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Mutig unterwegs

Kommen Sie mit auf die Reise durch 50 Jahre Weltkirche im Erzbistum Köln

Rückblick auf die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Weltkirchlichen Zusammenarbeit

Seit 50 Jahren verbindet das Erzbistum Köln Ortskirchen in über 100 Ländern. Unter dem Leitwort „Mutig unterwegs" wurde das Jubiläum mit einem Pontifikalamt im Kölner Dom, einem Festakt, Konzerten, einem internationalen Jugendprojekt und weiteren Veranstaltungen gefeiert. Zur Feier des Jubiläums ist auch die Festschrift "Mutig unterwegs" erschienen.

Jugendprojekt „Tommorrow has a Pulse“, Lobpreis und Konzert mit internationaler Beteiligung

Probe der Performance 'Tomorrow has a pulse' in der Kölner Kirche St. Michael am 1. Oktober 2026

Für die meisten Besucherinnen und Besucher sehr berührend war am Samstag die authentische Performance von 18 Jugendlichen in der Kölner Innenstadtgemeinde St. Micheal: Yolita, Aya, Tony, Sherif und die anderen aus den Ländern Ägypten, Indien, Jordanien, Kolumbien, dem Libanon, Palästina, Sambia und Deutschland erzählten mit Hip-Hop, Poetry, Chorgesang, Tanz und Theater ihre persönlichen Geschichten. In dieser eindrucksvollen Theater- und Kunstperformance zum Thema Mut und Hoffnung zeigten sie, wie man selbst aktiv wird, um seinen eigenen Weg, seine eigenen Antworten auf die existenziellen Herausforderungen unserer Zeit zu finden – im gegenseitigen Austausch und mittels Überschreitung von eigenen Schmerzgrenzen, eingebettet in die eigene Herkunft und die Kultur seines Herkunftslandes. 

Die Aufführung entstand über Monate unter der Leitung von Regisseur Kessius Mutale (Sambia) und Friederike Worth (Don Bosco Mission Bonn) und wurde vom Publikum mit langem Applaus bedacht.

Eine thematisch passende interaktive Ausstellung sowie ein anschließender Lobpreisabend mit Markus Fackler und Band machten am Abend in St. Michael spürbar, wie eng Glaube, Engagement und weltkirchliche Solidarität miteinander verwoben sind.

Kinduku – weltkirchliche Klänge in St. Minoriten

Konzert des Chores Kinduku e. V. in der Minoritenkirche St. Mariä Empfängnis.  03.10.2026

Auf große Resonanz stieß am Samstag auch das Konzert des Chores Kinduku e. V. gemeinsam mit den All Saints-Singers aus Amsterdam in der gefüllten Minoritenkirche St. Mariä Empfängnis. Der Chor ist seit Jahrzehnten dem kulturellen Austausch verbunden. Der Name bedeutet in der ghanaischen Sprache Twi „Freundschaft“. Im Mittelpunkt stehen Lieder mit traditioneller Musik der Ashanti aus Ghana, in denen sich vierstimmiger Chorgesang, Texte in Twi und Trommelrhythmen miteinander verbinden. Der Chor gestaltet damit immer wieder weltkirchlich geprägte Gottesdienste im Erzbistum Köln.

Kolping-Generalpräses Christoph Huber, zugleich Rektor der Minoritenkirche, begrüßte die Gäste. Er verstehe den Abend nicht als bloßes Konzert, sondern als „geistliche Veranstaltung“, als etwas, das nicht allein zum Zuhören bestimmt sei, sondern auch das Herz anspreche.

Dankgottesdienste im gesamten Erzbistum

Konzert der Bandura-Kapelle Zoryanytsia der Nationalen Universität Lviv

Aus Anlass des Jubiläums gab es am Wochenende in vielen Pfarrgemeinden der Erzbistums Gottesdienste, insbesondere bei den Pfarreien der Internationalen Katholischen Seelsorge IKS, wie z.B. der internationalen Gemeinde MCI in Solingen-Remscheid.

Im Rahmen einer Festmesse zum Tag der Deutschen Einheit in St. Kunibert, Köln, predigte als Gast Bischof Joseph Ndi-Okalla aus Kamerun, der zu den Jubiläumsfeierlichkeiten ebenfalls angerreist war.

Als kleines Dankeschön gestaltete die Bandura-Kapelle „Zoryanytsia" aus Lwiw ebenfalls am Samstag einen Gottesdienst im Kölner Dom mit. Sie gab bereits in den letzten Tagen umjubelte Konzerte in Köln und Düsseldorf. Weihbischof Volodymyr Hrutsa von der ukrainisch-griechisch-katholischen Kirche kam in Köln zu einem Friedensgebet mit dazu. Bereits seit vielen Jahren besteht eine Zusammenarbeit des Erzbistums Köln mit der Ukraine; die Beziehungen haben sich seit dem Besuch von Kardinal Woelki vor zwei Jahren noch weiter intensiviert.

Pontifikalamt mit musikalischem Highlight

04.10.2026

Beim großen Festpontifikalamt am Sonntag im Kölner Dom setzte die Aufführung der Messe „JOY“ einen besonderen musikalischen Akzent: Domkantorei, Domkapelle, ein Frauenchor aus Kenia sowie der Chor an St. Laurentius, Mondorf, gestalteten den Auftritt gemeinsam und unterstrichen damit eindrucksvoll den weltkirchlichen Charakter der Feier.

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki betonte in seiner Predigt, man habe am heutigen Erntedankfest nicht nur für die Gaben der Schöpfung zu danken, sondern vor allem auch für ein halbes Jahrhundert weltkirchlicher Zusammenarbeit. „Seit 50 Jahren lebt unsere weltkirchliche Arbeit von Begegnungen, von gegenseitiger Unterstützung, dem Lernen voneinander, vor allem aber vom gemeinsamen Gebet. Denn unsere weltkirchlichen Partner sind für uns keine Fremden. Ganz im Gegenteil! Wir gehören zueinander als Geschwister einer großen Familie, der Familie Gottes.“

KI-Frings begrüßt Gäste beim Festakt

Beim anschließenden Festakt im Maternushaus konnten sich die Gäste zunächst bei einem „Markt der Weltkirche“ im Foyer an verschiedenen Ständen von Schulen, Hilfswerken sowie Partnern der Weltkirche informieren lassen und bei einem Imbiss ins Gespräch kommen.

Auf der Bühne meldete sich überraschend Joseph Kardinal Frings zu Wort. Der bereits 1978 verstorbene Kölner Kardinal, der das weltkirchliche Engagement des Erzbistums in seinen Anfängen stark beeinflusst hatte, war dank KI zum Leben erweckt und in den Festsaal „gefringst“ worden. In seinen Worten erläuterte er den Beginn der weltkirchlichen Zusammenarbeit: In der Nachfolge der Barbarei der Nazionalsozialisten sei es notwendiger denn je gewesen weltkirchlich aktiv zu werden. Und er ermunterte Rainer Maria Kardinal Woelki augenzwinkernd, zukünftig ebenfalls „noch ein Schüppchen drauf“ zu legen. Damit leitete er zum Kardinal über, der auf das Leitwort des Jubiläums einging:

„‚Mutig unterwegs!‘ Das klingt zunächst nach Aufbruch, nach Bewegung, vielleicht sogar nach Abenteuer. Und zugleich wissen wir: Unterwegs zu sein bedeutet nicht, den Weg immer genau zu kennen. Wer unterwegs ist, braucht Orientierung. Er braucht Menschen, die mitgehen. Und vor allem braucht er Vertrauen. Als Christinnen und Christen haben wir einen solchen Grund, unterwegs zu sein: Jesus Christus“, so der Kardinal. Solch ein Engagement schaffe man zudem nicht allein, sondern nur in Gemeinschaft.

Weltkirchliche Arbeit auch beim Land NRW geschätzt

Dr. Dirk Günnewig, Staatssekretär im Ministerium der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen, 
hält sein Grußwort beim Festakt im Maternushaus

Staatssekretär Dr. Dirk Günnewig aus dem Ministerium für Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen, war in Vertretung des Chefs der Staatskanzlei NRW, Minister Nathanael Liminski, ins Maternushaus gekommen. Er würdigte in seinem Grußwort die Rolle der Kirche im internationalen Dialog: „Das weltkirchliche Engagement des Erzbistums Köln ist ein gutes Beispiel dafür, dass Christinnen und Christen nicht gleichgültig sind angesichts der Nöte in dieser Welt. Es ist ein deutliches Beispiel dafür, dass Christinnen und Christen Verantwortung übernehmen und sich Menschen zuwenden, die auf Hilfe angewiesen sind. Dies ist christliche Nächstenliebe im besten Sinne.“ Er unterstrich, dass das Engagement des Erzbistums Köln in der Landesregierung NRW sehr geschätzt würde.

Grüße aus aller Welt beim Festakt

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Bischöfe aus mehreren Partnerländern des Erzbistums Köln nahmen am Jubiläum teil und nutzten die Gelegenheit, ihren Dank auszusprechen. Auch per Video wurden zahlreiche Grüße aus der Weltkirche übermittelt.

Unter musikalischer Begleitung von Judy Bailey gab es ein abwechslungsreiches Programm, Videos zu den weltkirchlichen Projekten sowie einer Talkrunde unter der Moderation von Yvonne Willicks und Mariam Ammann: Drei Schüler der Papst-Johannes-Schule XXIII. in Pulheim, der Vorsitzende des Partnerschaft Piela-Bad Münstereifel e.V. Ulrich Burggraf und Michel, ehemaliger Freiwilliger des Internationalen Freiwilligendienstes, berichteten von ihrer Motivation für Partnerschaftsprojekte oder ihren Dienst im Ausland. Bischof Joseph Ndi-Okalla aus Kamerun unterstrich zudem die Bedeutung von Bildung, die neben dem pastoralen Angebot die Menschen vor Ort wesentliche unterstütze und eine reale Chance schaffe, der Migration entgegenzuwirken.

Ausblick: Weiter investieren, weiter lernen

Nadim Ammann, Leiter des Bereichs Weltkirche & Dialog in seiner abschließenden Rede zum Jubiläum

Nadim K. Ammann, Bereichsleiter der Diözesanstelle Weltkirche & Dialog, warf in seiner Ansprache beim Festakt einen Blick in die Zukunft:

„Angesichts zurückgehender Mittel tragen wir eine besondere Verantwortung gegenüber unseren Partnern, mit denen wir schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten. In unseren Gesprächen machen wir deutlich, dass wir sie künftig stärker darin unterstützen müssen, noch unabhängiger und eigenständiger zu sein. Die Ortskirchen müssen zunehmend in die Lage versetzt werden, nachhaltig für sich selbst zu sorgen.“

Man habe daher mit der Starkmacher Impact GmbH eine Projektlinie entwickelt, die genau darauf abziele, Partner ökonomisch zu stärken.

Das Jubiläum solle daher kein Endpunkt, sondern ein Ausgangspunkt für die nächsten Schritte sein. „Alle unsere Erzbischöfe und Generalvikare haben immer deutlich gemacht, dass wir als Ortskirche Teil der Weltkirche sind und unseren Beitrag leisten wollen zum Wohle der Weltkirche“, so Ammann.

Höhepunkte im Jubiläumsjahr

Katholikentag in Würzburg

Das Weltkirchliche Engagement war in diesem Jahr Schwerpunktthema am Katholikentags-Stand des Erzbistums Köln.

In verschiedenen Veranstaltungen am Stand blickte das Team der Diözesanstelle mit Gästen auf Themen wie Demokratie und Menschenfreundlichkeit, eine nachhaltigere Welt, den Einsatz für Geflüchtete in Myanmar oder die Förderung zur Selbstständigkeit.

Bei einer Live-Schaltung nach Myanmar sprach Ehrenamtlerin Mariam Ammann mit Helfern vor Ort und schaffen ein Bewusstsein für die Situation der verfolgten Menschen in Myanmar.

In einem Gespräch über die Förderung zur Selbständigkeit erklärte Mathias Kaps von der Starkmacher Impact GmbH (SMI), wie das Prinzip des "Revolving Fund" die Hilfe zur Selbsthilfe stärkt.

Und beim "Weltspiel" vor dem Stand zeigten die Referentinnen Julia Mbaye und Laura Tinzoh, wie Weltbevölkerung und Einkommen global verteilt sind.

Katholikentag 2026 in Würzburg (Tag 1, 14. Mai)
Katholikentag 2026 in Würzburg (Tag 1, 14. Mai)
Katholikentag 2026 in Würzburg (Tag 2, 15.05.26)
 v.l.: Nadim Ammann (Weltkirche & Dialog im EBK), Mathias Kaps (SMI Starkmacher Impact GmbH) und Mariam Ammann (Moderatorin)
Katholikentag 2026 in Würzburg (Tag 3, 16.05.26) Beim Weltspiel geht es um einen Perspektivwechsel für globale Gerechtigkeit.

Romreise und Papstaudienz

Vom 29. April bis zum 4. Mai war die Diözesanstelle Weltkirche & Dialog zu Besuch in Rom. Höhepunkt der Reise war eine Privataudienz bei Papst Leo XIV. anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des weltkirchlichen Engagements im Erzbistum Köln.

Die Delegation erlebte intensive Tage und unerwartete Momente, die sie spirituell mit neuer Kraft für den Auftrag der weltkirchlichen Zusammenarbeit erfüllt hat.