Erste „relilab“-Fortbildung für katholische Religionslehrerinnen und –lehrer in NRW

18. Mai 2022 Newsdesk
Teilnehmer der Fortbildung "relilab" tauschen sich aus.

Den digi­talen Schwung der Corona-Pan­demie im Schul­unterricht auch wei­ter nutzen – das möchten die katho­lischen Religions­lehrerinnen und -lehrer, die am Frei­tag, 13. Mai, in Essen die erste „relilab“-Fort­bildung in Nord­rhein-West­falen abge­schlossen haben. Seit dem vergan­genen Sep­tember haben sich rund 100 Lehr­kräfte aus allen NRW-Bis­tümern bei digi­talen Ange­boten ausge­tauscht, in Präsenz­veranstal­tungen getroffen und in Arbeits­gruppen gemein­same Pro­jekte ent­wickelt. Im Fokus stand dabei, wie Themen des Religions­unter­richts den Schüle­rinnen und Schü­lern mit digi­talen Me­dien auf eine zeit­gemäße und anspre­chende Weise ver­mittelt werden können.

Digitale Kirchen­führer oder Video­angebote zu Mose

Für den gemein­samen Kurs­abschluss waren einige der Teil­nehmerinnen und Teil­nehmer nach Essen ge­kommen, andere hatten sich digi­tal zuge­schaltet. Als Ergeb­nisse der Gruppen­arbeit präsen­tierte eine Lehre­rin die Idee „Sicht­bares und Unsicht­bares ent­decken. Wir erkun­den den Kir­chen­raum“, bei der Dritt- oder Viert­kläss­ler an Grund­schulen digi­tale Kirchen­führer für ein Gottes­haus er­stellen können. Eine an­dere Teil­nehmerin stellte ihren Kolle­ginnen und Kolle­gen vor, wie sie frei verfüg­bare Bildungs­materialien im Netz für Unter­richt zum Thema Anti­semi­tismus nutzen können.

Bei „Ich, Mose und der Krieg“ brachten Fünft­klässler einer Haupt­schule im Religions­unter­richt mit Hilfe von Tablets und einem Video­pro­gramm die Jahr­tausende alte Ge­schichte des bibli­schen Pro­pheten Mose in Verbin­dung mit der Gegen­wart. Und ein vier­tes Projekt ent­wickelte unter der Über­schrift „Wir wollen reden!“ ein Kon­zept für den mus­limisch-christ­lichen Dialog in der gym­nasialen Ober­stufe.

Digitali­sierung ist nicht nur ein Thema für Computer-Freaks

Gestar­tet inmitten der Corona-Pan­de­mie habe die Ver­netzung im „relilab“ den Lehr­kräften zunächst auch bei den kon­kreten Heraus­forderungen des Distanz­lernens während der Lock­downs gehol­fen, sagt Dr. Dominik Arenz, Refe­rent für Qualitäts­entwick­lung im Katho­lischen Religions­unter­richt im Erz­bistum Köln. Zu­gleich sei es von Beginn an nicht um „Not­lösungen“ gegan­gen, „sondern um echte Perspek­tiven, den Religions­unter­richt in der digi­talen Welt zu gestal­ten“, erläutert Arenz. „Es ging auch nicht nur um die Tech­nik als solche, sondern darum Religions­unter­richt in einer ‚Kultur der Digi­talität‘ kreativ, kolla­borativ und kri­tisch zu gestal­ten. Denn reli­giöses Ler­nen wird ja durch die digi­tale Trans­formation auch inhalt­lich heraus­gefordert.“

relilab NRW – Regional­gruppe eines großen, deutschsprachigen Netzwerks

Getragen vom Religions­pädago­gischen Institut (RPI) der Uni­versität Luzern und dem Comenius-Insti­tut Müns­ter sieht sich das „relilab“ für Lehr­kräfte im deutsch­sprachigen Raum als Netz­werk, Lern­umge­bung, Fort­bildung, Labor und Kirche. In verschie­denen Regional­gruppen im deutsch­sprachigen Raum bieten Bis­tümer, Univer­sitäten und Landes­kirchen die Module des relilabs an. In NRW haben im Schul­jahr 2021/22 alle fünf (Erz-) Bis­tümer gemein­sam mit dem Institut für Lehrer­fortbildung (IfL) „relilab NRW“ gestar­tet.