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Familienangebote im Erzbistum Köln:Neu in der Stadt: Anschluss finden mit Kindern

Von:
Diana Haß, Fotos: Diana Haß
Datum:
3. Sept. 2026
Kinderkirche Aktion
Wer mit Kindern neu in Köln oder der Region ist, sucht oft erst einmal Anschluss. Die Familienangebote des Erzbistums Köln bieten unkomplizierte Möglichkeiten, andere Eltern und Kinder kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Ein Besuch in der Kinderkirche zeigt, wie das gelingen kann.

Ob Eltern-Kind-Kurs, offener Treff, Familienzentrum oder Kleinkind-Gottesdienst: Solche Angebote schaffen Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsame Erfahrungen.

Jette streckt ihren Beißring stolz einer fremden Frau entgegen. Lächelnd nimmt diese ihn und gibt ihn der Einjährigen zurück. Auf der Altarempore der romanischen Kirche St. Gereon in der Kölner Innenstadt findet an diesem Sonntagmorgen die „Ströppchen: Kirche“ statt. Ein monatliches Angebot für Eltern und kleine Kinder. Elf Erwachsene und neun Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren sind heute dabei.

Kinderkirche in Köln: Gemeinsam ankommen, wenn man neu in der Stadt ist

Kinderkirche - Mädchen im Kreis

Sie bilden einen Kreis. Dazwischen hockt Religionspädagogin Jennifer Ayin auf dem Boden und stimmt das Begrüßungslied „Schön, dass du da bist“ an: „Große Leut‘, kleine Leut‘ singen heut‘, klatschen heut‘ …“

Der Text ist einfach, Eltern und ältere Kinder klatschen in die Hände oder wippen mit den Füßen, wenn der Text es verlangt. Einige Kinder lümmeln und räkeln sich genüsslich auf den Matten. In der Mitte tanzt ein Kleinkind mit offensichtlicher Freude an seinen erst kürzlich erworbenen Laufkünsten.

Einige Erwachsene erzählen gut gelaunt, wo sie in Urlaub waren. Jennifer Ayin zeigt ein Marienbild, das sie im Türkeiurlaub gekauft hat. Die Stimmung ist fröhlich, ungezwungen und familiär. Die jungen Eltern und ihre Kinder singen zusammen, fassen sich zum Vaterunser an den Händen und gleiten entspannt in den Sonntagvormittag.

Austausch bei Kaffee und Keks

Kinderkirche: Mutter mit Kind

Nach gut 20 Minuten Kindergottesdienst treffen sich alle zu Kaffee und Keks im Vorraum der Kirche.

"Das ist ein festes Angebot, damit sich die Eltern, aber auch die Großeltern oder wer auch immer gekommen ist, ungezwungen austauschen können", sagt Jennifer Ayin. Sie weiß: "Kontakte sind mit Kindern noch mal ganz anders und zudem anders wichtig."

Carolin Nagenborg bestätigt das. Die 34-Jährige kommt mit ihrem Mann Jan und den beiden kleinen Kindern - Kasper (2) und Willem (6 Monate) – häufig zur Kinderkirche. Vor ein paar Jahren ist das Paar, das aus dem Westmünsterland stammt, ins Kölner Gereonsviertel gezogen.

Familienangebote in Köln und der Region entdecken

Damit und Kinder Kontakte knüpfen und sich austauschen können, gibt es im Erzbistum Köln eine Vielzahl von Angeboten für Familien. Sie richten sich an Familien in unterschiedliche Lebenslagen und eignen sich für Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters. Gerade nach einem Umzug bieten sie eine unkomplizierte Gelegenheit, andere Familien kennenzulernen und vor Ort Anschluss zu finden.

Welche Angebote es vor Ort gibt, erfahren Interessierte in den katholischen Familienzentren. Eine Übersicht findet sich hier: Netzwerke in Ihrer Region 

Neue Kontakte und Freunde finden für Eltern und Kinder

Kinderkirche - Familienaustausch

Eine ganze Reihe an Bekanntschaften machten die Nagenborgs als junge Eltern über kirchliche Angebote. „Wir haben Eltern-Kind-Kurse im Familienforum im Agnesviertel besucht. Wir gehen dorthin zum offenen Treff. Und ich habe da einen Nähkurs gemacht“, erzählt Carolin Nagenborg.

Auch im katholischen Kindergarten St. Alban und bei der Kinderkirche in St. Gereon knüpfte die Familie neue Kontakte. „Das sind alles gute niedrigschwellig Angebote. Wir finden es toll, dass es so ein breites Angebot gibt“, lobt die Mutter.

Kirche mit kleinen Kindern kennenlernen

Kinderkirche - Kreis

An der Kinderkirche schätzen sie und ihr Mann die entspannte Atmosphäre und die Gemeinschaft mit anderen Eltern. "Wir freuen uns auch über die Möglichkeit, dass die Kinder so die Kirche kennenlernen und wir unsere Jungs an sie heranführen können", sagt Jan Nagenborg. "Man lernt nichts kennen, das einem nicht nahegebracht wird. Was die Jungs selbst mal daraus machen, ist ihre Sache."

Nach der Erfahrung von Jennifer Ayin ist dies für viele Eltern ein wichtiger Grund, den Kleinkind-Gottesdienst zu besuchen. "Ihnen ist es wichtig, ihren Kindern den christlichen Glauben mitzugeben, eine Art Grundstock zu legen. Familie ist immer auch ein Neuanfang", beobachtet Ayin. Dabei müsse die Vermittlung des Glaubens zur Lebenswirklichkeit mit Kleinkindern passen. Der lockere Rahmen und die Zeit um 10 Uhr am Sonntagvormittag haben sich als geeignet erwiesen.

"Eltern mit kleinen Kindern sind früh wach, da passt die Zeit super", bestätigt Carolin Nagenborg. Nach dem Gottesdienst hat sie Willem noch kurz auf der Altarempore gestillt. Jetzt schläft er selig auf ihrem Schoß. Ihr Mann und der ältere Sohn sind schon runter zu Kaffee und Keks. Dafür hat Willems Bruder Kasper gesorgt. "Momentan ist Kasper ganz heiß auf die Kekse, die es nach der Kinderkirche gibt", lacht Jan Nagenborg.