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Wenn der Einsatz nachwirkt:Polizeiseelsorge: Rund um die Uhr im Einsatz

Die Bilder dürfen ausschließlich im Zusammenhang mit dem Finanzbericht 2025 verwendet werden. BU: Die Polizeiseelsorger sind auch als Team im Einsatz.
Datum:
29. Sept. 2026
Von:
Newsdesk/vst
Was Polizistinnen und Polizisten im Einsatz erleben, lässt sich nicht immer mit dem Feierabend abschütteln und kann zu einer Belastung werden. Für solche Situationen stehen den Beamtinnen und Beamten im Erzbistum Köln vier Polizeiseelsorger zur Verfügung, die rund um die Uhr erreichbar sind und immer ein offenes Ohr haben.

Ein einziger Funkruf kann alles verändern: Eben noch Routine, Sekunden später ein Unfall, eine tragische Entscheidung, ein Bild, das im Kopf bleibt. Für die rund 42.000 Polizistinnen und Polizisten in Nordrhein-Westfalen gehört dieser Wechsel zum Alltag.

Doch was passiert, wenn das Erlebte nicht mehr einfach zur Seite geschoben werden kann?  Genau hier setzt die katholische Polizeiseelsorge an. Sie fängt auf, hört zu und begleitet – in akuten Notlagen, wie in stillen Krisen. Neben der Beratung in Notlagen bieten die Seelsorger auch Fortbildungen an und laden zu spirituellen Auszeiten in Form von Exerzitien ein. Auch Angehörigen der Beamten steht das Seelsorge-Angebot offen.

Die Bilder dürfen nur in Zusammenhang mit dem Finanzbericht 2025 verwendet werden. BU: Das Team der Polizeiseelsorge (v.l.): Dr. Dominik Schultheis, Michael Brandt, Norbert Schmitz und Babette Schwellenbach.

Seelsorger mit Lebenserfahrung

„Was kann es Schöneres geben, als Seelsorgerin oder Seelsorger zu sein!“, schwärmt Babette Schwellenbach, die seit 2023 Polizeiseelsorgerin ist. Für das Erzbistum Köln sind neben ihr noch die drei Polizeiseelsorger Michael Brandt, Pfarrer Dr. Dominik Schultheis und Norbert Schmitz im Einsatz.

Alle vier haben Theologie studiert und zusätzliche psychologische Fortbildungen absolviert, um die Beamten beraten zu können. „Wir sind stolz darauf, dass niemand hier tätig ist, der nicht die entsprechende Berufs- und damit Lebenserfahrung mitbringt“, betont Fachbereichsleiter Norbert Schmitz.

Gemeinsam ökumenisch mit dem Land

Die Polizeiseelsorge im Erzbistum Köln in ihrer heutigen Form gibt es seit den 1960er Jahren. Heutzutage ist sie ökumenisch organisiert und wird in Kooperation mit dem Land NRW finanziert. 2025 bezuschusste das Erzbistum Köln die Polizeiseelsorge mit über 66.000 Euro.

Die Bilder dürfen ausschließlich im Zusammenhang mit dem Finanzbericht 2025 verwendet werden.

Zwischen Vertrauen und Vorurteil

Zum Job gehört es, rund um die Uhr erreichbar zu sein, weshalb die Polizeiseelsorger auf dem Nachttisch ein Handy für Notfälle liegen haben. Jährlich kommen auf jeden Seelsorger 10 bis 14 Notfallanrufe.

Michael Brandt, der seit zwei Jahren als Polizeiseelsorger im Einsatz ist, erinnert sich: „An meinem dritten Arbeitstag hat mir eine Polizistin ihr Herz in einer Form ausgeschüttet, das hatte ich so in der Gemeinde noch nie erlebt. Ein völlig unbekannter Mensch gibt mir am Telefon so einen Vertrauensvorschuss. Bis heute war das ein Erlebnis, das mich motiviert und bewegt.“

Norbert Schmitz ergänzt: „Ein Anruf heißt nicht automatisch, dass die Hütte brennt. Es kann sein, dass man hinfährt, Unterstützung anbietet, einen schlechten Kaffee trinkt und nach einer halben Stunde wieder fährt, weil es den Leuten gut geht“.

Die Seelsorger erzählen, dass viele Polizisten das Angebot wegen der Verbindung zur Kirche grundsätzlich ablehnen und sie sich permanent in der Spannung zwischen kompletter Ablehnung und großem Vertrauensvorschuss bewegen. In den Fällen, in denen ihr Angebot in Anspruch genommen würde, bekämen sie ausschließlich positives Feedback, erzählen sie weiter. Sätze wie ‘Wenn alle so wären wie du, dann wäre ich wieder mehr in der Kirche‘ hören sie häufig.

Die Bilder dürfen nur in Zusammenhang mit dem Finanzbericht 2025 verwendet werden. BU: Die Polizeiseelsorger haben ein offenes Ohr.

Trost in ausweglosen Situationen

Polizeipfarrer Dominik Schultheis erinnert sich besonders an einen Einsatz, bei dem ein dementer Autofahrer gesucht werden sollte. Im Verlauf des Einsatzes kam es zu einem tragischen Unfall, bei dem der Mann vor das Fahrzeug der Polizei geriet und getötet wurde. „Aus einer zunächst normalen Einsatzsituation wurde eine außergewöhnliche“, sagt Schultheis.

„Die Polizisten standen nicht nur vor juristischen Fragen, sondern auch vor tiefen persönlichen Lebensfragen.“ Solche Erfahrungen zeigen, dass Seelsorge über reine psychologische Unterstützung hinausgeht und Raum für persönliche und spirituelle Fragen bietet. „Manchmal ist es letztlich nur die Zusage von Gottes Vergebung, die in einer schrecklichen Situation so etwas wie Trost geben kann“, erzählt Schultheis.

Von Geburt bis zum Tod

Über die Jahre sind viele Verbindungen entstanden, insbesondere Dominik Schultheis wird von den Polizisten und ihren Familien als Pfarrer für private Feierlichkeiten wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen angefragt. „Die Polizeiseelsorge begleitet von der Geburt bis zum Tod “, betont Babette Schwellenbach.

Die Bilder dürfen nur in Zusammenhang mit dem Finanzbericht 2025 verwendet werden. BU: Dr. Dominik Schultheis im Gespräch auf der Wache.

Polizeiseelsorge im Einsatz

Erfahren Sie im Audiobeitrag, wie ein Polizist im Einsatz bewusst überfahren wurde und Dank seelsorgerischer Begleitung wieder ins Leben zurückfand.

Was machen Seelsorgende?

Unter Seelsorge verstehen Christen die Beratung und Begleitung von Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen. Seelsorger hören zu, beraten und eröffnen mit ihrem Glauben neue Perspektiven. Die Gespräche unterliegen dem Seelsorge-Geheimnis.

Ob in der Kirchengemeinde, im Krankenhaus oder am Flughafen, in vielen Bereichen des Alltags setzt das Erzbistum Köln Seelsorger ein. Die Kosten für die Diakonische Pastoral beliefen sich 2025 auf 7,8 Millionen Euro.

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