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Tipps für die Herbstferien:Spiele für draußen: Warum Spielen an der frischen Luft Kindern guttut

Von:
Sara Ebertz
Datum:
19. Okt. 2026
Kind mit Kastanien (Symbolbild)
Wald statt WLAN: Pfützenspringen macht schlau. Wer matscht, klettert, sammelt und staunt, erfährt die Welt mit allen Sinnen. Für Familien, insbesondere Eltern, oder Erzieher, die Kinder in den Herbstferien und im Alltag nach draußen locken möchten, zeigt dieser Beitrag, warum Draußenspielen Bewegung, Selbstvertrauen und Kreativität stärkt – und welche Ausflugsorte und Naturerlebnisse direkt vor der Haustür warten.

Natur ist die bessere "Spielekonsole".

Wenn im Kinderzimmer die Luft raus ist, wird es Zeit für einen Tapetenwechsel: Gummistiefel an und ab durch die Hecke! Denn zwischen Moos und raschelndem Laub warten Spaß und jede Menge Aha-Momente. Beim Toben und Spielen an der frischen Luft kommen kleine Stubenhocker in Bewegung – das hebt die Stimmung, schärft zugleich die Sinne und stärkt das Immunsystem.

Die Natur ist besser als jede Spielekonsole der Welt: Wird ein liegender Baumstamm zur Brücke, ein Bach zur Forschungsstation oder ein Felsen zur Mutprobe, entwickeln Kinder Fähigkeiten, die weit über den Moment hinauswirken. Sie trainieren ihr Gleichgewicht und Körpergefühl, lernen, Risiken einzuschätzen und etwas aus eigener Kraft zu schaffen.

Bildungsstätte Steinbachtalsperre

"Das stärkt ihr Selbstvertrauen und weckt Neugier auf die Welt", sagt Tobias Kirchner, Leiter der Katholischen Bildungsstätte Steinbachtalsperre. Draußen sammeln Kinder Erfahrungen, für die im Alltag oft wenig Platz bleibt, weiß der Diplom-Pädagoge: "Nicht umsonst sind die beliebtesten Angebote unseres Kinderzentrums der Barfußlehrpfad und unser Wahrnehmungs-Parcours. Sie regen Kinder spielerisch dazu an, mit allen Sinnen auf Entdeckungstour zu gehen."

Die wertvollsten Abenteuer sind umsonst.

Die Natur als Spielplatz hat außerdem einen großen Vorteil: Es braucht weder eine aufwändige Ausrüstung noch eine Eintrittskarte, um etwas Spannendes zu erleben. Gerade im Herbst locken bunt gefärbte Wälder und raschelndes Laub nach draußen.

Doch: Während manche Kinder sofort loslegen und sich mühelos eigene Spiele ausdenken, kommt anderen schnell ein "Mir ist langweilig" über die Lippen, beobachtet Tobias Kirchner immer wieder. "Damit Kinder zwischen Schule, Hausaufgaben und Hobbies nicht verlernen, mit Freiräumen umzugehen, sollte man ihnen viele Gelegenheiten bieten, ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf zu lassen."

Um die Couch-Crew nach draußen zu locken, braucht es oft gar nicht viel. Für Eltern heißt das: Statt eines ausgeklügelten Unterhaltungsprogramms reicht manchmal schon eine kleine Anregung, die Lust aufs Entdecken macht. Wer findet den Stock mit der verrücktesten Form oder die schönsten Blätter? Kirchner: "Wir haben gerade ein sehr aktives Eichhörnchen-Paar auf dem Gelände unserer Bildungsstätte, das seine Nüsse von A nach B schleppt. Auch Tiere in der Natur zu beobachten, sorgt bei Kindern meist für große Begeisterung."

Kind mit Kastanien (Symbolbild)

Raus mit Euch: Kastanien-Männchen basteln sich nicht von selbst.

Hilfreich ist auch ein konkretes Ziel: Eine Wiese voller Kastanienbäume wird schnell zum Schatzsucherparadies, wenn sich Kinder schon auf das gemeinsame Basteln im Anschluss freuen. Und wer bei Regenwetter zur Pfützen-Weitspritz-Challenge aufruft, sorgt garantiert für nasse Füße und Geschichten, die noch lange in Erinnerung bleiben.

Lust auf ein schönes Outdoor-Erlebnis mit der ganzen Familie, aber keinen Plan, wohin? Hier kommen unsere Herbstferien-Highlights für kleine und große Natur-Entdecker: 

Sieben Wunder in der Kirche erleben:

Wer hat den Himmel gemacht? Warum gibt es so viele verschiedene Tiere? In der Familienkirche St. Joseph in Köln-Nippes gehen neugierige Köpfe diesen großen Fragen auf den Grund. Im interaktiven Erlebnisraum dürfen kleine Warum-Frager auch selbst aktiv werden.

Infos: FAMKI St. Joseph, St.-Josephskirchplatz 1, 50733 Köln-Nippes, Öffnungszeiten: MO – FR, 10 bis 18 Uhr. Kostenlos, ab 3 Jahren.

Spukalarm auf dem Schloss:

Es wird geheimnisvoll, wenn Hexe Brunella im Schlosspark mit Einbruch der Dunkelheit schaurige Geschichten und Sagen aus dem Rhein-Erft-Kreis erzählt. Taschenlampe nicht vergessen! Gruseln ist erlaubt, Angst haben muss niemand. Oder vielleicht doch? Im Schlosspark lässt sich auf jeden Fall die eine oder andere Mutprobe bestehen!

Infos: Am 30.10. und 31.10.2026, 17:15 und 19 Uhr, Treffpunkt Schloss Pfaffendorf, Burggasse, Bergheim, Kosten: 5 € pro Person, ab 8 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen, Anmeldung per E-Mail (www.rhein-erft-tourismus.de)

Ein Picknick mit Aussicht:

Wer sagt eigentlich, dass Essen unter freiem Himmel nur im Sommer Spaß macht? Mit einer warmen Suppe in der Thermoskanne oder einer gut gefüllten Brotdose wird ein Picknick auch an einem grauen Herbsttag zum Erlebnis. Besonders schön ist es im Kölner Rheinpark mit Blick auf den Dom. Wer regelmäßig frische Luft tankt, lernt: Draußen erlebt man etwas – bei jedem Wetter.

Infos: Rheinpark Köln, Auenweg, 50679 Köln-Deutz

Ein Waldsofa aus Ästen bauen:

Das geht auf Müller’s Wiese in Düsseldorf. Hier lassen sich aus herumliegenden Stöcken und Ästen auch kleine Hütten und Nester gestalten. Und wenn es regnet, verwandelt sich das Tipi zum Unterschlupf. Beim Bauen sind Köpfchen und Fantasie gefragt.  

Infos: Waldspielplatz Müller’s Wiese, Aaper Wald, Düsseldorf, Anfahrt über den Dachsbergweg, 40472 Düsseldorf (Nähe Haltestelle Oberrath). 

Kind spielt mit Blättern (Symbolbild)

In Gummistiefeln durch Pfützen springen:

Ein großer Satz und schon ist was los. Das Wasser spritzt, Wellen breiten sich aus und kleine Entdecker beobachten mit allen Sinnen, was ihr Sprung bewirkt. Das ist Physik zum Mitmachen! Und wer sich sogar in einen flachen Bach wagt, spürt das kühle Wasser und merkt ganz nebenbei: Ich traue mich etwas!

Infos: Im Königsforst gibt es neben verschlungenen Wegen viele Bachläufe und bei Regen auch große Matsch-Pfützen. Am Rather Forsthaus beginnt ein 4 km langer Waldlehrpfad (Forstbacher Straße 29, 51107 Köln). 

Kind springt in Pfütze (Symbolbild)

Herbstschätze sammeln und ein Naturbild legen:

In diesen Tagen sind Kastanien kiloweise zu finden, dazwischen Bucheckern, Eicheln und bunte Blätter. Also Taschen füllen und los! Aus den Fundstücken lassen sich Naturbilder der schönsten Sorte basteln. Stöcke und Steine lassen sich ebenfalls als Materialien nutzen. Und Kinder entdecken nebenbei, wie unterschiedlich sich ihre Herbstschätze anfühlen und welche Vielfalt die Schöpfung zu bieten hat. 
 
Infos: Entlang der Wiesen am Decksteiner Weiher in Köln gibt es eine lange Kastanienallee, wo Sammler fündig werden. Anfahrt über den Alten Militärring, parken geht z.B. am Haus am See. 

Herbstmalen (Symbolbild)

Einen Drachen am Himmel tanzen lassen:

Wind suchen, anlaufen, ein kräftiger Ruck an der Leine und dann spürst du das Glücksgefühl, wenn der Drachen steigt. Auf den offenen Wiesen der Bonner Rheinaue gibt es reichlich Platz für einen Höhenflug. Bloß nicht aufgeben, wenn der Drachen einen Bauchklatscher hinlegt. Es braucht Geduld, Geschick und ein Gespür für die perfekte Brise, bis er am Himmel tanzt.

Infos: Rheinaue Bonn, Ludwig-Erhard-Allee 20, 53175 Bonn (Parken kostenlos an der Petra-Kelly-Allee).

Drachensteigen (Symbolbild)

Tiere beobachten bei jedem Wetter:

Wer entdeckt zuerst eine Reh-Spur im Waldboden? Was steht bei Wildschweinen auf dem Speiseplan? Und wie geschickt klettern eigentlich Ziegen? In den Wildgehegen der Umgebung gibt es viele Geheimnisse zu lüften. Das Beste: Dafür muss nicht mal die Sonne scheinen. Durch Beobachtung wächst das Wissen über Tiere, wie sie sich z.B. auf die kalte Jahreszeit vorbereiten.

Infos: Wildpark Dünnwald, Dünnwalder Mauspfad 230, 51069 Köln-Dünnwald;  Lindenthaler Tierpark, Marcel-Proust-Promenade 1 (Ecke Kitschburger Straße), 50935 Köln-Lindenthal.

Kind streichelt Ziege (Symbolbild)