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Wenn Kinder trauern. Das war der Studientag 2026

Mit Wachsmalstiften gemaltes Bild von einem Mädchen in der Natur und auf dem Boden liegt sehr viel Müll

Auch Kinder erleben immer wieder kleine und große Abschiede: Der Hamster liegt tot im Käfig, die Eltern trennen sich, der große Bruder geht zum Studium ins Ausland, ein Umzug führt zum Verlust der besten Freundin oder die geliebte Oma stirbt. Es gehört zu den natürlichen Reflexen von Eltern, dass sie ihr Kind vor Schmerz, Begegnung mit dem Tod und Trauer schützen möchten. Aber Kinder können und sollten auch trauern, sagen Experten, dabei allerdings liebevoll begleitet und unterstützt werden. Wie das gelingen kann, zeigte der diesjährige Studientag Trauerpastoral in Siegburg, der sich der Trauer in der Familie widmete und dabei besonders die junge Generation im Blick hatte.

Verluste gehören zum Leben, auch zum Leben von Kindern. Und je nach Altersstufe und Entwicklungsphase haben sie bei der Verarbeitung von Leidvollem, wie dem Tod eines Elternteils, eines Geschwisterkindes, der Großeltern oder auch eines Freundes oder Mitschülers, ganz individuelle Bedürfnisse. Denn mit einem solchen tiefgreifenden Erlebnis werden sie in ihrer Sicherheit und Stabilität erschüttert. Die vertraute Ordnung ihres Lebens wird mit einem Mal auf den Kopf gestellt, was nach Antworten und Reaktionen aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld verlangt: der Familie, der Schule, dem Bekanntenkreis. Allerdings können auch diese Menschen – je nach Nähe zum Verstorbenen und Tragik der Situation – überfordert sein und womöglich selbst Hilfe benötigen.

Ein Rückblick auf den Tag

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Zum Studientag kann Dr. Eva-Maria Will rund 80 Teilnehmende im Katholisch-Sozialen Institut begrüßen

Begrüßung durch Dr. Eva-Maria Will

Trauer, stellt Dr. Eva-Maria Will, Referentin im Fachbereich Lebensbegleitende Pastoral und Trauerexpertin, sehr grundsätzlich fest, sei eine lebensnotwendige und gesunde Reaktion und damit die Antwort der Seele und des Körpers auf Verlust. Die Fähigkeit zu trauern beeinflusse den Lebensweg und die Persönlichkeitsentfaltung von jungen Menschen ganz maßgeblich. Dabei sei es nicht unwichtig, wie Kinder oder Jugendliche trauerten, so die Theologin. "Denn Kinder trauern anders als Erwachsene. Und es ist wichtig, dass sie dabei gut – vor allem auch kindgerecht – begleitet werden." Doch auch wenn Menschen unterschiedlich trauerten, müssten sich alle der Aufgabe stellen, die erlebten Verluste in ihr Leben zu integrieren. Nicht alles, was an Bewältigungsstrategien für Erwachsene passe, lasse sich auf Kinder übertragen. Von daher brauche Trauerarbeit mit und für Kinder ein besonderes Augenmerk.

Die Vorträge regen zu Rückfragen an

Was das konkret bedeutet, wie Kinder bei ihrem Trauerprozess unterstützt werden können, ob sie beschützt oder mit Tod und Verlustschmerz konfrontiert, eher in das akute Geschehen einbezogen oder weggeschickt werden sollen, ob es hilfreich ist, sie an der Beerdigung teilnehmen zu lassen oder dem Abschied am Grab bewusst auszuweichen  – diese Fragen gehörten zu den Inhalten des Studientages in Kooperation mit dem Katholisch-Sozialen Institut, zu dem Will haupt- und ehrenamtlich Tätige aus der Gemeindeseelsorge – hier vor allem ehrenamtliche Begräbnisleiterinnen und -leiter – aus der Krankenhausseelsorge, dem Hospizwesen, der Militärseelsorge sowie aus KiTa- und Schul-Kontexten begrüßen konnte. In drei Fachvorträgen am Vormittag ging es um die Vermittlung von Hintergrundwissen zum "Todesverständnis von Kindern", zu "Systemischen Perspektiven von Trauer" und zur "Krisenintervention in der Schule", während in den zur Wahl stehenden Workshops am Nachmittag dann gezielt der Austausch untereinander im Vordergrund stand und das Anliegen, die Komplexität kindlicher Trauer in allen ihren Facetten zu thematisieren.

Die Vorträge regen zu Rückfragen an

"Tote begraben und Trauernde trösten gehört zu den Werken der Barmherzigkeit. Von daher ist die Seelsorge mit Trauernden eine ureigene Kernaufgabe der Kirche und darf nicht wegdelegiert werden", betont Will. "In einer vertieften Auseinandersetzung mit einem gesellschaftlich relevanten Thema steigen wir mit Expertenmeinungen in einen Diskurs ein, der dem Einzelnen bei seiner alltäglichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen neue praxistaugliche Impulse gibt." Denn Umgang mit Sterben, Tod und Trauer sei immer eine Herausforderung, sagt die Initiatorin dieses Studientages. Trauer habe viele Gesichter, und daher sei es das Ziel, Trauer zu deuten und Raum für Trost zu öffnen. Zudem entspreche dies auch dem Evangelisierungsauftrag der Kirche. "Dafür muss man unter Umständen eingefahrene Pfade verlassen, um Neues auszuprobieren und daraus konkrete Handlungsschritte für die Trauerseelsorge abzuleiten.

Regine Klein und Mattia Zurlo setzen Kuscheltiere in der Trauerarbeit mit Kindern ein.

Regine Klein und Mattia Zurlo setzen Kuscheltiere in der Trauerarbeit mit Kindern ein. 

Bücher, Spiele und andere Materialien bieten neue Impulse

Zwei Teilnehmerinnen im angeregten Gespräch

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Bücher, Spiele und andere Materialien bieten neue Impulse 

Liebevolle Begleitung

Unser Anspruch besteht darin, trauernde Familien und ihre Kinder nicht allein zu lassen, sondern als Kirche an ihrer Seite zu stehen“, formuliert die Diözesanreferentin Dr. Eva-Maria Will. "Wir sind besonders mit den Kleinsten und Schwächsten solidarisch und wollen Kinder auf ihrem Trauerweg bei der Suche nach Trost fürsorglich und liebevoll begleiten."

Von daher biete eine solche Veranstaltung auch unterschiedliche Lernfelder mit individuellen Zugängen zu Trauer: über Trostgeschichten aus der Bibel, über Musik als Ausdrucksmittel oder Literatur, die Sehnsuchtsphantasien spiegele; über Materialien wie Kuscheltiere oder Bilderbücher – Stichwort "Trauerkoffer" als "Erste- Hilfe"-Instrumentarium – aber auch über Methoden wie beispielsweise die Transaktionsanalyse oder ganz praktisch-technische Hinweise beim Aufbau einer Trauergruppe.

Cornelia Will zu den magischen Bildern in Cornelia Funkes Kinder- und Jugendbüchern

Cornelia Will zu den magischen Bildern in Cornelia Funkes Kinder- und Jugendbüchern 

Teilnehmer des Studientages erkunden Materialien für einen Trauerkoffer

Teilnehmer des Studientages erkunden Materialien für einen Trauerkoffer 

Pastoralreferentin Corinna Zens gibt Impulse für den Aufbau einer Trauergruppe

Pastoralreferentin Corinna Zens gibt Impulse für den Aufbau einer Trauergruppe 

Konkrete Umsetzungen und Maßnahmen

Peter Jakob Hennen (Mitte) will eine Kindertrauergruppe gründen (links Susanne Besuglow)

Für einen solchen Arbeitskreis hat sich Peter Jakob Hennen aus Hürth entschieden. Er gehört zu den ersten ehrenamtlichen Bestattungsbeauftragten im Erzbistum Köln und hat vor zehn Jahren am damaligen Pilotprojekt teilgenommen. Auch wenn er sich dieses Ehrenamt für sich gar nicht habe vorstellen können, wie er erzählt, sei es inzwischen fester Bestandteil seines Lebens. Zweimal im Monat übernimmt er neben seinen beruflichen Aufgaben diesen Dienst. Aktuell plant Hennen in seiner Gemeinde, eine Trauergruppe für Kinder ins Leben zu rufen. Bei diesem Studientag will er sich das nötige Rüstzeug dafür holen. Denn die Konfrontation mit der Trauer von Kindern bewege ihn schon lange.

"Meine Mutter ist unmittelbar nach meiner Geburt mit nur 23 Jahren gestorben. Zeitlebens habe ich sie vermisst, immer aber Menschen gehabt, die für mich da waren", begründet der 63-Jährige sein Engagement in der Trauerbegleitung. Vor 30 Jahren sei einer seiner Zwillingssöhne im Alter von einem Jahr am plötzlichen Kindstod verstorben, auch da habe er viel Hilfe, Zuwendung und Begleitung bei der eigenen Trauer erfahren. "Davon will ich etwas zurückgeben", argumentiert der Vater von sechs Kindern. "Ich kann mich aufgrund meiner Biografie gut in Trauer hineinversetzen, bekomme aber auch viel zurück", stellt Hennen fest, der immer wieder für die Beerdigung von Sternenkindern angefragt wird oder Kinder bei Bestattungen gerne schon mal zur Seite nimmt, um auf ihre spezielle kindliche Trauer gezielt zu reagieren. Eine solche Qualifizierungsmaßnahme bedeute ihm viel, meint er, denn er wolle immer noch dazu lernen.

Beate Schmitz erzählt von ihren Begegnungen mit Kindern bei Beerdigungen

Konkretes will auch Beate Schmitz, ebenfalls ehrenamtliche Bestattungsbeauftragte, aus Siegburg mitnehmen. Kinder kämen mit ihrer Trauer oft zu kurz, auch weil in Familien manchmal gar nicht über Trauer gesprochen werden könne, gerade wenn die Erwachsenen in ihrem Schmerz gefangen blieben, beobachtet die 74-Jährige.

Aus diesem Grund richte sie bei Begräbnisfeiern ohnehin ihre besondere Aufmerksamkeit auf Kinder. Es sei wichtig, auch deren Trauer wahrzunehmen, stellt Schmitz fest, und sie mit größtmöglicher Sensibilität je nach Alter mit kleinen Aufgaben einzubeziehen. Man müsse Antworten haben, zum Beispiel wenn eine Fünfjährige in einem Kolumbarium sage: In diese kleine Vase passt der Opa doch gar nicht rein. Und die größere Schwester belehre: Da ist ja auch seine Asche drin. "Wir müssen Kinder in ihrer Trauer sehen und sie ernst nehmen", unterstreicht die Düsseldorferin. Von daher seien für sie die Impulse dieser Workshops "total wertvoll".

Die „innere Schatzkiste“

Gemeindereferentin Susanne Besuglow lässt die Emmaus-Geschichte lebendig werden

Zur Arbeit mit trauernden Kindern gehört für Gemeindereferentin Susanne Besuglow, wie sie in ihrem Arbeitskreis erklärt, neben dem Himmel auch noch andere Bilder für Trauer und Trost zur Verfügung zu stellen und diesbezüglich die "innere Schatzkiste" mit Ermutigungen zu füllen.

Ursula Pies-Brodesser von der Familienpastoral im Erzbistum Köln (links) bietet Ausbildungskurse für Bibelerzähler an

Besuglow hat eine Ausbildung zur Bibelerzählerin absolviert, leitet die Kinderkirche in der Pastoralen Einheit Porz und macht mit ihrer gestenreichen Vortragsweise der Emmaus-Geschichte an diesem Nachmittag anschaulich, um wie viel lebendiger eine Geschichte durchs Erzählen werden kann – selbst wenn man sie schon hundertmal gehört hat – und wie sich daraus neue Bilder kreieren lassen, die Hoffnung machen und – in diesem Fall – aus der anfänglichen Verzagtheit der Jünger die Zuversicht wächst: Jesus lebt. Es geht weiter.

Klänge können helfen, der Trauer Ausdruck zu verleihen

Und Veronika Metzger, Kirchenmusikerin, Musiktherapeutin und Hospizbegleiterin demonstriert, wie Musik zum Resonanzraum eigener Gefühle werden kann, wo Worte fehlen, und wie Kinder lernen können, sich über Trommeln, Glöckchen oder Klangschalen in ihrer Trauer auszudrücken.

Impressionen aus dem Workshop mit Veronika Metzger
Klänge können helfen, der Trauer Ausdruck zu verleihen

Warum wacht Opa nicht mehr auf?

Hedwig Bergmann bei ihrem Eröffnungsvortrag

Um Kinder aber in ihrer Trauer gut begleiten und altersgemäße Bewältigungsstrategien anbieten zu können, ist es zunächst erforderlich zu wissen, dass die Vorstellungen, die Kinder vom Tod haben, vielfältig sind und vom Alter, der kognitiven Entwicklung, Religion oder Kultur abhängen. Das machte Hedwig Bergmann, Diplom-Heilpädagogin, EFL-Beraterin, Kommunikationstrainerin und Supervisorin, in ihrem Eingangsvortrag "Warum wacht Opa nicht mehr auf?" deutlich. Und dass es eine Rolle spiele, wie in der Familie mit Verlusten und dem Tod umgegangen werde. Sie zeigte auf, was Kinder – vom Säuglingsalter an – in den einzelnen Altersstufen schon begreifen, wie sie ihre Trauer zeigen können und sich ihr Verständnis vom Tod – je älter sie werden – wandelt, sie aber dabei immer von der eigenen Erfahrungswelt ausgehen.

Bergmann führte an, dass im frühen Kindesalter Gefühle vor Verstehen kommen, dass schonende Umschreibungen wie "Der Opa ist eingeschlafen" für Kleinkinder höchst irritierend sein können und dass die Abwesenheit einer engen Bezugsperson immer eine emotionale Erschütterung auslöst, die sich nicht selten durch körperliche Symptome äußern.

Ein erstes realistisches Verständnis für den Tod könnten sie erst in der Phase zwischen sechs und neun Jahren entwickeln. Und auch dann switchten sie zwischen Realität und Phantasie, zwischen Empfindungen wie Trauer, Wut, scheinbarer Akzeptanz, Normalität und Aggression immer hin und her. Das Begreifen, dass der Tod irreversibel sei, komme erst sehr viel später, analysierte die Expertin. Zeitgleich setze dann damit auch die Beschäftigung mit existenziellen Fragen wie "Was kommt nach dem Tod?" oder "Warum müssen wir überhaupt sterben?" ein, so dass Erwachsene in dieser Phase auch ihre Spiritualität oder Glaubensüberzeugung anbieten könnten. Grundsätzlich, unterstrich Bergmann, seien ehrliche, einfache und konkrete Erklärungen Kindern immer eine Hilfe – auch die proaktive Entlastung von Schuldgefühlen „Am Tod von Opa ist niemand schuld; er war schon lange sehr krank“. Während bei Jugendlichen wichtig sei, deren Zugehörigkeitsgefühl, beispielsweise zu ihrer Peergroup, zu stärken und verlässliche Zuwendung, Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. "Wie ein Kind oder ein Jugendlicher Tod und Trauer verarbeitet, hängt immer auch von seinem sozialen Umfeld ab: dass es sich gesehen, begleitet und geliebt fühlt."

Hedwig Bergmann, Sandra Behrendt (rechts), Dr. Eva-Maria Will (links)

Hedwig Bergmann, Sandra Behrendt (rechts),
Dr. Eva-Maria Will (links)

Kinder lassen sich über ihre Sinne ansprechen

Kinder lassen sich über ihre Sinne ansprechen 

Auf „das große Ganze“ schauen

Andreas Schönfeld zur Trauer im System „Familie“

Pfarrer Andreas Schönfeld, lehrender und supervidierender Transaktionsanalytiker unter Supervision (PTSTA/C) aus Brühl, führte mit seinem Vortrag in die systemische Praxis des Trauergesprächs ein und machte an dem Satz von Aristoteles „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ anschaulich, dass Trauer nicht nur das Individuum betreffe, sondern jeder Mensch Teil "seines" Systems sei, wozu Herkunft, Familie, Freunde, Kita, Schule, Kommuniongruppe, Arbeitsplatz, Sportverein etc. zählten. Das heißt, eine Trauersituation betrifft nicht nur den Einzelnen, sondern immer auch das komplette Netzwerk, in das jemand eingebunden ist. Auf "das große Ganze" zu schauen, die Interaktion in der Gruppe wahrzunehmen und zu verstehen, wie dieses spezielle komplexe Familiensystem funktioniere, welche biografischen Muster und Rollenzuweisungen, welche Übertragungen oder Gegenübertragungen es gebe, welche Normen existierten, Trauer überhaupt zuzulassen und fühlen zu dürfen, welche Narrative eines Familienmythos von Generation zu Generation weitergetragen würden, helfe ihm bei Trauergesprächen, erklärte der Seelsorger.

"Ich muss ein Gefühl dafür bekommen, in welchem ‚System‘ ich da gerade unterwegs bin, um dabei helfen zu können, dass sich der einzelne Trauernde, aber auch die ganze Familie reorganisiert und an die veränderte Wirklichkeit anpasst." Denn darum gehe es bei der Transaktionsanalyse: Kraftquellen und Ressourcen – auch spirituelle – zu aktivieren. Der Verlust sei im System immer eine Leerstelle. In der Begleitung, so Schönfeld, gehe es darum, Trauernden dabei zu helfen, ohne den Verstorbenen weiterzuleben, den Verlust zu realisieren, Sinn neu zu formulieren, sich Zeit zum Trauern zu lassen und individuelle Unterschiede zu berücksichtigen.

Trauer im Klassenzimmer. Krisenintervention in der Schule

Regina Klein in ihrem Vortrag zur schulischen Krisenintervention

Der Vortrag von Regine Klein zu "Trauer im Klassenzimmer. Krisenintervention in der Schule" legte schließlich nochmals die Vielfalt und auch erschreckend steigende Frequenz von schulischen Krisenanlässen, zu denen inzwischen vermehrt Suizide zählen, offen. Die Religionspädagogin und Referentin für schulische Krisenintervention in der Schulpastoral des Erzbistums Köln erklärte Krise als Kontrollverlust und Bedrohung von etwas, was sonst vertraut und zuverlässig ist. Zu den größten denkbaren Krisen gehören demnach der plötzliche (Unfall-)Tod eines Schülers, eines Elternteils, eines Lehrers oder sonstigen schulischen Mitarbeiters. Aber auch eine Gewalttat in der Schule, Drogenkriminalität, die Aufdeckung von sexuellem Missbrauch oder Selbstverletzung, ein schwerer Unfall bei der Klassenfahrt, ein Amoklauf, eine Geiselnahme oder eine Ermordung und eben eine Selbsttötung zählten dazu und würden das ganze System aus den Fugen geraten lassen.

Für solche Situationen sei es wichtig, empfahl sie, dass eine Schule auf ein Handlungskonzept und ein Krisenteam mit einer klaren Rollendefinition zurückgreifen könnte, um dann Abläufe koordinieren und vorhandene Ressourcen gezielt einsetzen und nutzen zu können. Krisenintervention beinhalte Planung und Prävention, Akut-Hilfe und "Nachsorge" mit der Rückkehr zur schulischen Normalität, zum Beispiel dem Rückbau einer Gedenkstelle und der Wiederherstellung von Ordnung und Sicherheit, aber auch die Organisation von langfristigen Hilfen für Risikopersonen und die Dokumentation erfolgter Interventionen, erklärte die Referentin. Sie machte darauf aufmerksam, was im Lebensraum Schule besonders zu beachten ist, mit welchen Mitteln und Methoden die Kinder und Jugendlichen in ihrem Schmerz erreicht werden – auch mit einem berührend gestalteten Gottesdienst. "Denn sie tragen viel mit sich herum", begründete Klein aus ihrer langjährigen Erfahrung. "Darauf müssen wir einfühlsam reagieren."

Texte und Bilder: Beatrice Tomasetti

Regine Klein gibt Anregungen für die Gestaltung eines Trauerkoffers

Regine Klein gibt Anregungen für die Gestaltung eines Trauerkoffers 

Der Studientag klingt mit einem gemeinsamen Lied aus (am Flügel Veronika Metzger)

Der Studientag klingt mit einem gemeinsamen Lied aus (am Flügel Veronika Metzger)

Weitere Impressionen des Tages

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Bild von Frau Dr. Eva-Maria Will

Dr. Eva-Maria Will

Referentin für Trauerpastoral