Kranke Menschen in ihrem Zimmer und an ihrem Bett zu besuchen und ihnen in der menschlichen Begegnung eine fachlich qualifizierte Seelsorge anzubieten ist das ABC der kirchlichen Sorge um den kranken Menschen.
Wir gehen davon aus, dass Krankheit, Verletzlichkeit und Gebrechlichkeit zum Menschsein gehören und uns Menschen weder im Tiefsten die Würde nehmen können, noch uns von Gott, dem Geheimnis unserer Existenz, trennen. Dieses Vertrauen wollen wir gerade in den Momenten stellvertretend zur Verfügung stellen, wo es kranken Menschen und ihrer Umgebung bedingt durch Krankheit und Krise abhanden scheint.
Wir "predigen" nicht am Krankenbett. Wir wollen niemandem etwas einreden. Wir orientieren uns an den kranken Menschen, die wir besuchen. Von Martin Buber stammt der Satz: "Alles wahre Leben ist Begegnung". In der Begegnung, im Gespräch können wir wirklicher werden, einander helfen, uns und unsere Mit-Welt besser zu verstehen. Möglicherweise eingefrorene Gedanken und Bilder können "auftauen" und werden beweglich, hin zu einem immer neuen, reiferen Verständnis von uns selbst, von unserer Mit-Welt, auch von Gott als dem tiefsten Geheimnis unseres Daseins. Dafür will Seelsorge Raum und Gelegenheit bieten.
