Erzbistum Köln - "Familie schafft Frieden" - Standeröffnung

10. Mai 2018 (pek20180510-mth)

Münster. Der gemeinsame Stand des Erzbistums Köln, des Diözesanrates der Katholiken und der Pax-Bank auf dem Katholikentag in Münster ist eröffnet. Das Motto „Familie schafft Frieden“ lädt zum Austausch über Zusammenhalt und Frieden ein.

 

Die Eröffnung wurde begleitet von der Band Ruhama. Generalvikar Hofmann betonte, wie gut es sei, ein gemeinsames Dach zu haben. „Sie sind uns alle herzlich willkommen, rücken wir noch etwas zusammen“, lud der Generalvikar die Besucher ein, sich unter dem gemeinsamen Dach einzufinden.

 

Tim O. Kurzbach, Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken, begrüßte die Besucher des Standes ebenfalls. „Wir wollen die Familie als Frieden stiftendes Symbol nach Vorne stellen“, sagte Kurzbach zum Motto des Standes. „Wenn wir alle zusammenhalten mit all unseren Kompetenzen, wie man in einer Familie zusammenhält, dann können wir Frieden stiften.“

 

Neben der Bewirtung durch die Tagungshäuser im Erzbistum Köln erwartet die Besucher des Standes ein kooperatives Familienspiel und eine Friedensglocke aus Köln-Chorweiler. Um die Friedensglocke herum wird dreimal täglich für den Frieden gebetet. Der Stand ist bis Samstagabend auf der Kirchenmeile in Münster geöffnet.

Freitag: 2. Tag mit vielen Besuchern am Stand

Am zweiten Tag der Kirchenmeile erkundigten sich viele Besucher des 101. Katholikentages am Stand des Erzbistums Köln zu dem Thema „Familie schafft Frieden“, darunter auch einige bekannte Gesichter: Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin, war bereits am Donnerstag da und sprach mit Generalvikar Hofmann. Heinrich Bedford-Strom, Ratvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, schlug die Friedensglocke aus Köln-Chorweiler an. ZdK-Präsident Dr. Thomas Sternberg kam mit dem Geschäftsführer des Diözesanrates im Erzbistum Köln, Norbert Michels, ins Gespräch.

 

Kardinal Woelki beim Abendgebet am Stand

Nach einer Podiumsdiskussion zum Thema „Störfaktor Religion. Wieviel Glaube verträgt die Öffentlichkeit“ in der Halle Münsterland kam auch unser Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki an den Stand des Erzbistums Köln. „Suche Frieden“ sei in der Flüchtlingsarbeit „Aktion Neue Nachbarn“ deutlich, „wofür ich Ihnen in den Gemeinden von Herzen dankbar bin“, sagte der Kölner Kardinal.

 

„Nun werden wir eine Auszeichnung der kfd-Bank erhalten für unser großes Intergrationsprojekt in Kalk.“ Das ehemalige Klarissenkloster wurde umgebaut und ein gemeinsamer Wohnort für Kölner Bürger, Studenten und Geflüchtete. „Warum haben wir dort keine Probleme? Weil die ‚Gute Hand’ die Caritas vor Ort ist, die Jugendlichen begleitet und wir dafür Sorge tragen, dass sie Bildung, Ausbildung und Arbeit bekommen“, sagte Woelki.

 

Außerdem sprach er über den pastoralen Zukunftsweg, der 2015 ins Leben gerufen wurde: „Wir werden zwar demografisch gesehen weniger, entscheidend aber ist, dass wir versuchen, unseren Glauben zu erneuern.“

 

Kardinal Woelki kam im Anschluss mit Besuchern und Mitarbeitenden ins Gespräch. Später betete er das Abendgebet an der Friedensglocke aus Chorweiler. Für die musikalische Begleitung sorgte „Church Rocking Köln“.

 

Pfarrer Franz Meurer: „Gute Religion ist immer vielfältig“

„Mut tut gut! Können wir Integration?“ Diese Frage stellten sich Priester und Sozialaktivist Franz Meurer aus Köln, Ali Can von der Hotline für besorgte Bürger aus Gießen, Journalistin und Bloggerin Kübra Gümüsay aus Oxford und Dr. Peter Neher, Präsident des DCV aus Freiburg.

 

Für Franz Meurer entscheide sich die Glaubwürdigkeit religiöser Menschen in der Praxis. Er forderte Mut auch in der Ökumene, denn „Ökumene ist doppelt so gut und halb so teuer.“ Die Kirche müsse Brücken zu den Menschen bauen, die Angst vor Veränderung hätten, so Meurer.

 

Podiumsdiskussion mit Kölns OB Henriette Reker

"Keine Toleranz gegen Intoleranz! Gemeinsam gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit" füllt den weißen Fleck beim Katholikentag. Auf dem Podium am Freitag diskutierten die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, dem Historiker und Antisemitismusforscher Wolfgang Benz, dem Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr, und Awa Yavari, pädagogische Fachkraft in der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt.

 

„In Köln leben 180 Nationen friedlich miteinander“, so die Kölner Oberbürgermeisterin, „Kölner sind erstmal Kölner und dann kommen Religion oder Staatsangehörigkeit!“

Katholikentag am Samstag: Kölsche Stimmung auf der Kirchenmeile

Am Samstag erwartete die Besucher des Katholikentages Lieder aus der Heimat am Stand des Erzbistums Köln. Während alle Bistumsstände abgebaut wurden, tanzten die Katholikentagsbesucher im Kölner Zelt zu der Band „Los Krawallos“, die unter anderem „Mer losse de Dom in Kölle“, „Nie mehr Fastelovend“ und „Das Wasser von Kölle is joot“ zum Besten gaben. 

 

Malu Dreyer und Kardinal Marx am Stand des Erzbistums Köln

Zu Besuch kam die Ministerpräsidentin aus Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, und der DBK-Vorsitzende Reinhard Kardinal Marx, die sich in das Gästebuch eintrugen und mit Gästen und Mitarbeitenden des Standes ins Gespräch kamen.

 

Projekt der KJG Köln auf dem Katholikentag ausgezeichnet

Das Projekt Kinderstadt der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) Köln ist am letzten Abend in Münster mit dem Aggiornamento-Preis ausgezeichnet worden. Die Laudatio hielt ZDK-Präsident Prof. Thomas Sternberg und würdigte das Projekt. Im letzten Jahr haben 105 Ehrenamtliche beim Bau der Kinderstadt mitgewirkt. Herausragend sei, so Sternberg, dass die Kinder selbst daran beteiligt werden. Sie leben sechs Tage in ihrer eigenen Stadt mit eigener Währung und eigenen Gesetzen. „Wir sind einfach davon überzeugt, dass Kinder mitentscheiden können und in der Lage sind, auch für ihre Rechte einzustehen“, sagten die Preisträger. Das wird in diesem Projekt erprobt, damit eine Generation heranwächst, die nicht mitläuft, sondern selbst gestaltet

 

Der Aggiornamento-Preis wird seit 2012 an Laienorganisationen verliehen, die das Evangelium „verheutigen“. Der Begriff geht auf Papst Johannes XXIII. und dessen Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils zurück, er bezieht sich auf die Öffnung der Kirche in der modernen Welt.

 

Auf dem Weg zur demenzsensiblen Kirchengemeinde

Rund 50 Männer und Frauen tauschten sich am Samstagmittag über Wege zur demenzsensiblen Kirchengemeinde aus. Heilpädagogin Antje Koehler, Josef Schäfers, Referent für Gemeindepastoral in Köln und Pastoralreferent Elmar Trapp stellten fest, dass oft Angst, sowohl von Angehörigen als auch von der Gemeinde, das Miteinander in der Kirche gefährde.

 

Wichtig sei es, in Vorträgen Verständnis für die Krankheit zu schaffen. Dadurch gelinge es auch, die Toleranz der Gleichaltrigen zu fördern. Kennt man das unberechenbare Krankheitsbild, „kann der Pastor reagieren, wenn die Betroffenen in der Kirche umherlaufen oder laut sagen, dass ihnen langweilig ist“, so Schäfers.

 

Viele Veranstaltungen mit Kölner Beteiligung

Auch am Samstag konnte der Katholikentag auf eine rege Beteiligung aus Köln zählen. Prof. Dr. Alexander Saberschinsky diskutierte mit Osnabrücker Kolleginnen über multireligiöse Feiern in der Schule. Bernadette Schwarz-Boenneke, Hauptabteilungsleiterin Schule/Hochschule gestaltete den Abendimpuls auf dem Domplatz und entzündete das Friedenslicht.