„Sich mit Herz und Händen in Dienst nehmen lassen“

3. Mai 2021 Newsdesk/Schoon, Je

Köln. „Seid ihr bereit, den Armen und Kranken beizustehen und den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen?“ - Diese Frage haben sieben Männer am Sonntag (2. Mai) im Kölner Dom einmütig mit „Ich bin bereit!“ beantwortet. Durch Weihbischof Rolf Steinhäuser wurden Thomas Backsmann, Markus Brandt, Dominik Grässlin, Rafal Jerzy Liebersbach, Jae Hwan Park, Jan Schönthaler und Johannes Schulte-Eickhoff zu Diakonen geweiht. Dem feierlichen Gottesdienst wohnten neben den Familien der Seminaristen aus dem Erzbischöflichen Priesterseminar, dem Erzbischöflichen Missionarischen Priesterseminar Redemptoris Mater Köln und der Diözese Suwon (Südkorea) auch jene Menschen bei, welche die Neudiakone auf ihrem Berufungsweg begleitet hatten. 

Diakon: eine Dienst mit Herz und Hand

„Sieben Männer sind bereit, sich mit Herz und Händen in Dienst nehmen zu lassen“, freute sich Weihbischof Steinhäuser in seiner Begrüßung. Er sprach damit gleich zwei zentrale Vollzüge an, welchen die Kandidaten in ihrem nun folgenden Diakonatsjahr in den Pfarreien des Erzbistums Köln oder ihrem Heimatbistum in Südkorea nachspüren sollen: ein Ohr zu haben für die Menschen, denen in der Gesellschaft sonst niemand zuhört und ein Abbild einer dienenden Kirche zu sein. Das dies zurzeit nicht immer einfach sei, stellte Steinhäuser in den Mittelpunkt seiner Predigt, die er direkt an die Seminaristen richtete.

Für Seelsorger geht es um Christus und die Menschen

Er habe sich gefragt was die „gegenwärtige Kirchenkrise“ mit den jungen Männern mache, führte der Weihbischof aus. Darüber habe er sich mit ihnen ausgetauscht. „Eigentlich geht es mir nicht um die Kirche, sondern um Christus“, sei eine der Antworten gewesen, die Steinhäuser bekommen habe. Für dieses Zeugnis sei er dankbar, weise diese Haltung doch auf ein Selbstverständnis hin, dass man Diakon „nicht für sich selbst, sondern für andere“ werden würde. „Mit der Diakonenweihe treten Sie weniger in ein Arbeitsverhältnis zur Kirche oder zur Gemeinde ein, als vielmehr in eine besondere Beziehung zu Jesus Christus“, sagte Steinhäuser. Diese gelte es, auf verschiedene Weise auszugestalten: Etwa mit Menschen zu reden, die für die anderen gar nicht zählen würden oder interessant seien. „Die Diakonenweihe nimmt Sie in die Rolle des dienenden Christus hinein, den Sie erfahrbar machen sollen“, führte der Weihbischof vor den Kandidaten aus. Die Männer hätten nun die „ wunderbare Chance, eine andere, neue Erfahrung von Kirche zu vermitteln.“

In ihrem Diakonatsjahr werden die sieben Neudiakone etwa in der Seelsorge im Erzbistum Köln eingesetzt, den Predigtdienst übernehmen, taufen, trauen und beerdigen. Nach einem weiteren Jahr in der Ausbildungsgemeinde und einer Zeit im Seminar werden sie zu Priestern geweiht.