Kontinentale Phase der Weltsynode

Informationen zur kontinentalen Phase

Die kontinentale Phase im synodalen Prozess der Weltsynode soll eine Art Schnittstelle zwischen der Universalkirche und den Ortskirchen darstellen und sie miteinander noch stärker in Dialog bringen.

Die Arbeitsgrundlage bildet das "Document for the continental stage" (DCS), das am 27. Oktober vom Generalsekretariat der Weltsynode veröffentlicht wurde.

In sieben Versammlungen der kontinentalen Kirchen wird dieses Dokument nun bearbeitet und wieder an das Synodensekretariat zurückgegeben.

Die kontinentale Versammlung für Europa wird vom 5.-12. Februar 2023 in Prag stattfinden.

Sobald weitere Informationen seitens der deutschen Bischofskonferenz bzw. vom Rat der europäischen Bischofskonferenzen zum weiteren Verlauf der kontinentalen Phase vorliegen, informieren wir Sie an dieser Stelle.

Arbeitsdokument zur kontinentalen Phase:

"Mach den Raum deines Zeltes weit" (Jes 54,2)

Das "Document for the continental stage" (DCS) bildet die Arbeitsgrundlage für die kontinentale Phase.

Es wurde aus allen Rückmeldungen, die das Synodensekretariat aus der diözesanen Phase erreichte, erarbeitet.

Das Dokument liegt in englischer, spanischer, französischer, italienischer und portugiesischer Sprache vor und kann auf der >Webseite des Generalsekretariats der Synode heruntergeladen werden.

Die deutsche Übersetzung wurde von der Deutschen Bischofskonferenz erarbeitet und steht dort zum Download zur Verfügung.

Häufig gestellte Fragen zur kontinentalen Phase

übersetzt und zusammengefasst auf Grundlage der FAQs des Generalsekretariats der Weltsynode (Stand: 11.11.2022)

Die kontinentale Phase der Weltsynode ist eine Zeit des Hörens und der Unterscheidung des gesamten Volkes Gottes in allen Ortskirchen eines Kontinentes. Zum Abschluss dieser Phase werden sieben kontinentale Versammlungen stattfinden.

Die kontinentale Phase soll keine Neuauflage der Beratungen, des Hörens und der Unterscheidung in der diözesanen Phase sein, die bereits stattgefunden haben.
Sie ist eher eine Vertiefung dieses Unterscheidungsprozesses und trägt der Tatsache Rechnung, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt, mit je eigenen lokalen Gegebenheiten, kulturellen und sprachlichen Besonderheiten, der Geographie und den logistischen Möglichkeiten eines jeden Kontinents.

Der inhaltliche „rote Faden“ der kontinentalen Phase ist das Arbeitspapier, auch „Document for the Continental Stage“ (DCS) genannt. Es wurde nach sorgfältiger Reflexion als Synthese der Rückmeldungen aller Bischofskonferenzen der Weltkirche, der Ostkirchen, religiöser Institute sowie von Laienbewegungen, etc. geschrieben und stellt die Früchte der ersten (diözesanen) Phase dar.

Das Arbeitsdokument (DCS) wurde am 27. Oktober 2022 veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung folgt voraussichtlich Mitte November.

Die kontinentale Phase ist Teil dieses synodalen Prozesses, um die dialogische Bewegung zwischen der Universalkirche und den Ortskirchen zu stärken und zu intensivieren.

Besondere Bedeutung hat in diesem Dialog die Auseinandersetzung mit dem Leitmotiv der Synode, dem gemeinsamen Gehen in heutiger Zeit. Dabei werden die wichtigsten Belange dieses Hauptthemas so inklusiv wie möglich weiterentwickelt.

Wir sind davon überzeugt, dass eine synodale Kirche eine Kirche von Ortskirchen ist, die eine Vision von gegenseitigem Dialog und einer Verbindung zwischen der Universalkirche und untereinander haben.

Außerdem beabsichtigt diese Phase die Schaffung bzw. Stärkung von Verbindungen benachbarter Kirchen. Denn obwohl die Beziehung zwischen der Universalkirche und den Teilkirchen grundlegend bleibt, ist es im Laufe der Zeit deutlich geworden, dass es auf einzelnen Kontinenten und in verschiedenen Regionen je eigene Dynamiken, Spannungen, Herausforderungen und historisch-kulturelle Besonderheiten gibt.

Um die Besonderheiten dieser kontinentalen Phase besser erfassen zu können, ist es wichtig, sich von einer rein zeitlichen und räumlichen Betrachtung zu lösen (also nicht zuerst eine diözesane Phase, dann die kontinentale Phase, dann die universalkirchliche Phase und schließlich die lokale Implementierungsphase). 
Es ist wichtig, den dialogischen Ansatz zu übernehmen, in dem sich Universal- und Ortskirchen noch stärker hineinbegeben. Und dies idealerweise in einem Prozess, der immer das ganze Volk Gottes, in angemessener Art und Weise, einbezieht.

Die kontinentale Phase beginnt eigentlich direkt im Anschluss an die diözesane Phase. So soll eine Kontinuität und ein nahtloser Übergang von einer Phase in die Nächste gewährleistet werden. Es gibt jedoch regionale Unterschiede, wie die Verzahnung der Phasen gestaltet wird.

Alle kontinentalen sowie nationalen Bischofskonferenzen sind aufgefordert sicherzustellen, dass sie über genügend personelle Ressourcen und Prozesse verfügen, um die Schritte auf dem Weg zu ihrer kontinentalen kirchlichen Versammlung so zu planen, dass diese bis zum 31. März 2023 abgeschlossen sein wird.

Nein. Obwohl als „Kontinentale Phase“ bezeichnet, wurde nicht nach den fünf Kontinenten unterteilt, sondern nach den Regionen, die den Internationalen Treffen der Bischofskonferenzen entsprechen.

Für die Weltsynode wurde folgende Unterteilung beschlossen:

Die kontinentale Phase verfolgt drei Intentionen:

  • Die Wahrnehmung und Vertiefung all dessen, was während der diözesanen Phase in den Ortskirchen gemeinsam gehört und erkannt wurde.
  • Noch offene Fragen sollen formuliert und präzisiert werden, Begründungen und Konkretisierungen aus den Ortskirchen sollen aus kontinentaler Perspektive betrachtet und reflektiert werden.
  • Gelegenheit bieten, auf die Realitäten der „Menschen am Rande“ zu hören, die in der diözesanen Phase nicht oder nur sehr wenig integriert waren.

Die kontinentale Phase ist weder die Zeit, um Antworten vorzuschlagen, noch, um über den Kurs für das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Synodalität war der Weg der frühen Kirche und besteht aus einer Spannung und Dynamik, die zur eigentlichen Identität der Kirche, zu ihrem Wesen und Handeln, gehört.

Als Dynamik des kirchlichen Lebens ist es ein „Learning-by-Doing“-Prozess. Dieser Prozess hat mit der diözesanen Phase begonnen und setzt sich nun in der kontinentalen Phase fort. Dabei ist aber kein klares Ende, keine klaren Grenzen oder eine Deadline dieser synodalen Dynamik gesetzt – auch nicht mit der Vollversammlung der Weltsynode im Jahr 2024.

Alle Menschen sind aufgefordert, den Aufruf zur synodalen Veränderung jeden Tag zu leben und das konkrete Hören und Unterscheiden fortzusetzen.

Die kontinentale Phase soll dazu ihren Beitrag leisten. Sie steht daher nicht alleine für sich, sondern soll die Kontinuität zwischen der Arbeit des Hörens und Unterscheidens auf lokaler Ebene (diözesane Phase) und der Arbeit des Hörens und Unterscheidens in der der nächsten, universalkirchlichen, Phase ausdrücken, die 2024 beginnen wird.

Diese Verbindung wird durch das Arbeitsdokument aufgebaut, dem „Document for the Continental Stage“ (DCS), vorher „Instrumentum Laboris 1“ genannt. Dieses Dokument soll als echte Arbeitsressource verstanden werden, welche die Arbeit des Dialogs, des Hörens und der Unterscheidung auf kontinentaler Ebene erleichtern soll. Das Dokument wurden aus den Rückmeldungen und Zusammenfassungen der diözesanen und nationalen Rückmeldungen erarbeitet und beinhaltet die „Früchte“ des Hörens und der Unterscheidung der ersten Phase der Weltsynode.

Es ist wichtig, das Dokument für die kontinentale Phase nicht als ein baustellenartig zu veränderndes Dokument zu sehen, das mit Blick auf die universalkirchliche Phase korrigiert oder erweitert werden muss, sondern als echter Leitfaden für eine fortwährende Unterscheidung, als Frucht des Hörens auf das Volk Gottes.

Die kontinentale Phase ist mehr als ein einzelnes Ereignis. Es geht um einen echten Prozess des Hörens und der Entscheidung auf kontinentaler Ebene.

Die Kernfrage ist dabei weiterhin die des „gemeinsame Gehens“ und welche Schritte uns der Heilige Geist weist, um noch mehr zu einer synodalen Kirche zu werden.

Die Hoffnung für die kontinentale Phase ist, dass sich die vielen lokalen Gruppen und Akteur/innen, die sich in der diözesanen Phase beteiligt haben, mit dem Arbeitsdokument beschäftigen, um einerseits einen Beitrag zur kontinentalen Phase beizusteuern und andererseits ihre je eigenen synodalen Prozesse in ihrem lokalen Kontext zu vertiefen und zu intensivieren.

Die Hauptakteure dieses Vorbereitungsprozesses sind die Personen, die als Vertreter der Ortskirchen für die jeweilige Kontinentalversammlung ernannt wurden.

Darüber hinaus sollen spezielle Fach-Arbeitsgruppen auf kontinentaler Ebene eingerichtet werden, um die synodale Reise innerhalb ihres Kontinents zu begleiten. Sie werden vom Generalsekretariat der Synode begleitet.

Die Kontinentalversammlungen werden voraussichtlich zwischen Januar und März 2023 stattfinden. Die Beiträge aller sieben kontinentalen Prozesse müssen bis zum 31. März 2023 in Form eines eigenen kontinentalen Dokuments eingereicht werden.

Alle Kontinentalversammlungen sollen kirchliche Versammlungen des gesamten Volkes Gottes und nicht nur bischöfliche Versammlungen (nur von Bischöfen) sein. Daher sollten die Teilnehmer die Vielfalt des Volkes Gottes angemessen repräsentieren: Bischöfe, Priester, Diakone, Ordensmänner und -frauen, männliche und weibliche Laien. Dies ist eine der ersten Früchte des laufenden synodalen Prozesses, so wie es eine große Mehrheit der Rückmeldungen aus der diözesanen Phase wünscht.

Die Versammlungen sind zudem eine gute Gelegenheit, Personen oder Gruppen zuzuhören, die in der vorherigen Phase möglicherweise ausgeschlossen wurden oder denen nicht bzw. zu wenig zugehört wurde.

Die kontinentalen Arbeitsgruppen könnten verschiedene Wege finden, um eine breite Beteiligung des Volkes Gottes gemäß ihren besonderen Realitäten und Möglichkeiten sicherzustellen. Dabei sollten sie aber immer den Wunsch einer breiten Vertretung der Vielfalt in der Kirche in diesen Versammlungen im Auge behalten.

Die kontinentale Phase endet in jedem „Kontinent“ mit dem feierlichen Begehen der Kontinentalversammlungen und der Ausarbeitung eines Abschlussdokuments der kontinentalen Phase. Dieses Dokument soll das Ergebnis eines authentischen synodalen Weges sein, der den tatsächlich durchgeführten synodalen Prozess respektiert und so die Stimme des Volkes Gottes auf dem Kontinent widerspiegelt. Genauere Anweisungen zum Aufbau dieses Dokuments werden noch veröffentlicht.

Die sieben kontinentalen Dokumente werden spätestens am 31. März 2023 an das Generalsekretariat der Synode gesandt, und bilden die Grundlage des instrumentum laboris.

Der Abschluss der kontinentalen Phase bedeutet nicht den Abschluss des synodalen Prozesses des Volkes Gottes, der mit der Konsultation in der diözesanen Phase begonnen hat. Unser gemeinsamer Weg kann idealerweise zur Grundlage dafür werden, wie wir als ganzes Volk Gottes an der Kirche teilhaben.