Erfahrungen und Erwartungen des Schulleiters Benedikt Stratmann am Ende des Corona-Schuljahres 2020/21

24. Juni 2021 Newsdesk/nh
Benedikt Stratmann, Schulleiter der Erzb. St.-Anna-Schule in Wuppertal

Benedikt Stratmann, Schulleiter der Erzbischöflichen St.-Anna-Schule in Wuppertal, blickt im Interview im Newsletter des Erzbistums Köln auf die Erfahrungen des Distanzlernens, die anstehenden Sommerferien und das kommende Schuljahr.

 

Wie beurteilen Sie im Nachhinein die Zeit des Distanz­lernens? Eine Studie von Frankfurter Forschern hat dem Modell ja eher ein schlechtes Zeugnis ausgestellt…

Für unsere Schule würde ich ein überwiegend positives Fazit des Distanz­unterrichts ziehen. Etwa 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler konnten wir „bei Laune halten“. Deshalb habe ich mich über die Studie ein wenig geärgert. Sicher gibt es bei den Schulen eine große Band­breite im Umgang mit dem Distanz­unterricht, aber die meisten haben sich der Heraus­forderung gestellt. Wir als Erzbischöf­liche Schule waren in manchen Punkten einen Schritt voraus. Die Digital­strategie der Haupt­abteilung Schule/ Hochschule hatte gute Voraus­setzungen für den Distanz­unterricht geschaffen. Aus meiner Sicht sind gute Konzepte eine wichtige Grundlage für einen gelungenen digitalen Unterricht, entscheidender etwa als die technische Ausstattung.


Was raten Sie Eltern für die anstehenden Sommer­ferien: Die Zeit mit den Kindern zu nutzen, um fehlenden Stoff aufzuholen oder die Ferien nach der anstrengenden Zeit zu genießen?

Ich halte spezielle Ferien­kurse eher für ein Zeichen von Aktionismus. Die Defizite, die durch die Pandemie entstanden sind, sind viel­fach auch sozialer Natur. Deshalb rate ich Eltern ganz klar dazu, gemein­sam mit ihren Kindern die Ferien und die freie Zeit zu genießen und möglichst viel gemeinsam zu unter­nehmen. Danach kann man dann mit neuer Kraft in das nächste Schuljahr starten und Versäumtes aufholen.


Was erhoffen Sie sich für das neue Schuljahr?

Nach einem Monat regulärem Unterricht sind wir fast schon wieder im normalen Schul­betrieb angekommen. Ich hoffe natürlich, dass wir nach den Ferien wieder in ein reguläres Schul­jahr starten können und nicht ins Distanz­lernen zurück gehen, vor allem weil den Schüler­innen und Schülern wie erwähnt die soziale Nähe vielfach fehlte. Gleich­zeitig hoffe ich, dass die Schulen jetzt nicht auf den alten Stand zurückfallen, was die Digitalisierung angeht, sondern den Umgang mit den Platt­formen und Techniken weiter einüben.

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