Vigilfeier im Altenberger Dom:Altenberger Licht 2026: „Herz an – verlässlich und wahr“

Mit dem Mai kommt stets auch die stimmungsvolle Aussendungsfeier des Altenberger Lichts im Bergischen Land. Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene waren aus dem Erzbistum Köln und darüber hinaus daher auch in diesem Jahr am Vorabend zum 1. Mai in den „Bergischen Dom“ gekommen, um dort gemeinsam die Vigil zu feiern und das Altenberger Licht zu entzünden.
Echte Nähe
"Herz an - Verlässlich und wahr", lautete das Motto des Altenberger Lichtes in diesem Jahr, in Anlehnung an das Wort aus der Offenbarung des Johannes: Es soll daran erinnern, dass Menschen nicht in Distanz, Oberflächlichkeit oder Beliebigkeit stecken bleiben müssen.
Viele junge Menschen hätten heute mit einer Reihe von Ängsten zu tun, die auch durch Social Media ausgelöst würden. Das sagte der Diözesanjugendseelsorger Tobias Schwaderlapp in seiner Predigt vor hunderten von Jugendlichen. "Wir vergleichen uns ohne Ende. Wir finden manchmal kein Ende beim Daddeln." Man sei vernetzt, aber nicht unbedingt verbunden. Umso mehr brauche es Orte und Momente, in denen echte Begegnung gelänge. Der Mensch trage ein tiefes Verlangen nach wirklicher Gemeinschaft in sich.
Fluch und Segen von Social Media
Damit wolle er kein Social-Media-Bashing betreiben: "Das wäre jetzt zu billig. Ich bin dankbar, dass es das gibt, weil es eine ganze Reihe von Freundinnen und Freunden gibt, mit denen ich nur schwer Kontakt halten könnte, wenn wir uns nicht wenigstens mal ab und zu schreiben würden. Und trotzdem, wenn wir uns dann sehen, ist es so viel schöner!"
Mit Verweis auf den Philosophen Blaise Pascal sprach Schwaderlapp von dem "gottförmigen Loch" im menschlichen Herzen. Pascal beschrieb damit die existenzielle, tiefe Sehnsucht, die kein irdisches Gut, sondern nur Gott füllen könne.
Die christliche Antwort darauf sei das Herz Jesu: ein Herz, das sich verwunden lasse und dennoch Segen schenke. Gott wolle, so Schwaderlapp, "das Herz aus Stein" in ein lebendiges Herz verwandeln. Dazu wolle auch das Altenberger Licht ermutigen.
Zeichen des Friedens
Seinen Ursprung hat das Altenberger Licht in der Nachkriegszeit, als Jugendliche ein Zeichen für den Frieden und die Versöhnung zwischen den Völkern setzen wollten. Unter dem Eindruck des Schreckens des Zweiten Weltkrieges entzündeten im Jahr 1950 junge Menschen in Altenberg erstmals an der Osterkerze ein Licht und brachten es dann symbolträchtig in die Nachbarländer Polen und Frankreich.
Mit der feierlichen Aussendungsmesse am 1. Mai tritt das Licht in den kommenden Tagen seine Reise in die Gemeinden und Pfarreien im ganzen Erzbistum an.
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