Leicht steigende Kirchensteuereinnahmen – Wirtschaftlich stabile Lage:Mittel. Und Wege. – Erzbistum Köln veröffentlicht Finanzbericht 2025
Die Netto-Kirchensteuererträge sind um rund 2,7 Prozent auf 684,4 Mio. Euro gestiegen (Vorjahr: 666,1 Mio. Euro).
Leichtes Plus bei der Kirchensteuer – dennoch keine Trendwende
Trotz einer rückläufigen demografischen Entwicklung und erwartbaren Kirchenaustritten ist das Kirchensteueraufkommen 2025 um gut 18 Mio. Euro gestiegen. „Überrascht hat uns das nicht, weil wir diese Steigerung bereits im Wirtschaftsplan 2025 eingeplant hatten – allerdings ist sie etwas höher ausgefallen als erwartet“, sagt Gordon Sobbeck, Ökonom des Erzbistums Köln. „Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen haben Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst und in anderen Branchen die Lohn- und Einkommensteuer und damit auch die Kirchensteuer angehoben. Zum anderen hat die letzte Abrechnung des Kirchensteuer-Clearingverfahrens gezeigt, dass wir etwas weniger von der vereinnahmten Kirchenlohnsteuer weiterleiten müssen als zuvor geplant.“
Gleichzeitig schärft Sobbeck den Blick für eine realistische Einordnung: „Wir erleben aktuell leider nicht den Beginn einer nachhaltigen Erholung. Bereits im aktuell laufenden Jahr tritt das Kirchensteueraufkommen gewissermaßen auf der Stelle. Die reale Finanzkraft des Erzbistums hat in den vergangenen Jahren bereits abgenommen und wird bei stabilen nominalen Kirchsteuererträgen weiter sinken.“
Jahresüberschuss durch Einmaleffekte geprägt
Dennoch haben die gestiegenen Kirchensteuereinnahmen maßgeblich dazu beigetragen, dass das Erzbistum einen Jahresüberschuss von 15,6 Mio. Euro ausweist. „Wir freuen uns über den Jahresüberschuss, zu dem die gestiegenen Kirchensteuereinnahmen natürlich einen wichtigen Beitrag leisten“, so Sobbeck. „Als isolierte Kennzahl ist der Jahresüberschuss aber nur begrenzt aussagekräftig, da er durch verschiedene Einmaleffekte – etwa in der Bewertung von Rückstellungen – geprägt wurde. Lässt man diese Effekte außer Acht, bewegen sich die Ergebnisse des Erzbistums um eine rote Null.“
Wirtschaftlicher Rahmenplan und langfristige Perspektive
Vor diesem Hintergrund bleiben Konsolidierung und Priorisierung zentrale Themen. Die kommenden Jahre werden geprägt sein von bestenfalls seitwärts, also nominal stabil bleibenden Kirchensteuereinnahmen. Gleichzeitig steigen die Aufwendungen weiter.
Mit dem Wirtschaftlichen Rahmenplan begegnet das Erzbistum Köln diesen Themen und steckt den finanziellen Handlungsrahmen bis 2030 ab. Ziel ist es, auf stagnierende Erträge und steigende Aufwendungen frühzeitig zu reagieren, um die wirtschaftliche Stabilität zu sichern. Dazu gehören unter anderem strukturelle Anpassungen, wie sie etwa mit dem zentralen Kita-Träger „Katholino“ oder der Serviceagentur Finanzen & Vermögen zur Unterstützung der Kirchengemeinden eingeleitet wurden.
„So schaffen wir – neben unserem Konsolidierungsziel – mögliche finanzielle Freiräume für Evangelisierung und Wachstum“, sagt Sobbeck. „Denn kirchliche Finanzen sind nie Selbstzweck, sondern immer Mittel zum eigentlichen Zweck der Kirche von Köln. Deshalb ist es so wichtig, die aktuelle wirtschaftliche Stabilität auf Zukunft hin zu erhalten und die damit verbundenen Anstrengungen zu unternehmen.“
„Mittel. Und Wege.“ im Dienst des kirchlichen Auftrags
Im Fokusteil zeigt der Finanzbericht 2025 anhand verschiedener konkreter Beispiele, wie die finanziellen Mittel eingesetzt werden, um Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen zu begleiten: Sie reichen von inklusiven Angeboten der Behindertenseelsorge über die Internationale Katholische Seelsorge bis hin zur Polizeiseelsorge. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf der Weiterentwicklung der Kita-Landschaft durch den neuen zentralen Träger Katholino, der perspektivisch über 500 katholische Kindertagesstätten in einer gemeinsamen Struktur bündelt.
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