Gedenkgottesdienst in Düsseldorf:29. Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende
Der ökumenische Gedenkgottesdienst richtet sich besonders an Angehörige und Freunde von Drogengebrauchenden. Wer jemanden auf diese Weise verloren hat, findet sich häufig in einer Trauersituation vor, die mehr im Verborgenen bleibt. Das Thema Drogensucht wird allzu oft ausgeblendet oder verschwiegen. Dem Gottesdienst stehen von evangelischer Seite Pfarrer Dr. Martin Fricke und von katholischer Seite Diakon Klaus Kehrbusch vor.
An der Gestaltung des Gottesdienstes beteiligen sich Menschen, die den Verstorbenen nahestanden, sowie Mitarbeiter der Organisationen, die in der Landeshauptstadt Hilfsangebote für drogengebrauchende Menschen anbieten: Caritasverband, Diakonie, Drogenhilfe, Flingern mobil, IN VIA und der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer.
Gemeinsames Gedenken und Abschiednehmen
Der Gedenkgottesdienst für verstorbene drogenabhängige Menschen entstand vor knapp 30 Jahren. Die Idee entstand, weil Drogenabhängige oder obdachlose Menschen oft durch das Ordnungsamt bestattet werden, ohne dass Menschen aus ihrem Umfeld rechtzeitig davon erfahren. Einerseits geht es mit dem Gedenkgottesdienst darum, allen Menschen eine würdevolle Bestattung zu geben. Andrerseits fehlt Angehörigen, Freunden und Sozialarbeitern häufig die Möglichkeit, Abschied zu nehmen. Im Gottesdienst wird jeder Person namentlich gedacht und eine Kerze angezündet.
Zu dem Gottesdienst kommen neben Angehörigen und Freunden auch Menschen, die beruflich mit den Verstorbenen zu tun hatten, seien es Betreuerinnen und Betreuer, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter oder auch Ärztinnen und Ärzte. Außerdem nehmen Personen aus den Bereichen der Verwaltung und der Kommunalpolitik teil.

Starke emotionale Beteiligung
Von Anfang an dabei ist Diakon Klaus Kehrbusch. Seiner Beobachtung nach setzen sich die meisten Suchterkrankte nicht mit Glaubens- oder Sinnfragen auseinander. Trotzdem machen diese Menschen die Erfahrung, dass jemand aus ihrem Umfeld stirbt. "Das löst viele Fragen aus. Dafür geben wir gerne einen Raum: im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Die hohe emotionale Beteiligung ist bei diesen Gottesdiensten deutlich spürbar, auch bei suchtkranken Menschen", erklärt Kehrbusch.
Liebe Gottes unabhängig von Erkrankungen
Auch dieses Jahr wird Kehrbusch wieder die Predigt im Gottesdienst halten. Ihm ist es dabei besonders wichtig zu zeigen, dass Gottes Zuspruch nicht vom Verlauf des eigenen Lebens oder einer Erkrankung abhängig ist. Er betont: "All das entscheidet nicht darüber. Gott hat jeden Menschen in gleicher Weise gern – in diesem Leben und darüber hinaus."
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