Erzbistum Köln - Collegium Albertinum - Kardinal Woelki

10. Mai 2019 (pek190510)

Köln. Zu den Berichten über den Vortrag von Pater Romano Christen veröffentlicht das Erzbistum Köln folgende Stellungnahmen:

Pater Romano Christen:
„Mein Vortrag war, wie ich in den letzten Tagen in vielen Gesprächen gelernt habe, unzulänglich und mitunter vielleicht auch so formuliert, dass er Missverständnisse allzu leicht ermöglicht. Es war nicht meine Absicht, homosexuelle Menschen zu verletzen. Sofern das doch geschehen ist, bitte ich um Entschuldigung. Ich halte homosexuelle Menschen nicht für „krank“, was ich übrigens im Vortrag so auch nicht gesagt habe. Größtenteils ging in der Berichterstattung auch unter, dass ich Standpunkte Dritter referiert habe. Aber wichtiger ist mir klarzustellen, dass nach meiner Überzeugung jeder Mensch Respekt verdient und niemand wegen seiner sexuellen Orientierung herabgewürdigt werden darf. Dass durch meine Äußerungen ein anderer Eindruck entstanden ist, tut mir leid.“

 

Generalvikar Dr. Markus Hofmann:
„Die von Pater Romano Christen geäußerten Ansichten entsprechen nicht der Auffassung des Kölner Erzbischofs, Kardinal Woelki. Der Kardinal, der sich derzeit als Präsident des Heilig-Land-Vereins in Israel aufhält, wird nach seiner Rückkehr ein Gespräch mit Pater Romano Christen führen und dabei seinen Standpunkt deutlich machen.
Für das Erzbistum Köln halte ich fest, dass wir großen Wert darauf legen, Fragen der Sexualität in der Priesterausbildung intensiv und vorurteilsfrei zu thematisieren und dabei den neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse darzustellen. Wir sind dabei, mit Hilfe externer Spezialisten neue Bausteine der Ausbildung zu schaffen, die den Kandidaten für das Priesteramt eine offene und klare Reflexion sowohl über ihre eigene Sexualität als auch zu sexualwissenschaftlichen Fragen ermöglichen und ungeachtet der jeweiligen sexuellen Orientierung zu einer reifen Persönlichkeit und einem natürlichen Selbstvertrauen beitragen.“