Material
- ausreichend Kopien von „Weißt Du wie viel Sternlein stehen“
- Musiker oder Instrument oder digitales Endgerät zum Begleiten des Liedes
- GL, EGB, wenn vorhanden Liedbuch mit Volksliedern
- Smartphone oder Laptop mit Internetverbindung
- Blue tooth box
Einfacher Ablauf
- Eröffnung + Gebet
- Predigt in mehreren Abschnitten, unterbrochen von Liedern
- Vater Unser
- Schlussgebet + Segen
- Gruß der Gottesmutter
Predigt
Liebe Schwestern, liebe Brüder,
kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn – Sprechpause – Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht. Sieh her: ich habe dich eingezeichnet in meine Hände. So spricht der Herr.
Dies ist ein Vers aus dem Alten Testament, der Prophet Jesaja gibt diese Zusage Gottes den Menschen mit, die immer wieder Gott vergessen haben aber nie von Gott vergessen werden.
Wenn Sie mal zurückdenken, ob weit zurück in Ihre Kindheit oder kurz, in die letzten Tage, sicher haben Sie – wie wir alle- manchmal diese vernichtende Furcht erlebt: ich wurde vergessen. Man hat mich vergessen. Ich bin allein, alle sind weg. Wir haben es als Kind erlebt, irgendwann passiert es der besten Mutter, dem sorgsamsten Vater: Eltern und Kind verlieren sich aus den Augen. Diese alles überflutende Angst: ich wurde vergessen. Ein Kind in solcher Situation wird von Panik überflutet – es ist allein auf der Welt, zurückgelassen, verlassen. Aber auch für die Eltern ist es ein furchtbarer Augenblick: wo ist mein Kind, ist ihm etwas passiert, wo finde ich es wieder ?
Aber wir kennen diese kurzen Momente des Alltags, vielleicht im Heim oder auf einem Weg, wenn plötzlich die nicht mehr zu sehen sind, mit denen Sie auf dem Weg waren, und dieser Stich im Herz kommt: hat man mich vergessen, bin ich allein, wer holt mich und bringt mich nach Hause? Vergessen werden – eine vernichtende Erfahrung. Eine Urangst.
Und darauf antwortet Gott: ich vergesse dich nicht. Ja, selbst wenn es in diesem Leben, unter Menschen, geschieht. Selbst wenn wir die Erfahrung machen, dass wir einmal vergessen wurden, es gibt einen, der uns niemals vergisst. Und damit wir daran niemals zweifeln, gibt Gott durch den Propheten ein Bild mit, das wir uns merken können: er sagt: stell dir vor, ich schreibe deinen Namen in meine Hand. Selbst wenn ich dich vergessen könnte, schaue ich in meine Hand und erinnere mich an dich. Nicht, dass Gott eine Erinnerung bräuchte. Aber uns tröstet dieses Bild: wir sind eingeschrieben in Gottes Hand. Er kann uns gar nicht vergessen.
Schauen Sie einmal in Ihre eigenen Hände. Stellen Sie sich vor, da stünden die Namen Ihrer Kinder oder Geschwister oder eines lieben Menschen, den Sie nicht vergessen möchten.
-- Zeit lassen für den Blick auf die Hände --
So stehen Sie in Gottes Hand, so stehen wir in Gottes Hand eingeschrieben.
Nun gibt es noch andere Arten des vergessen-werdens. Freunde, deren Weg auseinander geht und mit der Zeit vergisst man einander. Man hat sich noch fest vorgenommen: ja, wir telefonieren jede Woche. Und dann werden die Pausen länger und schließlich vergisst man einander.
Ein Kreis, dem man angehörte, ein Chor, ein Verein, eine Pfarrgemeinde. Man zieht weg oder ist zunehmend ans Haus gebunden und kann nicht mehr zu den Treffen gehen. Natürlich, alle versprechen: wir kommen dich besuchen, wir melden uns, wir vergessen dich nicht. Und dann werden die Abstände größer und die Anrufe seltener. Aus den Augen, aus dem Sinn. Man sieht sich nicht mehr, dann hört man sich kaum noch. Und dann vergisst man.
Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn – Sprechpause – Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht. Sieh her: ich habe dich eingezeichnet in meine Hände. So spricht der Herr.
Gott vergisst nicht. Wo Menschen vergessen, sogar Freunde, sogar Familien, da vergisst Gott nicht. Wenn Sie auf Ihre Hände sehen, denken Sie an Gottes Hände, in denen Ihr Name eingeschrieben ist. Wenn auch alle vergessen können, Gott vergisst Sie nicht.
Nun werden Sie denken: das hilft mir nicht. Gott kann mir nicht den Ehepartner ersetzen, nicht die Kinder oder Enkel, die ich selten sehe, nicht die Freunde, mit denen ich Erinnerungen geteilt habe, mit denen ich jetzt allein bin.
Sie werden denken: wenn ich einsam bin, dann brauche ich einen Menschen, nicht den unsichtbaren Gott. Einen Menschen, mit dem ich reden kann, der mich in den Arm nimmt, einer, der spürbar da ist.
Ich glaube, dass Beides stimmt:
Ja, es stimmt: Gott kann uns nicht geliebte Menschen ersetzen, oder Freunde oder die spürbare Gegenwart. Wir brauchen einander. Wir sind darauf angelegt, in Beziehungen zu leben. Alleinsein kann sehr schwer sein, vor allem: allein sein weil die Menschen nicht mehr da sind, mit denen wir Leben geteilt haben, die Ehefrau, der Ehemann. Die Eltern. Geschwister, Freunde, Nachbarn. Das ist das allein zurück bleiben. Und das lässt sich nicht einfach auffüllen mit anderen Menschen oder mit dem unsichtbaren Gott.
Und dennoch stimmt auch: es verändert Alleinseins, ob ich mich von Gott gesehen weiß oder vergessen fühle. Es verändert die Art und Weise, wie ich mich selbst sehe. Es kann den Unterschied machen zwischen allein sein und einsam sein. Und es verändert die Weise, wie Sie auf andere zugehen.
Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn – Sprechpause – Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht. Sieh her: ich habe dich eingezeichnet in meine Hände. So spricht der Herr.
Stellen Sie sich vor, Sie wachen Morgens auf. Sie haben unruhig geschlafen, ein schwerer Traum geht Ihnen nach oder Sie sind nicht ausgeruht. Wird jemand Zeit haben, Ihnen zuzuhören, dass Sie erzählen können von der schweren Nacht oder Sie werfen einen Blick auf Ihre Hand und erinnern sich: Gott hat Sie in seine Hand eingezeichnet. Er weiß um Sie. Er hört sie, wenn Sie erst einmal Ihr Herz vor ihm ausschütten, ihm sagen wie die Nacht war und um Hilfe bitten. Sie sind noch allein im Raum und mit dem Erlebten aber nicht mehr einsam, einer weiß um Sie. Er ist nicht im Raum, Sie können ihn nicht sehen, hören und anfassen aber etwas in Ihnen verändert sich. Denn Einsamkeit ist nicht das Alleinsein an sich. Es ist ein Gefühl, das sich mit dem Alleinsein verbindet. Ein schreckliches. Bestimmt gibt es oder gab es Situationen, in denen Sie sich danach gesehnt haben, mal allein zu sein. Endlich Zeit für sich zu haben. Ruhe, nicht für andere da sein müssen. Daran sehen wir, dass es nicht das Alleinsein an sich ist, was quält, sondern die Einsamkeit.
Einsamkeit, diese schreckliche Form des Alleinseins, hat verschiedene Ursachen und nicht alle können Sie beeinflussen.
Einsamkeit hat zu tun mit einem zu viel an Alleinsein. Wenn zu wenig Kontakte überhaupt zu anderen Menschen da sind. Vielleicht können Sie das eine oder andere Mal selbst einen Schritt auf andere zu machen, auf Nachbarn oder in der Pfarrgemeinde, in eine Gruppe hinein oder zu einer Freundin.
Einsamkeit hat zu tun mit der Sehnsucht nach Kontakt zu bestimmten Menschen: der Familie, den engsten Freunden. Das ist sehr oft so. Gerade der Mensch, mit dem Sie gern mehr Zeit verbringen möchten,
Einsamkeit kann auch mitten unter Menschen bestehen: wenn man sich mit denen nicht verbinden kann, mit denen man zusammen ist, wenn man nicht über das sprechen kann, was einen im Innersten beschäftigt. Und Einsamkeit kann aus Vergessenwerden herrühren, daraus, verlassen oder vergesse worden zu sein. Diese letzte Einsamkeit kann Ihnen der Glaube nehmen: Sie sind nicht vergessen, nie. Gott verlässt und vergisst Sie nicht. Auch wenn Sie ihn nicht sehen und nicht hören können, Sie können ihn doch spüren: im Herzen, in den Gedanken können Sie den Trost spüren, das Aufgehobensein bei Gott. Vielleicht gibt es ein Gebet oder Lied aus Kindertagen oder dem Erwachsenenleben, das Ihnen hilft, sich aufgehoben zu wissen. Für mich ist es: Weißt Du wie viel Sternlein stehen.
Lied wird von Kirchenmusiker*in oder über Smartphon + blue tooth box vorgespielt
Aufgehoben sein, aufgehoben bei Gott, das hebt die Einsamkeit auf. Nicht das Alleinsein aber die Verlorenheit, das Gefühl, verlassen und vergessen zu sein.
Lied gemeinsam singen
An die Predigt schließt sich nach Vater Unser und Segen ein Zusammensein am selben Ort (Kapelle) oder möglichst nahe bei an.
Ansage am Ende des Gottesdienstes
Nach dem Gottesdienst sammeln wir Lieder und Gebete, die Ihnen den Glauben vermitteln, bei Gott aufgehoben zu sein. Wir hören die Lieder und Gebete und wir hören Ihre Geschichte dazu, Ihre Erfahrung wie Sie durch dieses Gebet, dieses Lied gespürt haben, dass Gott Sie sieht, dass Gott Sie in seine Hand gezeichnet hat und nicht vergisst. Vielleicht hat Ihre Mutter ein Lied mit Ihnen als Kind gesungen und Sie fühlten sich bei Ihrer Mutter geborgen und daraus erfuhren Sie Geborgenheit bei Gott. Vielleicht hat ein Gebet Ihnen in einem schweren oder einsamen Moment so geholfen, dass Sie spürten: Gott war bei mir. Wenn Sie es ausdrücken mögen, erzählen Sie es uns. Wenn Sie einfach das Gebet, das Lied nennen, dann hören wir es, vielleicht können wir es gleich mitbeten oder mitsingen.
Wir teilen diese Erfahrungen und wir durchbrechen die Einsamkeit. Wenn wir über etwas so Persönliches sprechen können, dann sind wir nicht mehr einsam. Dann sind wir tief verbunden miteinander. Wir sammeln diese Gebete und Lieder auch für ein Zusammensein mit unserer Kita [Schule, Kindergottesdienstteam …]. Dort werden wir Ihre Lieder und Gebete den Kindern bekannt machen und die Kinder werden uns ihre Gebete und Lieder vorsingen. Auch das stiftet Gemeinschaft. So geben Sie Ihre wichtigste Erfahrung, die mit Gott, weiter an die Generation der Enkelkinder. So wie Hanna und Simeon ihren Glauben weitergaben als sie im Tempel den neugeborenen Jesus im Arm seiner Mutter begegneten. So wie Anna und Joachim, die Eltern Marias, ihrer Tochter Maria einen so starken Glauben vermittelten, dass Maria fähig war, allein vor Gabriel zu stehen und sich doch geborgen und aufgehoben bei Gott zu fühlen, zu ihrer sehr einsamen Aufgabe Ja sagen zu können.
So werden wir Ihren Glauben und den der Kinder zusammenbringen.
Der*die Seelsorger*in, wo dabei gerne auch Pflegekräfte oder Ehrenamtliche, sprechen gezielt die Teilnehmenden an, wenn nicht gleich etwas erzählt wird, gehen sie erstmal ins Gespräch. Werden Lieder genannt, schaut man, ob sie im Gotteslob, dem Evangelischen Gesangbuch oder einem anderen Liederbuch zu finden ist. Über Smartphone/ Laptop werden Lieder eingespielt, ggf auch Gebete aufgerufen, die nicht im GL und EGB zu finden sind.
Aktion: Senioren und Kinder lernen Gebete und Lieder voneinander
An einem anderen Tag treffen sich Senioren und Kinder.
Vor dem Treffen mit den Kindern wird eine Auswahl aus den im Seniorengottesdienst genannten Liedern und Gebeten getroffen. Die Kinder bringen ihrerseits einige Lieder mit, zB Gottes Liebe ist so wunderbar, die sie vorsingen können.
Das Treffen ist kein liturgischer Gottesdienst sondern hat den Charakter eines gemeinsamen Singens und Betens. Kinder und Senioren sprechen Gebete vor oder miteinander, ein gemeinsames Schlusslied kann sein Weißt Du wie viel Sternlein stehen.
Wo möglich bekommen Senioren und Kinder am Ende ein kleines Heft oder Faltblatt mit Gebeten und Liedern mit.