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„Wir können von Maria lernen“:Kardinal Woelki feierte Abschluss der Festwoche in der Kupfergasse

Datum:
14. Sept. 2026
Von:
Newsdesk/bto
Mit einem feierlichen Pontifikalamt, das Rainer Maria Kardinal Woelki am Sonntag (13. September) in der Kölner Innenstadtkirche St. Maria in der Kupfergasse zelebriert hat, ist die diesjährige Festwoche zur Schwarzen Muttergottes unter dem Motto „Maria, die auserwählte Tochter Israels“ zu Ende gegangen.

Dichte Nebelschwaden steigen ins Gewölbe auf, von der Orgelempore ertönt die „Missa cum jubilo“ für Männerchor von Maurice Duruflé, und selbst im hinteren Teil der Kirche ist kaum noch ein Stehplatz mit Blick auf den Hochaltar zu bekommen – eigentlich wie in jedem Jahr, wenn die traditionelle Festwoche rund um das Fest Mariä Geburt am 8. September, dem Weihetag der Gnadenkapelle der Schwarzen Muttergottes, ihren Abschluss findet. 

Dann kommen die Menschen aus allen Teilen des Erzbistums, manche sogar aus den benachbarten Bistümern, hier zur Eucharistiefeier zusammen, weil sie schätzen – so erklärt Pfarrer René Stockhausen – wie hier die Liturgie gefeiert wird: mit traditionelleren Andachtsformen und Elementen als anderswo, wozu auch die Zelebrationsrichtung nach Osten, mit Rücken zur Gemeinde, gehört.

„Geschenk des Himmels“  

„Diese Wallfahrtskirche ist für mich ein Ort der Ruhe, wo ich immer zu mir selbst finde, den Ballast des Alltags abladen und viel Kraft schöpfen kann“, sagt etwa Elisabeth Hermann, die jeden Sonntag mit der ganzen Familie eigens aus Düren zum Gottesdienst in die Wallfahrtskirche kommt.

Inzwischen sind zwei ihrer vier Kinder Messdiener in der Kupfergasse. Aber auch andere Beter, die hier mitunter fast täglich einkehren, sprechen immer wieder von einem „Geschenk des Himmels“ oder einem „Ort der Gnade“, wo Menschen Trost, Halt und Nähe erfahren. Sie nehmen wörtlich, was am Toreingang zum Innenhof steht: „Geh nicht vorbei, ohne ein Ave zu beten.“ Sie beherzigen, ein kurzes Gebet „by the way“ zu sprechen – beim Einkaufen, in der Mittagspause, nach Feierabend – oder eine Kerze anzuzünden, bevor der Alltag weitergeht.

Der mütterlichen Fürsprache vertrauen

Sie sagen, dass sie diesen „Zwischenstopp“ als wohltuend erleben, als aufbauend und stärkend: einfach hineingehen, still werden, das Kind in den Armen der „Mutter der Barmherzigkeit“ betrachten und auf ihre mütterliche Fürsprache vertrauen dürfen. Das ist es, was die Gläubigen in der Kupfergasse berührt.

Denn diese Mariengestalt bedeutet vielen – konfessionsübergreifend – ein Stück Lebensgeschichte. Und so kündet jede einzelne der tausenden Opferkerzen, die hier während einer Woche für Kranke und Sterbende, in Prüfungsnöten und vielen anderen Anliegen – auch als Dank – aufgestellt werden, von einem unbegrenzten Vertrauen, das die Menschen in Maria setzen. 

Kardinal Woelki: Maria spricht makelloses „Ja“

Und das zu Recht, wie auch Kardinal Woelki in seiner Predigt darlegte, weil an ihr die Verheißung Gottes in Erfüllung gegangen, sie auserwählt, herausgehoben unter den Menschen sei. „Ja, sie ist heilig, weil sie in ihrem Leben ganz dem Willen Gottes ergeben ist, sie dem Willen Gottes Raum gibt.“ 

Kardinal Woelki feiert das Festhochamt zur Abschluss der Festwoche (Maria in der Kupfergasse)

Mit ihrem „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du gesagt hast“ spreche sie ein rückhaltloses „Ja“ zu seinen Plänen. „Sie stellt Gott gewissermaßen einen Blankoscheck aus, ein makelloses ‚Ja‘, mit dem sie ihre grenzenlose Offenheit vor Gott bezeugt.“ Nur weil sich Maria ganz geöffnet hätte, so Woelki, konnte sie dieses Geschenk, diese „grenzenlose Gabe“, seinen Sohn, in dem er sich selbst geschenkt habe, annehmen – und das für die ganze Menschheit.“ Größeres, als sich selbst zu schenken, habe Gott nicht tun können.

Zur Selbsthingabe an Gott herausgefordert

„Maria ist uns als Urbild der Kirche vorgestellt“, erklärte der Erzbischof weiter. Und dass Gott im Leben eines jeden Mitsprache haben wolle. „Marias bedingungslose Bereitschaft, ihre grenzenlose Offenheit – diese Haltung erwartet Gott auch von uns. Das können wir von Maria lernen. In ihr zeigt uns Gott, was er mit uns vorhat. Mit Blick auf Maria zeigt er uns, worauf es im Leben ankommt: nicht auf das, was wir aus uns selber machen, sondern auf das, was Gott aus uns macht.“ 

Damit sei jeder wie Maria auserwählt und zur Selbsthingabe an Gott herausgefordert. Denn dieser begnüge sich nicht nur mit der Hälfte. „Er will immer das Ganze: uns selbst. Daher haben wir den Auftrag, es Maria gleich zu tun, damit Gott die Wunder seiner Gnade in uns wirken mag.“

Vor dem Schlusssegen rief der Kardinal die vielen versammelten Gläubigen dazu auf, der Schwarzen Muttergottes treu zu bleiben. „Tragen Sie dazu bei, dass die Kupfergasse ein Gnadenort bleibt!“, forderte er sie auf. Denn ein solcher Ort lebe nicht von einer Festwoche, sondern vom Gebet und davon, dass Menschen mit ihren Sorgen und Nöten vertrauensvoll zu Maria kämen. Abschließend, bevor er später im Innenhof der Wallfahrtskirche die persönliche Begegnung mit der Gemeinde suchte, sagte er: „Danke für Ihr Gebet! Es ist gut, dass es Sie gibt!“

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