Personelle Verstärkung für die psychosoziale Beratung in katholischer Trägerschaft

17. März 2022 pek220317
Symbolbild: Flüchtlinge aus der Ukraine

Köln. In einem spontanen Telefon­gespräch mit Kölns Ober­bürger­meisterin Henriette Reker hat Erz­bischof Rainer Maria Kardinal Woelki heute der Stadt Köln eine umfan­greiche Unter­stützung bei der Betreuung ukrainischer Flücht­linge zugesagt: „Mir, und ich spreche da sicher im Namen aller Mitarbeitenden im Erzbistum Köln, ist es eine Herzens­angelegen­heit, diesen Menschen, die durch einen brutalen Krieg ihre Heimat, Familien­angehörige, Hab und Gut verloren haben, so gut es geht, zu helfen. Ganz besonders ist mir daran gelegen, dass die­jenigen, die nach ihrer zer­mürbenden, teil­weise tage­langen, Flucht voller Angst um ihr Leben und das ihrer Kinder trauma­tisiert bei uns ange­kommen sind, so schnell wie möglich professio­nelle Unter­stützung bekommen. Schließ­lich haben sie auch noch ständig weiter große Angst um das Leben ihrer Ange­hörigen, meist Familien­väter, die in der Ukraine zurück­bleiben mussten.“

Konkret heißt das: Das Erzbistum Köln wird die psycho­soziale Beratung in katholischer Träger­schaft verstärken. Wegen des hohen zusätz­lichen Beratungs­bedarfs für die geflüch­teten Menschen aus der Ukraine, werden auch die Fachdienste für Integration und Migration der Caritas zusätz­liche personelle Unter­stützung bekommen.

Kirchengemeinden aufgerufen, Unterkünfte bereitzustellen

Außerdem hat General­vikar Dr. Markus Hofmann alle Kirchen­gemeinden gebeten, an den Flüchtlings­koordinator des Erzbistums, Klaus Hagedorn (fluechtlingshilfe@erzbistum-koeln.de), zu melden, ob sie Platz für Flücht­linge zur Ver­fügung stellen können: „Das Diözesan­bündnis 'Aktion Neue Nachbarn' möchte Unter­bringungs­möglich­keiten vermitteln. Dazu würde es sehr helfen, zu erfahren, ob Wohn- und Unter­bringungs­raum im Gemeinde­besitz frei ist und zur Verfügung gestellt werden kann – oder bereits besetzt ist. Mit kirchlichen Unter­bringungs­kapazitäten wollen wir die Arbeit des Sonder­stabs im Flücht­lings­ministerium des Landes NRW unterstützen. Erfreu­lich ist, dass viele Abstimmungs­prozesse zwischen den Kommunen und den örtlichen Kirchen­gemeinden bereits gut funktio­nieren", so der Generalvikar.

Unterstützung bei Betreuung von Kindern und Jugendlichen

Über das Katholische Büro in Düssel­dorf hat das Erzbistum auch eine Anfrage des Schul­ministeriums erreicht. Dieses bittet für mehrere tausend Kinder, die in der Messe Köln und in der Messe Düssel­dorf unter­gebracht sind, dringend um „Hilfe bei der Betreuung“ und hat dabei besonders an die katholische Jugend­arbeit gedacht. General­vikar Markus Hofmann erklärt dazu: „Die Betreuung und Begleitung von Kindern und Jugend­lichen in der Messe Düssel­dorf wird vom Jugend­amt Düssel­dorf koordiniert. Hier sind die mobilen Ein­richtungen „ Knirps“ (BDKJ Düsseldorf) und „ Flingern mobil“ auf Seiten der katholischen Kirche im Einsatz. Darüber hinaus stellt die Katholische Jugend­agentur (KJA) über die Offenen Kinder- und Jugend­einrich­tungen die Betreuung der Kinder in den Stadt­teilen, in denen die Flüchtenden nach der Unter­bringung in den Messe­hallen unter­kommen mit sicher. Hier gibt es auch Beratung und Unter­stützung für die Familien. In der Messe Köln sind Caritas und Diakonie bereits tätig. Die KJA ist mit diesen vernetzt und unter­stützt mit Personal.

Darüber hinaus werden in den Jugend­migrations­diensten zusätzlich Sprach­kurs­klassen für die Geflüch­teten vorbereitet. Mitarbei­tende mit ukrainischen Wurzeln stehen für die Erst­kontakte bereit, um in den Ein­richtungen die Neuan­kömmlinge aufzufangen. Weiter­hin werden von der KJA Jugend­agentur acht Wohn­einheiten zur Verfügung gestellt, die derzeit nicht für das Jugend­wohnen genutzt werden. Wir wollen alles daran­setzen, diesen Kindern das Leben bei uns wenigstens ein ganz klein wenig erträg­licher zu gestalten.“

Kardinal Woelki: Flüchtlingen neue Lebensperspektive bieten

Das wünscht sich auch Kardinal Woelki: „Es muss uns einfach mit unseren zahl­reichen Möglich­keiten gelingen, den Men­schen, die aus der Ukraine zu uns geflüch­tet sind, eine neue Heimat zu gestalten, wofür die eigenen vier Wände und Sprach­kenntnisse unver­zicht­bar sind. Und wir wollen ihnen nicht zuletzt eine angst­freie neue Lebens­per­spektive bieten. Das sind unsere neuen Nach­barn und die brauchen jetzt erst einmal all unsere Hilfe.“