nen und Ärz­te. Außer­dem neh­men Per­so­nen aus den Be­rei­chen der Ver­wal­tung und der Kom­mu­nal­po­litik teil.

Diakon Klaus Kehrbusch

Starke emotionale Beteiligung

Von Anfang an dabei ist Diakon Klaus Kehrbusch. Seiner Beobachtung nach setzen sich die meisten Suchterkrankte nicht mit Glaubens- oder Sinnfragen auseinander. Trotzdem machen diese Menschen die Erfahrung, dass jemand aus ihrem Umfeld stirbt. "Das löst viele Fragen aus. Dafür geben wir gerne einen Raum: im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Die hohe emotionale Beteiligung ist bei diesen Gottesdiensten deutlich spürbar, auch bei suchtkranken Menschen", erklärt Kehrbusch. 

Liebe Gottes unabhängig von Erkrankungen

Auch dieses Jahr wird Kehrbusch wieder die Predigt im Gottesdienst halten. Ihm ist es dabei besonders wichtig zu zeigen, dass Gottes Zuspruch nicht vom Verlauf des eigenen Lebens oder einer Erkrankung abhängig ist. Er betont: "All das entscheidet nicht darüber. Gott hat jeden Menschen in gleicher Weise gern – in diesem Leben und darüber hinaus."

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