4. Advent

Gott will Mensch werden, so erzählt es der Evangelist Lukas. Aber nicht ohne die Zustimmung Marias. Sie bringt sich mit ein! Und wie sieht es mit uns aus?

26. November 2020

Einführung

Ein Engel, also ein Bote Gottes, fragt bei Maria nach: ist sie bereit, bei der Menschwerdung Gottes mitzuwirken? Wird sie Jesus von Nazareth zur Welt zu bringen?

Gott fragt nach. 
Gott bestimmt nicht über den Menschen Maria hinweg. 
Gott bindet sich an die Bereitschaft einer Frau, bei der Veränderung der Welt mit zu wirken.

Der Evangelist Lukas zeigt mit der Erzählung auch: das erwartete Kind ist etwas Besonderes. Es ist göttlich! So heißt es in dem alten Weihnachtslied „Nun freut euch, ihr Christen“, im Gebetbuch Gotteslob zu finden untern Nr. 241: Gott ist geboren als ein Kind im Stalle. 

Gott wird Mensch in Jesus Christus. Und dieser Jesus lehrt später: 
Gott will unser Mit-Machen bei der Gestaltung der Welt. Er will, dass die Menschen sich einbringen.

So glauben es die Christen und vertrauen darauf, mit ihren Händen, ihren Talenten und Gottes Unterstützung die Welt zu einem himmlischen Ort (fromm gesagt: zum Reich Gottes auf Erden) zu machen.

Das Überlegen, Spielen, Basteln und Beten zum ‚sich einbringen‘ steht am 4. Adventsonntag im Mittelpunkt.

Gebet

Guter Gott,
nun entzünden wir schon die letzte Kerze im Advent. 
In ein paar Tagen ist Weihnachten. 
Wir warten aufgeregt und gespannt auf das Fest.
Am heutigen Adventssonntag feiern auch ein kleines Vor-Freude-Fest. 
Sei du mit uns hier und feiere mit uns.
Amen.

Ausmalbild

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In leichter Sprache

Als Jesus geboren wurde, war es so.
In einer Stadt wohnte eine junge Frau.
Die junge Frau hieß Maria.
Maria war verlobt.
Der Verlobte von Maria hieß Josef.
 
Gott wollte, dass Maria die Mutter von Jesus wird.
Ein Engel sollte Maria Bescheid sagen.
Der Engel hieß Gabriel.
 
Der Engel Gabriel ging zu Maria.
Zuerst begrüßte der Engel Maria.
Maria bekam einen Schreck.
Und staunte.
Und freute sich.

Der Engel sagte zu Maria:

Du brauchst keine Angst zu haben, Maria.
Gott hat dich sehr lieb.
Gott hat etwas Besonderes mit dir vor.
Du bekommst ein Baby.
Das Baby wird ein Junge.
Der Junge soll Jesus heißen. Jesus wird überall bekannt sein.
Die Menschen werden zu Jesus sagen:
Du bist der Sohn von Gott
Jesus wird für die Menschen nur Gutes tun.
Jesus wird wie ein guter König sein.
Und alle Menschen froh machen.

Maria dachte nach.

Maria fragte: Geht das denn alles?
Ist das denn möglich?
Wie soll ich denn eine Mutter werden?
Ich bin doch mit Josef noch gar nicht richtig zusammen. 

Der Engel sagte: Gott sendet den Heiligen Geist.

Der Heilige Geist wird bei dir sein.
Mit seiner ganzen Kraft.
So kannst du die Mutter von Jesus werden.
Bei Gott ist alles möglich.
Das Kind ist der Sohn von Gott. 

Maria sagte zum Engel:

Das ist in Ordnung.
Du kannst Gott sagen:
- Ja, ich bin für Gott bereit.
- Ja, ich will die Mutter von dem Sohn von Gott werden.
- Gott ist ein guter Gott.

 Dann ging der Engel wieder zurück.

 

© evangelium-in-leichter-sprache.de

 

Text der Einheitsübersetzung

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret 

zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. 

Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. 

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. 

Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben.
Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.

Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat.

Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

> www.katholisch.de

Für Kinder

Ein Engel bringt Maria die Botschaft: „Du wirst ein Kind bekommen, dieses Kind kommt von Gott!“ Maria kann das kaum glauben, „ein Kind von Gott“, wer hätte je von so etwas gehört. Aber es wird ihr zur Gewissheit: „Gott hat mich auserwählt, seinen Sohn zur Welt zu bringen.“ Von Anfang an ist ihr klar, dass dies etwas Besonderes ist, etwas, das auch mit Schwierigkeiten und mit Leid zu tun haben wird, nicht nur mit Freude. Aber Maria stimmt zu, sie sagt von ganzem Herzen „Ja“. Ja zu Gott, Ja zu diesem Kind, Ja zu ihrer Erwählung.

Darum wird dieses Evangelium so kurz vor Weihnachten gelesen. Es soll uns an das Ja Marias erinnern, das der Geburt vorausgegangen ist. Und es soll uns daran erinnern, das auch wir „Ja“ sagen sollen und dürfen: Ja zu Gott und Ja zu diesem Kind, das in der Krippe liegt. Machen wir die Ohren auf und die Herzen weit, damit auch uns zur Gewissheit wird: Gott schenkt uns seinen Sohn! (Georg Kalkum)

 

Für Erwachsene

Neben Geburt und Kreuzigung wurde keine Erzählung der Bibel so oft in der Kunstgeschichte dargestellt wie die Verkündigung. Die zahllosen Bilder, oft von berühmter Meisterhand, haben unseren Blick abgelenkt von dem theologischen Gehalt der Bibelstelle. Wir müssen hinter die goldglänzenden Bilder vorstoßen, um das Wort Gottes zu finden.

Die Ankündigung der Jungfrauengeburt steht im Lukasevangelium unmittelbar hinter der ähnlich verlaufenden Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers. Auch dessen Vater Zacharias bekommt vom Engel die fast wortgleiche Mitteilung, mit seiner unfruchtbaren Frau Elisabeth einen Sohn zu bekommen. Wie bei Zacharias bleibt auch gegenüber Maria offen, ob das Kind natürlich gezeugt werden wird oder anders.

Aber Jesus soll, anders als Johannes der Täufer, Sohn Gottes sein, ewiger Herrscher des Volkes Gottes. Jesus wird also nicht nur als Mensch angekündigt, sondern als heilig und göttlich. Der Engel steht im Sinn des altorientalischen Botenrechtes vollgültig für seinen Herrn; also kündigt hier Gott persönlich sein Erscheinen in der Welt an.

Der vierte Evangelist Johannes fasst diese Begebenheiten zu Beginn seines Evangeliums in eigenen Worten zusammen. Dabei erläutert er auch, dass die jungfräuliche Geburt in der Nachfolge Jesu eine Eigenschaft eines jeden Christen ist: „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.“

Und jetzt wird aus der frommen Erzählung wirklich die Frohe Botschaft: Wir alle sind Kinder Gottes. Christen, also Glaubende, sind wir nicht durch Menschenweisheit, sondern durch Gottes Wort. Nur er ist unser Vater, der uns aus unendlicher Liebe erschaffen hat. Wenn wir uns diese Liebe nur von Herzen schenken lassen. Wie damals Maria. (Diakon Dr. Andreas Bell)

 

Weitere vertiefende Auslegungen zum Bibeltext finden Sie tagesaktuell auf www.in-principio.de.

Herbergssuche

„Nein, nein, nein!“ Sebastian schüttelt den Kopf und stampft trotzig mit dem Fuß auf. Er spielt den Herbergsvater im Krippenspiel der Erstklässler. Und er soll, so sieht es die Rolle vor, dem suchenden Paar Josef und Maria die Tür weisen. Sebastian will das nicht übers Herz bringen. „“Die kommen von so weit her, die die frieren doch. Und Maria erwartet ein Kind. Die muss ich doch reinlassen!“

Sebastians weiches Herz will sich auch hier durchsetzen. Herr Kramer hebt erneut an, die Rolle zu erklären. Dass es nicht darauf ankommt, ob er – Sebastian – dies nun richtig oder falsch finde, sondern allein darauf, was die Rolle vorsehe und das Stück verlange. Und dass es unabsehbare Folgen habe, wenn in der Herberge plötzlich doch noch ein Platz gefunden werde. Was wäre dann mit dem Stalle, den Hirten und den Weisen aus dem Morgenland? Nein, Sebastian müsse schon den hartherzigen Herbergswirt spielen. Außerdem fehle die Zeit, jetzt noch andere Kinder die Rolle einstudieren zu lassen. Widerstrebend verzieht sich Sebastian auf seinen Platz.

Der Abend der Aufführung. Von links trotten Josef und Maria in das Dorf, klopfen vergeblich an einige Türen und Fenster und stehen endlich auch von Sebastians Haus. „Habt ihr noch ein Zimmer für zwei arme Wandersleut‘?“, fragt Josef, als Sebastian die Tür öffnet. Lehrer Kramer hält den Atem an.

„Nein, bei mir ist alles besetzt. Kein Bett und keine Liege mehr frei. Tut mir leid. Da müsst ihr schon früher kommen!“ Sebastian sagt seinen Text, so wie es im Buch steht, kalt und abweisend.

Herr Kramer will schon aufatmen, da breitet Sebastian die Arme aus: „Aber auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen könnt ihr gern reinkommen.

Martin Thull in:

R. Abeln, Denn geboren ist die Liebe. Ein Familien-Lesebuch von Sankt Martin bis Dreikönig, Keverlaer 2008

 

> Ausmalbild zur Geschichte

 

Bilderbuchempfehlung

Astrid Lindgren, Polly hilft der Grossmutter,  Ausgaben verschiedener Verlage

Polly lebt bei ihrer Großmutter, die als Marktfrau arbeitet. Als die Großmutter krank wird, übernimmt Polly das Weihnachtsgeschäft und sorgt dafür, dass beide, Polly und Großmutter, ein schönes Weihnachtsfest feiern können.
Schon 70 Jahre alt ist Astrid Lindgrens Erzählung und selbst wenn das Setting eine vergangene Zeit wiederspiegelt: für Kinder bleibt es eine stärkende und damit aktuelle Geschichte, weil die Themen Selbständig-Werden und Einander-Helfen in beinahe märchenhafter Weise Mut machend und kindgerecht  erzählt werden.

Aktionsideen zur Vertiefung

Rätsel

Spiele

Die Spiel-und Bastel-Vorschläge zum 4. Advent setzen auf Kooperation und Partnerschaft: gemeinsam werden Aufgaben gelöst. Und die je eigene Bedeutung erlebt und genossen.

Schauen Sie auch einmal unter Ihren Gesellschaftsspielen, auch da finden sich Spiele, die den Einsatz der Talente der Mitspielenden fordern, zum Beispiel Activity und Twister.

Basteln

Gutes Wünschen: Fürbitt- und Gebetsimpulse

Fürbitt-Vorschlag

  • Wir denken an all das, bei dem wir Menschen uns weltweit einbringen können
  • beim Umweltschutz
  • in der Nachbarschaft
  • in der Schule
  • im Verkehr
  • in der Familie
  • im Freundeskreis…

Was brauchen die, denen wir begegnen? Was können wir einbringen? Wen können wir um Unterstützung bitten?

 

Gebet

Was wir beten können:

Guter Gott,
nun sind es nur noch wenige Tage bis Weihnachten.
Dann feiern wir, dass du bei uns Menschen sein willst.
Wir feiern die Geburt von Jesus Christus.

Bei unserer Geburt hast du uns Talente und Kraft geschenkt.
Wir können und sollen diese Welt gestalten.
Damit eine für alle Menschen wunderbare Welt wird.
Ein Reich Gottes auf Erden. 
Schon jetzt!

Danke, dass du uns so viel zutraust.
Und uns hilfst. Denn du bist da.

Amen.