Als Jugendlicher setzte er sich in seiner Pfarrgemeinde ein, brachte sich selbst Informatik bei und zeichnete sich schon früh in der Arbeit am Computer aus. Bereits als Zehnjähriger gestaltete er eigene Webseiten. Im Zuge seiner Seligsprechung 2020 wurde festgestellt, dass sich Acutis ausschließlich für religiöse Inhalte im Internet interessierte. Schulferien verbrachte er oft in Assisi und wünschte sich, dort begraben zu werden.
Digitales Verzeichnis eucharistischer Wunder
Carlo Acutis erstellte im Alter von elf Jahren ein Online-Verzeichnis mit insgesamt 136 überlieferten eucharistischen Wundern weltweit. Bei einem sogenannten eucharistischen Wunder verwandeln sich die Gaben von Brot und Wein sichtbar und auf unerklärliche Weise in menschliches Fleisch und Blut. Für Carlo Acutis war es wichtig, durch die digitale Form, das Bewusstsein für die Bedeutung der Eucharistie zu stärken und den Glauben daran zu vertiefen. „Die Heilige Eucharistie ist meine Autobahn in den Himmel“, sagte er oft.
Posthum haben Freunde und Bekannte von Acutis aus diesem Verzeichnis eine Ausstellung gemacht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde und an verschiedenen Orten zu sehen ist. Zusätzlich dazu erschien 2014 ein Online-Verzeichnis der von der römisch-katholischen Kirche anerkannten Marienerscheinungen: „Die Jungfrau Maria ist die einzige Frau in meinem Leben.“
Gelebter Glauben im Dienst für die Armen
Neben seiner Mission und Evangelisierung im Internet hat Carlo die Menschen seiner unmittelbaren Umgebung nicht vergessen. Immer freundlich und mit einem Lächeln auf den Lippen half er den Armen und Schwachen; auch für Obdachlose soll er sich eingesetzt haben.
Zudem stand er Mitschülern bei und klärte sie über das Suchtpotential von Internet und sozialen Medien auf.
Erkrankung und Tod
2006, mit gerade einmal 15 Jahren, erkrankte Carlo Acutis an einer aggressiven Form von Leukämie, die innerhalb weniger Tage zum Tod führen sollte. Das Leiden der Krankheit opferte er „für Papst und Kirche“ auf.
Carlo Acutis starb am 12. Oktober 2006 und wurde unter großer Anteilnahme – auch von Armen und Obdachlosen, die er unterstützt hatte – in Ternengo begraben. 2007 wurde er, wie er es sich zeitlebens gewünscht hatte, in Assisi umgebettet.
2013: Seligsprechungsprozess eröffnet
Nachdem 2013 der Seligsprechungsprozess für Carlo Acutis eröffnet und 2016 abgeschlossen worden war, sprach Papst Franziskus dem Jungen den sogenannten „heroischen Tugendgrad“ zu – eine Vorstufe der Seligsprechung. Allerdings: Für die Seligsprechung ist ein Wunder nötig, das auf die Fürsprache Acutis‘ geschehen soll.
2019 wurde ein solches Wunder anerkannt: 2010 soll ein brasilianischer Junge auf wunderbare Weise geheilt worden sein, der seit der Geburt an einer Krankheit der Bauchspeicheldrüse litt. Die Heilung soll durch eine Reliquie Carlos geschehen sein, die der Genesene im Oktober 2010 berührt hatte.
Seligsprechung des Teenagers
Am 10. Oktober 2020 hat der päpstliche Gesandte Agostino Kardinal Vallini Carlo Acutis in der Basilika San Francesco in Assisi seliggesprochen. Das Herz wurde dem Leichnam entnommen und in einem kostbaren Reliquiar zunächst in der Franziskus-Basilika ausgestellt.
Der aufgrund seines Wirkens im Internet auch „Cyber-Apostel“ genannte Selige kann als Vorbild in unserer digitalen und oft schnelllebigen Welt als Vorbild dienen. Carlo Acutis zeigt, dass Technologie und Glaube vereinbar sind und auch junge Menschen dadurch Glaube und Hingabe erfahren und leben können.
Sein Festtag ist sein Todestag – der 12. Oktober.