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„Menschenwürde bleibt der Prüfstein der GEAS-Reform“:Kardinal Woelki zur Umsetzung der Asyl-Reform

Datum:
12. Juni 2026
Von:
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Europa verschärft mit der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) seine Asylpolitik. Der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, mahnt: „Was auf dem Papier steht, muss an den Grenzen gelten“.

Ab dem 12. Juni 2026 sollen Asylverfahren an den Außengrenzen beschleunigt und Migration stärker gesteuert werden. Für Rainer Maria Kardinal Woelki ist klar: „Mit der Umsetzung von GEAS steht Europa vor einer Bewährungsprobe. Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit müssen der Maßstab bleiben.“

Auch wenn die neuen Regelungen eine Reihe von Schutzbestimmungen zur Sicherung von Verfahrensstandards und der Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien enthalten, betont Kardinal Woelki: „Entscheidend ist nicht nur, was im Gesetz steht, sondern was an den Grenzen geschieht. Es darf nicht dazu kommen, dass Schutzsuchende in haftähnlichen Lagern entrechtet oder Familien und Kinder an Europas Außengrenzen faktisch weggesperrt werden. Ordnung und Humanität dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“

Der Kölner Erzbischof fordert daher, die Umsetzung von GEAS an klare Leitplanken zu binden:

  • wirklich unabhängige Kontrollen der Verfahren und Einrichtungen an den Außengrenzen,
  • effektiver Rechtsschutz, der seinen Namen auch verdient,
  • konkrete Garantien für Kinder, Familien und andere besonders Schutzbedürftige
  • sowie sichere und legale Zugangswege, damit die Schwächsten nicht auf lebensgefährliche Routen und in die Hände krimineller Schlepperbanden getrieben werden.

Woelki unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit, die Fluchtursachen selbst in den Blick zu nehmen und nicht die Augen vor den Gründen zu verschließen, die Menschen erst dazu bewegen, alles aufzugeben und zu fliehen. Er erinnert zugleich an die jüngste Rede von Papst Leo vor dem spanischen Parlament, in der er mahnte: „Es besteht ein doppeltes Erfordernis sozialer Gerechtigkeit: sichere und legale Wege, würdige Aufnahmebedingungen und echte Integrationsmöglichkeiten zu bieten; und gleichzeitig das Recht zum Verbleib im eigenen Land zu fördern, indem darauf hingearbeitet wird, dass niemand sein Zuhause aufgrund von Mangel an Frieden und Sicherheit oder aufgrund von menschenunwürdigen Lebensbedingungen verlassen muss.“

Als Zeichen gelebter Verantwortung verweist der Erzbischof auf die von ihm 2014 gegründete Aktion Neue Nachbarn, die Geflüchtete beim Ankommen, bei Sprache, Bildung, Arbeit und Teilhabe unterstützt:

„Wir erleben täglich: Integration beginnt beim Ankommen und bei der Begegnung. Mit der Aktion Neue Nachbarn bauen wir Brücken. Gerade in Zeiten der Verunsicherung braucht unsere Gesellschaft solche Brücken mehr denn je.“

Sein Appell an die politischen Entscheidungsträger in Europa:

„GEAS enthält Schutzversprechen. Jetzt kommt es darauf an, sie bei der Umsetzung nicht auszuhöhlen, sondern zu stärken. Europa wird daran gemessen, ob unsere christlichen Werte und der Schutz der Menschenwürde im Ernstfall mehr gelten als der Ruf nach Abschottung.“

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