Themen der Weltsynode & Kölner Fragen

Das Vorbereitungsdokument (S. 20-23) sowie das methodische Vademecum (S. 29-31) für die Weltsynode 2021-2023 stellen zehn zu vertiefende Themenfelder vor, auf die sich Papst Franziskus eine möglichst breite Antwort des Volkes Gottes weltweit erbittet.

Die Fragen zu den Themenfeldern sollen für den jeweiligen lokalen Kontext "angepasst (...) ergänzt, erklärt, vereinfacht und vertieft werden" (Vorbereitungsdokument S. 20).

Sie finden im Folgenden die "Kölner Fragen" zu den zehn Themenfeldern sowie auch die vatikanische Fassung der Fragen:

Der Papst möchte zuhören. Bei rund 1,3 Milliarden Katholiken weltweit ist das eine Mammutaufgabe!

Deshalb – in Kürze – vorab:

Was ist die wichtigste Botschaft zur Zukunft der Kirche, die Sie dem Papst mitteilen möchten?

In der Kirche und in der Gesellschaft gehen wir Seite an Seite denselben Weg.

  • Wenn gesagt wird „unsere Kirche“ – wer gehört für Sie dazu?
  • Welche Gruppen und Personen vermissen Sie in der Kirche?
  • Wie sieht ein „gemeinsamer Weg“ der Kirche aus, den Sie gerne mitgehen würden?
  • Was be- und verhindert diesen Weg?

Fragen aus dem Vorbereitungsdokument zur Weltsynode:

  • Wer sind in unserer Ortskirche diejenigen, die „gemeinsam gehen“?
  • Wer sind diejenigen, die abseits zu stehen scheinen?
  • Wie können wir zu Weggefährten zusammenwachsen?
  • Welche Gruppen oder Einzelpersonen bleiben außen vor?

Das Zuhören ist der erste Schritt. Es erfordert aber ohne Vorurteile, offenen Geistes und Herzens zu sein.

  • Wo wird Ihnen in der Kirche und ihren Institutionen aufmerksam und vorbehaltlos zugehört?
  • Wem wird zu wenig zugehört?
  • Wie könnte das gegenseitige Zuhören in ihrem kirchlichen Umfeld (Gemeinde, Verband, …) gestärkt werden?

Fragen aus dem Vorbereitungsdokument zur Weltsynode:

  • Wie spricht Gott zu uns durch Stimmen, die wir mitunter ignorieren?
  • Wie wird den Laien, besonders den Frauen und den Jugendlichen zugehört?
  • Was erleichtert oder erschwert uns das Zuhören?
  • Wie gut hören wir denjenigen zu, die sich in den Randzonen bewegen?
  • Wie werden die Beiträge von Männern und Frauen des geweihten Lebens eingebunden?
  • Wo stößt unser Zuhören an Grenzen, vor allem gegenüber denjenigen, die andere Ansichten haben als wir selbst?
  • Welchen Raum geben wir der Stimme von Minderheiten und insbesondere von Menschen, die in Armut, Ausgrenzung oder sozialer Isolation leben?

Als Einzelne und als Gemeinschaft brauchen wir das Vertrauen, frei aussprechen zu können, was uns am Herzen liegt.

  • Wo erleben Sie einen offenen und ehrlichen Dialog in der Kirche?
  • Was hindert Sie daran, im kirchlichen Raum frei und offen zu reden
  • Was muss passieren, damit ein Klima des offenen Dialogs überall in der Kirche möglich wird?
  • Wie erleben Sie den Umgang mit Konflikten in der Kirche?

Fragen aus dem Vorbereitungsdokument zur Weltsynode:

  • Was ermöglicht oder verhindert, dass wir mutig, freimütig und verantwortungsvoll in unserer Ortskirche und in der Gesellschaft das Wort ergreifen?
  • Wann und wie sind wir in der Lage auszusprechen, was uns am Herzen liegt?
  • Wie gestalten sich die Beziehung zu den lokalen Medien (nicht nur der katholischen)?
  • Wer spricht im Namen der christlichen Gemeinschaft und wie wird diese Person ausgewählt?

Unsere Liebe zu Gott findet ihren Ausdruck darin, seine Nähe zu suchen, seine Gegenwart zu feiern und seinen Willen zu tun.

  • Wo erleben Sie, dass Gebet und Gottesdienst das kirchliche Miteinander bereichern und prägen?
  • Welche Gebets- und Gottesdienstformen stärken Sie besonders?
  • Was vermissen Sie im Hinblick auf Ihre eigene Spiritualität in der Kirche?

Fragen aus dem Vorbereitungsdokument zur Weltsynode:

  • Auf welche Weise inspirieren und orientieren das Gebet und die Feier der Liturgie tatsächlich Leben und Sendung in unserer Gemeinschaft?
  • Wie inspirieren sie die wichtigsten Entscheidungen?
  • Wie fördern wir die aktive Teilnahme aller Gläubigen an der Liturgie?
  • Welcher Platz wird der Ausübung des Lektoren- und Akolythen-Dienstes eingeräumt?

Jesus sendet die Jünger in die Welt und gibt ihnen gemeinsam den Auftrag, das Evangelium zu verkünden und den Menschen die Liebe und Güte Gottes erfahrbar zu machen. Dieser gemeinsame Auftrag gilt für alle Christinnen und Christen, auch für uns heute.

  • Wo und wie sehen Sie sich mitverantwortlich für den Auftrag Jesu?
  • Was kann die Kirche tun, um das Engagement jedes/jeder zu stärken?
  • Was braucht es, damit die Kirche die Menschen in ihrem Dienst und ihrer Sendung bestmöglich begleitet?

Fragen aus dem Vorbereitungsdokument zur Weltsynode:

  • Wir alle sind missionarische Jünger. Auf welche Weise wird jeder Getaufte zur Teilhabe an der Sendung der Kirche aufgerufen?
  • Was hindert die Getauften daran, sich an der Sendung zu beteiligen?
  • Welche Aspekte der Sendung vernachlässigen wir?
  • Wie unterstützt die Gemeinschaft ihre Glieder, die in der Gesellschaft engagiert sind (durch soziales und politisches Engagement,
  • wissenschaftliche Forschung, Lehre, Eintreten für soziale Gerechtigkeit, Schutz der Menschenrechte, Umweltschutz usw.)?
  • Wie hilft die Kirche ihren Gliedern bei der Erfüllung ihres missionarischen Dienstes an der Gesellschaft?

Im Dialog mit den Mitmenschen in der Gesellschaft können wir von ihren Erfahrungen lernen. 

  • Wo sind die Orte und Gelegenheiten eines Dialoges?
  • Mit welchen Institutionen und Personen sollte die Kirche in einen Dialog treten?
  • Für welche Themen sollte sich die Kirche erkennbar stark machen und sie in die Gesellschaft einbringen?

Fragen aus dem Vorbereitungsdokument zur Weltsynode:

  • In welchem Umfang kommen verschiedene Volksgruppen in unserer Gemeinschaft zusammen, um in einen Dialog zu treten?
  • Welche Orte und die Modalitäten sind für den Dialog in unserer Ortskirche vorgesehen?
  • Wie fördern wir die Zusammenarbeit mit benachbarten Diözesen, ortsansässigen Glaubensgemeinschaften, Laienverbänden, Bewegungen usw.?
  • Wie wird mit unterschiedlichen Ansichten oder Konflikten und Schwierigkeiten umgegangen?
  • Welchen besonderen Angelegenheiten der Kirche und der Gesellschaft müssen wir besondere Aufmerksamkeit schenken?
  • Welche Erfahrungen haben wir im Dialog und in der Zusammenarbeit mit Gläubigen anderer Glaubensrichtungen und mit Nichtgläubigen gemacht?
  • Wie tritt die Kirche mit anderen Bereichen der Gesellschaft in Dialog und wie lernt sie von ihnen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Zivilgesellschaft und Menschen in Armut?

Die Taufe vereint die Christinnen und Christen auf der ganzen Welt. Dem Dialog unter Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen kommt bei der Weltsynode eine besondere Bedeutung zu.

  • Wie erleben Sie das Miteinander der christlichen Konfessionen in Ihrem Umfeld?
  • Was wünschen Sie sich für das Miteinander der Konfessionen und Religionen?
  • Was wäre im „gemeinsamen Gehen“ der christlichen Kirchen für Sie der nächste konkrete Schritt?

Fragen aus dem Vorbereitungsdokument zur Weltsynode:

  • Welche Beziehungen pflegt unsere Kirche mit den Angehörigen anderer christlicher Traditionen und Konfessionen?
  • Was haben wir gemeinsam und wie beschreiten wir einen gemeinsamen Weg?
  • Welche Früchte hat das „gemeinsame Gehen“ hervorgebracht?
  • Welche Schwierigkeiten gibt es?
  • Wie können wir den nächsten gemeinsamen Schritt nach vorne machen?

Papst Franziskus wünscht sich eine synodale Kirche, in der  das gemeinschaftliche Treffen von Entscheidungen zum Grundprinzip des Miteinanders wird.

  • Wie und wo können Sie selbst Einfluss nehmen auf Entscheidungen in der Kirche?
  • Was verhindert oder erschwert breite Beteiligung und gemeinsam geteilte Verantwortung in der Kirche?
  • Welche konkreten Formen der Beteiligung braucht es Ihrer Meinung nach in der Kirche?

Fragen aus dem Vorbereitungsdokument zur Weltsynode:

  • Wie wird in unserer kirchlichen Gemeinschaft festgelegt, welche Ziele verfolgt werden, mit welchen Mitteln sie erreicht werden sollen und welche Schritte zu gehen sind?
  • Wie werden in unserer Ortskirche Autorität und Führungsfunktionen ausgeübt?
  • Wie werden Teamarbeit und der Mitverantwortung praktiziert?
  • Wie werden Beurteilungen vorgenommen und von wem?
  • Wie werden die Laiendienste und die Verantwortung von Laien gefördert?
  • Hatten wir auf lokaler Ebene schon fruchtbare Erfahrungen mit der Synodalität?
  • Wie gut funktionieren die synodalen Gremien der Ortskirche (Pastoralräte der Gemeinden und der Diözese, Priesterrat usw.)?
  • Wie können wir in Bezug auf Teilhabe und Autorität die Synodalität fördern?

Geistlich entscheiden erfordert eine Offenheit für das Wirken des Heiligen Geistes und fragt danach, was nach dem Vorbild Jesu sinnvoll und gut wäre (und was nicht).

  • Wie erleben und beurteilen Sie die Entscheidungsprozesse in der Kirche?
  • Wie lassen sich diese Entscheidungsprozesse verbessern?
  • Wo gelingt es, dass Entscheidungen mit einer Offenheit für das Wirken des Heiligen Geistes im Konsens getroffen werden?
  • Welche Kriterien machen für Sie eine geistliche [und damit gemeinschaftliche] Entscheidung aus?

Fragen aus dem Vorbereitungsdokument zur Weltsynode:

  • Nach welchen Methoden und Verfahren treffen wir Entscheidungen? Wie können sie verbessert werden?
  • Wie fördern wir in den hierarchischen Strukturen die Teilhabe an Entscheidungsprozessen?
  • Lassen unsere Entscheidungsprozesse es zu, dass wir dem gesamten Volk Gottes zuhören?
  • Wie stehen Konsultationen und Entscheidungsfindung zueinander im Verhältnis und wie setzen wir das in die Praxis um?
  • Welche Hilfsmittel und Verfahren nutzen wir, um Transparenz und Verantwortlichkeit zu fördern?
  • Wie können wir den gemeinsamen Erkenntnisprozess verbessern?

Die Weltsynode beschäftigt sich gerade deshalb mit der Frage der Synodalität (des gemeinsamen Gehens), weil diese allzu oft vermisst wird.

  • In welchen Bereichen sehen Sie bei der Kirche den größten Lern- und Veränderungsbedarf?
  • Was kann die Kirche tun, um Menschen (insbesondere in Leitungspositionen) zu befähigen, „gemeinsam zu gehen“, sich gegenseitig zuzuhören und miteinander in Dialog zu treten?

Fragen aus dem Vorbereitungsdokument zur Weltsynode:

  • Wie trägt unsere kirchliche Gemeinschaft zur Weiterentwicklung der Menschen bei, damit sie besser in der Lage sind, „gemeinsam zu gehen“, einander zuzuhören, an der Sendung teilzuhaben und mit anderen in einen Dialog zu treten?
  • Welche Bildungsangebote werden gemacht, um die Urteilsfähigkeit und die Ausübung von Autorität im Sinne der Synodalität zu fördern?

Sag's dem Papst! Wie soll die Zukunft der Kirche aussehen?

Dialog- und Beteiligungsplattform des Erzbistums

Vom 1. Februar - 18. März 2022 die Dialog- und Beteiligungsplattform des Erzbistums für die Weltsynode geöffnet.

Dort konnten Interessierte Gedanken und Ideen zu den Themen der Weltsynode als Beitrag hinterlassen.

Alle dort eingetragenen Beiträge sind auch weiterhin für alle Interessierten ohne Registrierung lesbar.

> Archiv der Beteiligungsplattform.

> Mehr Informationen zur Weltsynode im Erzbistum Köln und den Weg von der Beteiligungsplattform zur Rückmeldung nach Rom.