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Arbeitslosigkeit und Armut bedrohen Zukunft insbesondere junger Christen:Kardinal Woelki warnt vor Verschwinden einheimischer Christen im Heiligen Land

Reise von Kardinal Woelki mit Stationen in Israel und dem Westjordanland.
Datum:
27. Aug. 2026
Von:
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Als Präsident des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande besuchte der Kölner Erzbischof christliche Gemeinden in der Westbank und in Jerusalem. Woelki sagte weitere Unterstützung durch den Verein zu, der dort soziale Einrichtungen betreibt. Erst am Dienstag war Woelki für seinen Einsatz im Verein mit der „Palme von Jerusalem in Gold“ ausgezeichnet worden.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki warnt im Rahmen seiner Nahostreise vor einem möglichen Ende der christlichen Gemeinden im besetzten Westjordanland. Zwischen wirtschaftlicher Not und dem Druck durch extremistische jüdische Siedler in der Westbank sähen viele Christen keine Perspektive mehr, sagte Woelki. Zahlreiche palästinensische Christen hätten das Land bereits verlassen. „Als Kirche müssen wir die die Probleme der Christen hier klar benennen und uns für christliches Leben im Heiligen Land einsetzen“, so der Kardinal.

Auf den ersten Tagen seiner etwa einwöchigen Reise besuchte der Kardinal vor allem christliche Gemeinden in der Westbank, in Nablus, Taybeh, Ein Arik und Aboud, sowie in Jerusalem. „Besonders junge Menschen glauben hier nicht an eine Zukunft. Viele finden keine Arbeit, leben in Armut.“ Mitunter wohnten ganze Familien in Hinterhofhäusern, in denen ein einziger Raum zugleich als Wohn-, Ess- und Schlafzimmer diene.

Laut Woelki verschärfen die Aktivitäten jüdischer Siedler die Lage zusätzlich. Entlang vieler Straßen in der Westbank, also auf palästinensischem Gebiet, würden etwa lange Reihen israelischer Flaggen aufgestellt. „Die Botschaft ist klar: das ist unser Land, ihr habt hier keine Ansprüche.“ Diese Haltung setzten die Siedler teils mit Waffengewalt durch, um christliche wie muslimische Palästinenser zu verdrängen.

Woelki hofft auf Akteure im Nahen Osten, die bereit sind, sich für eine Annäherung der verschiedenen Gruppen einzusetzen. Für die Palästinenser müsse es möglich sein, in Selbstbestimmung und Freiheit zu leben. „Gleichzeitig darf niemand das Existenzrecht Israels infrage stellen“, so der Kardinal. „Natürlich ist das schwer. Aber Gewalt erzeugt immer nur Gegengewalt.“

Als Präsident des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande und als Erzbischof von Köln sagte Woelki den Kirchen der Region auch weiterhin Unterstützung zu. Verein und Erzbistum fördern und betreiben unter anderem Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime, oder Sozialprojekte.

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa, zeichnete Woelki am Dienstag für seinen Einsatz mit der „Palme von Jerusalem in Gold“ aus – der höchsten Auszeichnung des Ordens der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem für Kleriker. Nadim Ammann, Leiter des Bereichs Weltkirche & Dialog im Erzbistum Köln, erhielt ein „Verdienstkreuz mit goldenem Stern“ des Ritterordens.

Zu den Programmpunkten gehörten bislang ein Treffen mit dem deutschen Botschafter in Tel Aviv, Alexander Graf Lambsdorff, und ein Besuch bei der philippinischen Migrantengemeinde Tel Aviv. Im weiteren Verlauf möchte Woelki sich in Israel mit den Rabbis for Human Rights und Bewohnern der Kibbuzim am Gazastreifen treffen, die besonders schwer vom Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 betroffen waren.

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