Preisverleihung im November:Ewald Palmetshofer erhält den Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2026 für seine religiöse Dramatik
Ewald Palmetshofer wurde 1978 in Linz geboren und studierte in Wien Theologie sowie Philosophie und Psychologie auf Lehramt. Seinen Durchbruch als Dramatiker erreichte er 2008, als ihn die Fachzeitschrift "Theater heute" in ihrer Kritikerumfrage zum Nachwuchsdramatiker des Jahres wählte. Im selben Jahr erhielt er zudem den Dramatikerpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft. Sein Stück "wohnen. unter glas" wurde für den Nestroy-Preis in der Kategorie „Bester Nachwuchs“ nominiert.
2010 folgte die Uraufführung von "tier. man wird doch bitte unterschicht" am Staatsschauspiel Dresden unter der Regie von Simone Blattner. Ein Jahr später wurde Palmetshofer mit dem Förderpreis der Stadt Wien in der Sparte Literatur ausgezeichnet. 2012 feierte "räuber.schuldengenital" unter der Regie von Stephan Kimmig am Wiener Akademietheater Premiere. Dort wurde 2015 auch sein Stück die unverheiratete uraufgeführt.
Begründung des Kuratoriums
Das Kuratorium begründete seine Entscheidung wie folgt: „Seit über 20 Jahren gehört der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer zu den wesentlichen zeitgenössischen Theaterautoren. Er beschreibt in seinen Stücken eine Gesellschaft, die den traditionellen Himmel längst geräumt hat. Sie droht an der metaphysischen Leere zugrunde zu gehen. Deshalb ist seine Dramatik auch eine Chronik des Verlusts.“
Ludwig-Mülheims-Theaterpreis
Der Ludwig-Mülheims-Theaterpreis fördert die Begegnung zwischen gegenwärtiger Theaterlandschaft, Autoren und Religion. Der Theaterpreis wird aus dem Nachlass des Schauspielers Ludwig Mülheims finanziert, den das Erzbistum Köln verwaltet. Er zählt zu den höchstdotierten deutschsprachigen Literaturpreisen. Ausgewählt werden die Preisträger von einer Jury, die sich aus den Mitgliedern des Kuratoriums zusammensetzt. Das Kuratorium selbst besteht aus international renommierten Personen, darunter Literaturwissenschaftler/innen und Intendanten/innen der Kunst- und Theaterszene sowie aus geborenen/festen Mitgliedern.
Zuletzt hatte die Jury 2025 den Norweger Jon Fosse ausgezeichnet. Mit dem Preis wurde das Lebenswerk des Nobelpreisträgers gewürdigt, in dem Themen wie Liebe, Verlust und Glauben behandelt werden. Ebenfalls mit dem Preis gewürdigt wurden in den vergangenen Jahren unter anderem der Autor Fritz Kater für seine beharrliche Sinnsuche in den großen Themen des Lebens sowie der österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz, dessen sinnlichen Sprachstil die Jury 2018 hervorhob.
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