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Würdiges Gedenken an die Toten auf der Flucht:Weltflüchtlingstag 2026

Datum:
22. Juni 2026
Von:
Newsdesk/cdt
Mit der Aktion „Beim Namen nennen“ erinnerte die Aktion Neue Nachbarn am Weltflüchtlingstag an Menschen, die auf der Flucht nach Europa ihr Leben verloren haben.

Bonn/Euskirchen. Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni 2026 haben sich die Integrationsbeauftragten der Aktion Neue Nachbarn in Euskirchen und Bonn an der deutsch-schweizerischen Gedenkaktion „Beim Namen nennen“ beteiligt. Gemeinsam mit Kooperationspartnern wurde an Menschen erinnert, die auf der Flucht ihr Leben verloren haben.

Grundlage der Aktion ist die „List of Refugee Deaths“ von UNITED for Intercultural Action, einem Netzwerk gegen Rassismus und zur Unterstützung von Geflüchteten. Die Liste dokumentiert seit 1993 Todesfälle auf Fluchtwegen nach Europa und macht das Ausmaß der humanitären Tragödien an den europäischen Grenzen sichtbar. In diesem Zeitraum verloren mehr als 72.800 Menschen ihr Leben.

Namen statt Zahlen

In unterschiedlichen Formaten schufen die Beteiligten Räume des Gedenkens und der Begegnung. So gab es in Euskirchen an der Herz-Jesu-Kirche eine Lichtinstallation, auf der drei Tage lang rund um die Uhr die Namen von Verstorbenen sichtbar gemacht wurden. In Bonn wurden die Namen der Opfer und ihre Schicksale verlesen und ihrer in würdiger Weise gedacht.

Damit folgten die Veranstaltungen dem Anliegen der Aktion „Beim Namen nennen“: Menschen, die auf der Flucht ums Leben gekommen sind, nicht auf anonyme Zahlen zu reduzieren, sondern ihre Namen, ihre Würde und ihre Menschlichkeit sichtbar zu machen.

Die Gedenkaktionen luden Passantinnen und Passanten dazu ein, für einen Moment innezuhalten und sich mit den oft tragischen Folgen von Flucht und Vertreibung auseinanderzusetzen. Viele nutzten die Gelegenheit, zuzuhören, eine Kerze zu entzünden oder ins Gespräch zu kommen und so ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Zeichen gegen das Vergessen

„Es war ein berührendes und würdevolles Gedenken“, so die Koordinatorin der Aktion Neue Nachbarn, Caroline Di Totto. „Die Aktion macht deutlich, dass die Menschenwürde nicht an den Grenzen Europas endet. Indem wir die Namen der Toten nennen, setzen wir ein Zeichen gegen das Vergessen und erinnern daran, dass hinter jedem Schicksal ein Mensch mit einer eigenen Geschichte steht.“

Gerade weil Fluchtbewegungen häufig in Statistiken und politischen Debatten verhandelt werden, setzte die Aktion am Weltflüchtlingstag ein sichtbares Zeichen für Menschlichkeit und Mitgefühl. Das gemeinsame Gedenken rückte die einzelnen Schicksale in den Mittelpunkt und erinnerte an Menschen mit Hoffnungen, Beziehungen und Lebensplänen.

Die Aktion Neue Nachbarn dankt allen Kooperationspartnern, Ehrenamtlichen sowie den Besucherinnen und Besuchern, die das Gedenken in Euskirchen und Bonn mitgetragen haben. Gemeinsam wurde ein Zeichen der Solidarität und der Erinnerung gesetzt – für die Verstorbenen, ihre Geschichten und ihre unveräußerliche Würde.

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