Da ist Gott.

Da ist Gott.

Im Evangelium des Passionssonntags ist vom Sterben die Rede. Vom Dienen bis zuletzt. Von der Hingabe des Lebens bis in den Tod hinein. Und wer sich davor drückt, dessen Leben ist sinnlos. Mit diesen Worten erklärt Jesus seinen Jüngern sein Leben und den Sinn seines Todes. Er versucht, ihnen zu erklären, dass das so sein muss, damit sie nicht irre werden an ihm, wenn er am Kreuz landet wie ein Verbrecher.

Und er will ihnen sagen: Sein Tod, das ist kein Scheitern, das ist nicht die Katastrophe, auch wenn das so aussehen wird, sondern letztlich ist das Erhöhung, das ist Verherrlichung Gottes. Denn hier kommt Gott zum Zug, dieser Gott, der stärker ist als der Tod, stärker als alles Böse und der selbst noch im Tod, in Kreuz und Leid, Leben und Fülle hervorbrechen lassen kann.

Hören wir die Botschaft, die aus diesem scheinbar düsteren Text spricht? Sie heißt nicht: Ihr müsst euch unbedingt Kreuz und Leid suchen! Sie heißt auch nicht: Macht es euch nur nicht zu leicht in eurem Leben! Und sie heißt vor allem nicht: Seid froh, wenn es euch schlecht geht!

Sondern sie heißt: Habt keine Angst, wenn euch ein Kreuz trifft! Verliert nicht den Mut, wenn für euch das Leben schwer wird. Denn da ist einer, in dessen Augen nichts verloren geht, was gut ist - und der keinen ins Nichts versinken lässt, denn da ist Gott. 

Und wenn ihr die Möglichkeit habt, für andere zu leben, und mit all dem, was ihr habt, anderen zu helfen, dann fragt nicht: Was kostet mich das? Wieviel verliere ich jetzt dabei? Will und kann ich mir das leisten, sondern tut es und vertraut darauf: Das bringt Frucht! Das lohnt sich. Denn so wie Gott Jesus das Leben in Fülle geschenkt hat, so wird er jedem von uns das Leben in Fülle schenken, der auch nur ein bisschen versucht, so zu leben, wie Jesus es uns gezeigt hat:

Ein Leben mit anderen und ein Leben für andere.


Msgr. Robert Kleine | Stadtdechant

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